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Erinnerungskultur

30. Jahrestag der tödlichen Schüsse an der Startbahn West

Thema: 
Polizei & Verfassungsschutz
02.11.2017Hessisches Ministerium des Innern und für Sport

Gedenktafel im Hessischen Innenministerium enthüllt

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30. Jahrestag der tödlichen Schüsse an der Startbahn West
© HMdIS

Vor 30 Jahren wurden der damals 43-jährige Hauptkommissar Klaus Eichhöfer und der erst 23 Jahre alte Polizeimeister Thorsten Schwalm an der Startbahn 18 West erschossen. Anlässlich einer Gedenkstunde zu Ehren der getöteten Polizisten enthüllte der Hessische Innenminister Peter Beuth eine Gedenktafel im Hessischen Innenministerium. Landespolizeipräsident Udo Münch verlas die Namen von 33 Männern und zwei Frauen, die im Dienst für die hessische Polizei ihr Leben ließen. Außerdem rief der Innenminister eine neue Erinnerungskultur für die hessische Polizei aus.

In seiner Gedenkrede verurteilte der Minister die schreckliche Tat an der Startbahn West. „Der 2. November 1987 ist ein Teil der Geschichte des Landes Hessen und er ist in besonderer Weise ein Teil der Geschichte der hessischen Polizei. Dieser feige, menschenverachtende Anschlag aus dem Hinterhalt, bedeutete für zwei Familien den größtmöglichen Verlust, hinterließ traumatisierte Kolleginnen und Kollegen und stürzte ein ganzes Land in tiefe Trauer. Die tödlichen Schüsse auf Klaus Eichhöfer und Thorsten Schwalm haben sich in das Gedächtnis jedes hessischen Polizisten gebrannt“, sagte der Minister. In der Geschichte der Bundesrepublik waren vor den Schüssen an der Startbahn West nie zuvor Polizisten während einer Demonstration erschossen worden und auch seitdem nie wieder.

Neue Erinnerungskultur bei der hessischen Polizei 

„Auch wenn der Jahrestag für Familien, Freunde sowie Kolleginnen und Kollegen immer wieder die schrecklichen Ereignisse der Vergangenheit hervorbringt, ist es wichtig, dass wir uns gemeinsam erinnern. Wir wollen eine umfassende und wahrhaftige Erinnerungskultur für die hessische Polizei einführen. All jene, die im Dienst für den Schutz der Allgemeinheit und die Durchsetzung des Rechts ihr Leben opferten, dürfen nicht in Vergessenheit geraten, sondern verdienen ein Gedenken in Dankbarkeit für ihren Einsatz“, so Peter Beuth.

Allein 2016 wurden fast 3.500 Angriffe auf Polizeivollzugsbeamte registriert. Zuletzt hatten die schweren Ausschreitungen beim G20 Gipfel in Hamburg gezeigt, dass Gewalt gegenüber Einsatzkräften nach wie vor kein Tabu sei, erklärte der Innenminister. „Wer Polizisten Fallen stellt und sie mit Steinen, Flaschen, Molotow-Cocktails und Stahlkugeln angreift, nimmt bewusst schwerste Verletzungen oder den Tod eines Menschen in Kauf. Diese Taten müssen nicht nur mit der ganzen Härte unseres Rechtsstaats sanktioniert werde, jede Bürgerin und jeder Bürger ist aufgerufen, Gewalt gegen Einsatzkräfte und insbesondere gegen Polizisten zu ächten.“ Nach einer Bundesratsinitiative der Hessischen Landesregierung hatte der Bundestag zu Beginn dieses Jahres beschlossen, Angriffe auf Einsatzkräfte härter zu bestrafen.

Auf der vom Frankfurter Bildhauer und Künstler Bernd Fischer gestalteten Gedenktafel werden 35 hessische Polizisten geehrt, die im Dienste der Polizei ums Leben kamen. Außerdem zeigt eine Ausstellung das Schicksal von Klaus Eichhöfer, Thorsten Schwalm und drei weiterer Polizisten. Trotz intensiver Recherchen der hessischen Polizei kann die genaue Zahl der im Dienst verstorbenen Polizisten seit Kriegsende nicht abschießend beziffert werden. „Die Aktenlage war in den frühen Nachkriegsjahren der vierziger und fünfziger Jahre nicht, wie heute im digitalen Zeitalter. Wir werden weiterforschen, das sind wir jeder einzelnen im Dienst umgekommen Polizeibeamtin und jedem einzelnen Polizeibeamten schuldig“, unterstrich der Innenminister. Daher wurde der Fachbereich Polizei der Hochschule für Polizei und Verwaltung mit einem Forschungsauftrag betraut. Ziel ist es, alle Namen der seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Dienst verstorbenen Polizistinnen und Polizisten zu erfassen.

Gestaltungskonzept der Gedenktafel

Die Namen der Polizisten sind eingraviert in Stäbe, die die Streifen im Inneren des Hessen-Löwen nach außen führen. Untrennbar verbunden mit der geschlossenen Form des Wappens der hessischen Polizei stehen die namenstragenden Stäbe in Wechselwirkung mit der sie umgebenden Wand. Eine veredelte Aluminiumtafel, mit einem aus ihr heraus und in sie hinein gefrästen Relief, trägt die Erinnerung an die in Ausführung ihrer Arbeit zu Tode gekommenen Polizisten und Polizistinnen des Landes Hessen dauerhaft in die Gegenwart. Die erhaben und vertieft gravierte, eloxierte und polierte Aluminiumtafel hat folgende Maße: Höhe 69,5 cm x Breite 176 cm x Stärke 3 cm.

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