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Auszeichnung

Innenminister verleiht Riedstadt Zusatzbezeichnung „Büchnerstadt“

Innenminister Peter Beuth hat heute der Stadt Riedstadt eine Urkunde verliehen, die es ihr erlaubt, ab sofort den Namenszusatz „Büchnerstadt“ zu führen.

Peter Beuth spricht in ein Mikrofon
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© Stadt Riedstadt/Haza-Foto

Bei dem Festakt zur Verleihung der Zusatzbezeichnung betonte der Minister die geschichtsbewusste Pflege des Lebens und Wirkens von Georg Büchner. 

„Das Geburtshaus von Georg Büchner im heutigen Stadtteil Goddelau – wo er am 17. Oktober 1813 zur Welt kam – befindet sich heute im Besitz der Stadt Riedstadt und ist der letzte Originalschauplatz aus dem Leben Büchners. Büchner-Freunde von Nah und Fern pilgern zur dortigen Dauerausstellung und lassen sich vom Leben und Wirken des Dichters und Denkers inspirieren. Die ‚BüchnerBühne‘ sorgt zudem dafür, dass die Werke Büchners im kulturellen Gedächtnis der Stadt präsent bleiben. Die Verleihung der Zusatzbezeichnung ‚Büchnerstadt‘ ist daher auch eine Auszeichnung für die geschichtsbewusste Stadtgesellschaft von Riedstadt“, so Innenminister Peter Beuth.

Prägende Persönlichkeit

Georg Büchner war nicht nur Mediziner und Naturwissenschaftler, sondern auch ein begnadeter Literat sowie eine der prägenden Persönlichkeiten der vorrevolutionären Phase in Deutschland, dem Vormärz. Er prägte politische Stimmungen und Meinungen seiner Zeit unter anderem mit seiner politischen Flugschrift, dem „Hessischen Landboten“. Als Schriftsteller verfasste er Meisterwerke wie „Dantons Tod“ und „Woyczek“. An die Gallionsfigur des deutschen Vormärz erinnert auch der „Georg-Büchner-Preis“, der 1923 zur Förderung hessischer Künstler ins Leben gerufen wurde und heute zu den wichtigsten Literaturpreisen in Deutschland gehört.

Identifikation mit Georg Büchner

Die Stadt Riedstadt hat sich dem Gedenken an ihren berühmten Bürger verschrieben. Wie sehr sich die Stadt mit Georg Büchner identifiziert, wird durch das unermüdliche Engagement von Politik und Zivilgesellschaft deutlich. Bereits im Jahr 2006 beantragte die Stadt die Verleihung der Zusatzbezeichnung „Büchnerstadt“ sowie der Bezeichnung „Stadt“. Allerdings wurde nur die Gemeinde im Jahr 2007 zur Stadt ernannt, ohne Verleihung der Zusatzbezeichnung. Die Stadt verzeichnete seit 2007 einen Einwohnerzuwachs von weit über 2.000 Personen. Und auch die Erinnerungskultur Georg Büchners blühte in der Folgezeit förmlich auf.

Beliebte Treffpunkte

„Das ‚Büchnerhaus‘ und die ‚BüchnerBühne‘ haben sich seitdem zu beliebten Treffpunkten der Bürgerinnen und Bürger und zu Touristenmagneten entwickelt. Beide Einrichtungen haben dafür gesorgt, dass sich ein neues Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Riedstädtern herausbildet. Die Stadtpolitik hat sich einstimmig und damit parteiübergreifend für den neuerlichen Vorstoß ausgesprochen. Einen großen Anteil am Erfolg des zweiten Anlaufs hatten aber auch die zahlreichen Ehrenamtlichen, die sich für eine zeitgemäße Erinnerungskultur rund um die Person Georg Büchner einsetzen“, sagte Innenminister Peter Beuth bei der Verleihung der Zusatzbezeichnung.

Hintergrund

Von den aktuell 423 Städten und Gemeinden in Hessen sind nur wenige Gemeinden befugt, ihrem eigentlichen Gemeindenamen eine Zusatzbezeichnung gemäß Paragraph 13 Absatz 2 Hessische Gemeindeordnung beizufügen, die auf ihrer geschichtlichen Vergangenheit, ihrer Eigenart oder ihrer Bedeutung beruht. Bei der Verleihung werden strenge Kriterien angelegt. Der Namenszusatz soll keinen Reklamezweck oder die Stärkung eines vor Ort besonders stark vertretenen Wirtschaftszweiges dienen, sondern hat sich auf ein besonderes Charakteristikum der Stadt zu beziehen.

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