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Cybersicherheit

Fünf Millionen Euro für IT-Beratung der hessischen Kommunen

Innenminister Peter Beuth: „Bürgerdaten besonders schützen“

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Internetsicherheit
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Alle Städte und Gemeinden in Hessen werden ab sofort kostenlos beraten, wie sie ihre IT-Infrastruktur sicherer machen können. Das hat der Hessische Innenminister Peter Beuth auf dem „Kommunalkongress Cybersicherheit“ in Frankfurt bekanntgegeben. Das Land stellt dafür bis 2020 mehr als fünf Millionen Euro zur Verfügung. „Verwaltungsdaten sind fast immer Bürgerdaten und müssen vor Cyberattacken besonders geschützt werden. Wir unterstützen Städte und Gemeinden deshalb mit unseren Experten des ‚Kommunalen Dienstleistungszentrum Cybersicherheit Hessen‘ (KDLZ CS) und bieten ihnen praktische und kompetente Hilfe an“, sagte der Innenminister.

Unterstützung für Gemeinden bis 30.000 Einwohnern

Seit Januar 2016 bietet das Land in Kooperation mit dem IT-Dienstleister „ekom21“ Städten und Gemeinden mit bis zu 30.000 Einwohnern Unterstützung an: Von der Analyse der Systeme über Schulungen bis hin zu Softwarelösungen. Dafür wurden 2,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Nun kommen weitere 2,7 Millionen Euro hinzu, sodass sich das Gesamtfördervolumen auf mehr als fünf Millionen Euro summiert. „Das bisherige Interesse war riesig. Jetzt weiten wir das Programm aus, sodass alle kommunalen Verwaltungen in Hessen die kostenlosen Beratungen beantragen können. Ob auf Landes- oder Kommunalebene: Daten die dem Staat zur Verfügung gestellt werden, müssen immer einen besonderen Schutz genießen“, erklärte Peter Beuth. Die bisherige Bilanz kann sich sehen lassen: 158 Kommunen haben ihr Interesse bekundet, sodass in mittlerweile über 230 Terminen vor Ort die Verwaltungs-IT auf Risiken, Defizite und Verbesserungspotentiale untersucht werden konnte. 86 Städte und Gemeinde haben bereits einen individuellen Beurteilungsbericht und Empfehlungen erhalten, wie sie ihre Datenverarbeitung sicherer gestalten können.

Ganzheitlicher Ansatz für Cybersicherheit

Das Kommunale Dienstleistungszentrum ist ein Baustein in der umfassenden Agenda „Cybersicherheit@Hessen“. „Wir verfolgen beim Thema Schutz in der virtuellen Welt einen ganzheitlichen Ansatz und wollen Datendieben, Erpressern und Saboteuren das Handwerk legen“, so der Minister. Ein wichtiges Warn- und Alarmierungsinstrument sei dabei das „Computer Emergency Response Team“ (CERT) des Landes Hessen. Es unterstützt die Landesverwaltung, Kommunen und Unternehmen der kritischen Infrastruktur bei der Lösung von IT-Sicherheitsvorfällen, warnt vor besonderen Gefahren und erstellt ein tägliches Lagebild zur Cybersicherheit in Hessen. Mit dem Format „Runder Tisch Cybersicherheit“ bringt das Land Wissenschaft und Verwaltung zusammen und fördert zurzeit sechs Projekte mit rund 1,2 Millionen Euro.

Neues Kompetenzzentrum gegen Cyberkriminalität

Bei der Bekämpfung der Cyberkriminalität baut das Land künftig auf ein neues Kompetenzzentrum: „Hessen Competence Center für Cybersecurity – Hessen3C“ wird aus den Bausteinen Security Operation Center, Big Data Analyse und einer Plattform für Begleitforschung bestehen. Die Kompetenzstelle wird die strukturellen, personellen und technischen Fähigkeiten vom Internet-Monitoring bis hin zu Big-Data-Analyse unter Einbindung der bisherigen Ermittlungs- und Auswertekompetenzen, der bisherigen Cybersicherheits- bzw. CERT-Struktur bündeln und weiter ausbauen.

Das neue Kompetenzzentrum soll die Sicherheitsbehörden beraten und operativ unterstützen. Hessen3C bietet dabei zentral gebündelte Spezialkenntnisse und Fähigkeiten, z.B. im Bereich Kryptographie bzw. Entschlüsselung von Kommunikation, Monitoring und Auswertung von Interneterkenntnissen oder sozialen Medien, wissenschaftliche Expertise verschiedener Fakultäten sowie spezielle Sprachkompetenzen. Mit dem Ausbau der Komponente „Big Data Techniken“ soll über die Auswertefähigkeit der Sicherheitsbehörden hinaus erreicht werden, dass neue Angriffsarten im Netz durch Analyse öffentlich zugänglicher Quellen aufgedeckt, abgewehrt und verfolgt werden können.

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