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Landesbeauftragte Margarete Ziegler-Raschdorf

Sammlung und Archiv des Heimatkreises Leitmeritz in Fulda geordnet und gesichert

Thema: 
Bürger & Staat
18.11.2020Hessisches Ministerium des Innern und für Sport

Landesbeauftragte mit Freundeskreis Fulda-Leitmeritz/Litomerice e.V. zu Informationsbesuch im Fuldaer Stadtarchiv

Archivarin Laura Wagner präsentiert archivierte Dateien der Sammlung
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Von links: Vorsitzender Freundeskreis Otto Gruß, Stadtarchivarin Laura Wagner, Vorstandsmitglieder Horst Zander und Rudolf Bauer, LBHS Margarete Ziegler-Raschdorf, Schatzmeister Freundeskreis Rudolf Schön, Co-Vorsitzender Freundeskreis Peter Kubicek.
© LBHS

Fulda. Anlässlich eines Ortstermins im Fuldaer Stadtarchiv überzeugte sich Landesbeauftragte Margarete Ziegler-Raschdorf gemeinsam mit dem Freundeskreis Fulda-Leitmeritz e.V. von der großartigen Verantwortungsübernahme der Stadt Fulda über Archiv und Heimatsammlung des Heimatkreises Leitmeritz e.V.. Dieser hatte sich als Träger der Heimatsammlung im Jahr 2018 aufgelöst und die Sammlung in das Eigentum der Stadt Fulda übergeben. Die Vorsitzenden des parallel und auch weiterhin bestehenden Freundeskreises Leitmeritz/Litomerice e.V., Otto Gruß und Peter Kubicek sowie der BdV-Kreisvorsitzende Rudolf Bauer zeigten sich ebenso wie alle Teilnehmenden hochbeeindruckt über den Stand und die hohe Qualität der Archivierungsarbeiten. Die Stadtarchivarinnen Beate Kann und Laura Wagner empfingen die Gruppe und gaben Erläuterungen über ihre Arbeit im Archiv der 1275 Jahre alten Barockstadt Fulda.

Archivarin Wagner führte die Besuchergruppe durch die Räume und informierte über die Art ihrer Herangehensweise bei der Dokumentation des Nachlasses des Leitmeritzer Heimatarchivs, mit dessen Verzeichnung sie im Juli 2019 begonnen habe. Die Übernahme sei für die Stadt Fulda wichtig, da die Ankunft und Integration der Heimatvertriebenen ein wichtiges Element der jüngeren Fuldaer Stadtgeschichte darstelle. Sie zeigte den Besuchern das noch zu bearbeitende Material wie Archivgut und Akten, erläuterte den Weg der Erfassung, das Anlegen des Datensatzes und der Fotodokumentation. Das angewendete System konnte sogleich auch entsprechend getestet werden. So fragte zum Beispiel Herr Bauer nach einem Primiz-Kelch – ein besonders schönes und wertvolles Stück – an das er sich erinnerte und welches Frau Wagner zur allgemeinen Bewunderung sofort der Datenbank entlocken konnte, wo es mit allen relevanten Informationen verzeichnet ist.

Archivarin Laura Wagner zeigte sodann die besonderen Objektgruppen, die mithilfe der Fördermittel des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport inventarisiert, katalogisiert, digitalisiert und wie die kirchliche Prozessionsfahne konserviert werden konnten. Ziegler-Raschdorf freute sich über die Unterstützung, die sie als Landesbeauftragte vermitteln konnte und die auch eine Wertschätzung gegenüber der Stadt Fulda darstelle: „Ich bin der Stadt Fulda außerordentlich dankbar für die Verantwortungsübernahme für diese Heimatsammlung, die auch eine finanzielle Verantwortungsübernahme bedeutet. Fulda identifiziert sich damit mit den nach dem Zweiten Weltkrieg in Fulda angekommenen heimatvertriebenen Sudetendeutschen aus Leitmeritz und ihrem Schicksal. Die Aufnahme ihrer Heimatsammlung in die städtischen Sammlungen ist ein Zeichen ihres endgültigen Angekommenseins in Fulda. Ich freue mich außerdem, wenn einzelne Objekte in absehbarer Zukunft in einer Dauerausstellung im Vonderau-Museum präsentiert werden können.“

Unter Führung der Archivarin besichtigte die Gruppe auch die von der Stadt Fulda neu angemieteten klimatisierten Magazinräume in der Rabanusstraße, um einen Eindruck zu erhalten, wie die bereits erfassten und für die Langzeitarchivierung verpackten Objekte gelagert werden und welchen Umfang diese, lediglich einen Teil der Gesamtmasse umfassenden Gegenstände haben. „Es sind fast 2.000 Museumsobjekte und ca. 2.300 Bücher hier gelagert. Bereits erfasst bzw. digitalisiert ist auch der wesentliche Teil der Ortsakten, die ein Kernstück des Leitmeritzer Bestandes darstellen und in denen unterschiedlichste Dokumente und Informationen nach Orten gegliedert zusammengefasst sind. Von 216 Ortsakten liegen bereits Digitalisate vor, woraus sich die stolze Summe von 30.166 Scans ergibt“, erläuterte Laura Wagner den interessierten Besuchern. Diese zeigten sich beeindruckt und begeistert von der hochqualifizierten, professionellen Arbeit der Archivarin, die damit das wertvolle Erbe der Leitmeritzer Heimatvertriebenen sichern und bewahren helfe. 

Der Vorsitzende des Freundeskreises Leitmeritz/Litomerice und ehemaliges Mitglied des Heimatkreises Leitmeritz, Otto Gruß, dankte Frau Laura Wagner im Namen aller Anwesenden herzlich für ihre überaus kompetenten und freundlichen Informationen und die sachkundige Führung durch die Archivräume: „Es ist bewundernswert, wie Sie sich um die Einlagerung in den verschiedenen Räumen gekümmert haben, um alles zu ordnen und zu katalogisieren. Ich bin beeindruckt, mit welch großem Aufwand jedes Blatt und Objekt gesichtet, einzelne beschädigte Unterlagen stabilisiert und repariert und sodann im Computer erfasst werden“.

Landesbeauftragte Ziegler-Raschdorf schloss sich diesem Dank im Namen der Hessischen Landesregierung herzlich an und sicherte ihre Unterstützung und Begleitung auch weiterhin zu. Fulda sei hinsichtlich seines Umgangs mit den Zeugnissen seiner Geschichte und der Geschichte der Heimatvertriebenen ein Musterbeispiel für weitere Kommunen, die ebenfalls aufgefordert seien, die Heimatsammlungen ihrer örtlichen Vertriebenenverbände zu bewahren.

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Michael Schaich
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