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Tarifverhandlungen

Tarifeinigung: Mehr Gehalt für Ärztinnen und Ärzte am Universitätsklinikum Gießen und Marburg

Thema: 
Bürger & Staat
01.07.2020Hessisches Ministerium des Innern und für Sport

Staatssekretär Dr. Stefan Heck: „Beste Bedingungen für medizinische Versorgung auf Spitzenniveau“

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Blutdruckmessung
© Andrei Tsalko / Fotolia

Einigung nach neunmonatigen Verhandlungen

Nach insgesamt sieben Verhandlungsrunden haben die Hessische Landesregierung und die Ärztegewerkschaft „Marburger Bund“ heute in den frühen Morgenstunden eine Tarifeinigung für die Ärztinnen und Ärzte am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) erzielt. Die rund 1.300 Ärztinnen und Ärzte erhalten gut 7,4 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von 33 Monaten (bis zum 30. Juni 2022).

Lösung für Wochenend- und Bereitschaftsdienste

Innenstaatssekretär Dr. Stefan Heck zeigte sich mit dem Abschluss sehr zufrieden: „Ich freue mich, dass wir nach neunmonatigen Verhandlungen einen passgenauen Abschluss für die hessischen Universitätskliniken erzielen konnten. Unser Abschluss zeigt, dass auch in Pandemiezeiten der Spagat zwischen der höchstmöglichen Patientensicherheit einerseits und der Honorierung der hervorragenden Leistungen der Ärztinnen und Ärzte anderseits gelingen kann. Wir haben jetzt eine passgenaue hessische Lösung für die Wochenend- und Bereitschaftsdienste gefunden.

Insbesondere bei den Bereitschaftsdiensten wurde ein bundesweit einmaliger Weg gefunden, sowohl die hervorragenden Leistungen der Ärztinnen und Ärzte finanziell zu honorieren als auch einen flexibleren Freizeitrahmen zu gestalten. Dafür werden bundesweit einmalig Zeitgutschriften für Bereitschaftsdienste eingeführt. Es wird den Ärztinnen und Ärzten zukünftig ermöglicht, ihre Bereitschaftsdienste auf Antrag auch durch Freizeit auszugleichen. Der Abschluss ist aber vor allem auch eine gute Nachricht für die Patientinnen und Patienten, weil er die medizinische Versorgung auf Spitzenniveau in unserem Land nachhaltig sichert und den Arztberuf im Dienste des Landes für junge Fachkräfte noch attraktiver macht.“

Rund 7,4 Prozent mehr Gehalt bei 33 Monaten Laufzeit

Neben einer Einmalzahlung erhalten die Ärztinnen und Ärzte am UKGM rückwirkend ab dem 1. Januar 2020 2,5 Prozent mehr Gehalt. Ab dem 1. Oktober 2020 werden die Bezüge erneut um 2,5 Prozent angehoben und ab dem 1. Oktober 2021 nochmals um 2,25 Prozent erhöht. Die Laufzeit beträgt 33 Monate bis zum 30. Juni 2022. Außerdem bekommen die Ärztinnen und Ärzte am UKGM, wie bereits die übrigen Landesbeschäftigten, das bundesweit einmalige LandesTicket Hessen.

Der Staatssekretär dankte dem Marburger Bund und allen Beteiligten für das konstruktive Ringen um einen passgenauen hessischen Tarifvertrag in schwierigen Corona-Zeiten. „Der Abschluss zeigt, dass die gelebte Sozialpartnerschaft zwischen Land Hessen und dem Marburger Bund gut funktioniert“, so Dr. Stefan Heck. Die Verhandlungen standen unter seiner Leitung als Vertreter der Landesregierung, da die betroffenen Ärztinnen und Ärzte Beschäftigte des Landes Hessen sind. Zudem waren auf der Arbeitgeberseite die Verantwortlichen der Rhön-Klinikum AG sowie des Universitätsklinikums Gießen und Marburg beteiligt. Schließlich verhandelten auch die Vertreter der Stiftungsuniversität Frankfurt und des Universitätsklinikums Frankfurt mit und schlossen sich für die Ärztinnen und Ärzte am Uniklinikum Frankfurt der Tarifeinigung an.

Hintergrund

Das Land Hessen hat bereits vor 14 Jahren mit dem „Marburger Bund“ einen eigenständigen Tarifvertrag-Ärzte Hessen vereinbart, der durch die hessischen Tarifvertragsparteien stetig weiterentwickelt wurde. Das Tarifwerk unterscheidet sich in einer Vielzahl von Regelungen grundlegend von dem Tarifvertrag der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), z.B. das gesamte Eingruppierungsrecht, die Entgelttabellen und zahlreiche allgemeine Regelungen. Der Tarifvertrag-Ärzte Hessen gilt unmittelbar für das Universitätsklinikum Gießen und Marburg und über einen Anerkennungstarifvertrag mittelbar für das Universitätsklinikum Frankfurt.

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