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Landesbeauftragte eröffnet eindrucksvolle Bilddokumentation

Ausstellung zum deutschen Wolgagebiet in Hanau ergänzt von Schülerinnen und Schülern des Karl-Rehbein-Gymnasiums

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Landesbeauftragte eröffnet eindrucksvolle Bilddokumentation
02.02.2019: Ausstellung zum deutschen Wolgagebiet in Hanau. LMDR-Geschäftsführerin Natalie Paschenko (1. v. l.), Stv. IVDK-Vorsitzende Olga Martens (2. v. l.), Svetlana Paschenko (vord. Rhe., 4. v. l.), Markus Harzer (vord. Rhe. 5. v. l.), DJR-Bildungsreferentin Alexandra Dornhof (vord. Rhe 6. v. l.), Lars Pätzold (rechts daneben), Stadtrat Peter Jurenda (4. v. r.), Landesbeauftragte Margarete Ziegler-Raschdorf (vordere Reihe, 3. v. r.), IVDK-Präsident Heinrich Martens (2. v. r.) und DJR-Vorstandsmitglied Natalia Wagner im Kreise der Schülerinnen und Schüler des Karl-Rehbein-Gymnasiums.
© Dornhof, DJR

Hanau. Nach Stationen in Bayreuth und Wiesbaden, ist die Fotoausstellung „Das Deutsche Wolgagebiet. Eine unvollendete Fotogeschichte“ vom 2. bis zum 15. Februar nun auch in Hanau zu sehen. Die Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Margarete Ziegler-Raschdorf, eröffnete als Ehrengast die Bilddokumentation im dortigen Rathaus.

Mehr als 20.000 Siedler – von denen ein großer Teil aus Hessen stammte –, waren im 18. Jahrhundert der Einladung der Zarin Katharina der Großen gefolgt und hatten sich als Siedler an der Unteren Wolga niedergelassen. In mühsamer und harter Arbeit war es ihnen gelungen, eine blühende Kolonie zu errichten, in der zu Beginn des 20. Jahrhunderts bereits mehr als 400.000 Menschen lebten. Über Generationen hinweg bewahrten sich die deutschen Siedler die aus der alten Heimat mitgebrachte deutsche Sprache, den Glauben und ihr Brauchtum. 1918 war ihnen infolge der Russischen Revolution ein eigenes Autonomiegebiet zugestanden worden, welches als „Wolgarepublik“ bis in den Zweiten Weltkrieg hinein Bestand hatte. Der sowjetische Diktator Josef Stalin verfügte indes nach dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in die Sowjetunion im Sommer 1941 deren Auflösung und die zwangsweise Deportation ihrer Einwohner nach Zentralasien. Die Erinnerungen an die Autonomie wirken unter den Deutschen aus Russland jedoch bis heute nach. Gemeinsam mit dem in Moskau ansässigen Internationalen Verband der Deutschen Kultur (IVDK) hatte die „Moskauer Deutsche Zeitung“ die Wiederkehr des 100. Jahrestags der Begründung der deutschen Autonomie an der Wolga im vergangenen Herbst zum Anlass genommen, eine Ausstellung zu konzipieren, die sich diesem Thema widmet. Olga Martens, stellvertretende Vorsitzende des IVDK, sprach ein Grußwort zur Ausstellung, in dem sie die Bedeutung der generationenübergreifenden mündlichen Überlieferung der Ereignisse in den Familien hervorhob. Anhand seltener bildlicher Zeugnisse wird die untergegangene Wolgarepublik wieder lebendig. „Die historischen Aufnahmen lassen den Alltag der Menschen damals an der Wolga für den Betrachter wiederaufleben und dokumentieren die wechselhafte Geschichte des autonomen Gebietes der Wolgadeutschen“, fasste Landesbeauftragte Ziegler-Raschdorf in ihrer Eröffnungsrede zusammen.

Nachdem sie erstmals in der russischen Hauptstadt Moskau zu sehen war, wird die Bilddokumentation seither als Wanderausstellung in verschiedenen Orten in Deutschland gezeigt. Seit dem 2. Februar gastiert sie vorübergehend in Hanau. Organisiert wurde dies vom Bund der Vertriebenen (BdV) in Hanau, der von Schülerinnen und Schülern des Karl-Rehbein-Gymnasiums mit großem Engagement unterstützt wurde. Landesbeauftragte Ziegler-Raschdorf sprach dem stellvertretenden Vorsitzenden des BdV Hanau, Lothar Streck, und der Stadt Hanau für die Ausrichtung ihren herzlichen Dank aus. Ganz besonders dankte sie dem Geschichts-Leistungskurs der 12. Klassenstufe und dem Q-3-Kurs der Abiturienten der Karl-Rehbein-Schule um die Lehrkräfte Markus Harzer sowie Lars Pätzold, die nach einer intensiven Aufarbeitung der Materie im Unterricht die Ausstellung um zwei weitere Texttafeln ergänzt und mit zusätzlichen Informationen bereichert hatten. „Es ist sehr schön und trägt zum gegenseitigen Verstehen bei, wenn sich gerade junge Menschen mit Geschichte und Kultur sowohl der Heimatvertriebenen als auch der Spätaussiedler beschäftigen. Für dieses Interesse möchte ich Ihnen und Ihren Lehrkräften herzlich danken!“, führte Margarete Ziegler-Raschdorf aus.

Unter den zahlreichen Gästen, die zur Eröffnung gekommen waren, befanden sich auch der Vizekonsul der Russischen Föderation, Herr Andrei Bassow und viele Vertreter der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LMDR) sowie der Deutschen Jugend aus Russland (DJR). Dadurch wurde die Veranstaltung nicht nur zur Erinnerung an die Geschichte der Wolgadeutschen, sondern auch zum regen Austausch über mögliche künftige gemeinsame Projekte genutzt, die dazu beitragen sollen, das gegenseitige Kennenlernen und Verstehen von einheimischen Jugendlichen mit zugewanderten jugendlichen Spätaussiedlern zu fördern.

 

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