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Flüchtlinge

Innenministerium stellt Kommunen Informationsfilm für Flüchtlinge zur Verfügung

Thema: 
Kommunales
17.11.2017Hessisches Ministerium des Innern und für Sport

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Muslimische Frauen
© Mumpitz / Fotolia.com

Hessens Innenminister Peter Beuth hat den hessischen Kommunen heute einen Informationsfilm für Flüchtlinge zugesandt. Damit soll an die erfolgreiche Sensibilisierungsarbeit, die vom Hessischen Informations- und Kompetenzzentrum gegen Extremismus (HKE) in den Hessischen Erstaufnahmeeinrichtungen (HEAE) durchgeführt wurden, auch in der Fläche angeknüpft werden. Der 20-minütige Film informiert in deutscher, englischer, arabischer und persischer Sprache über wesentliche Elemente des friedlichen Zusammenlebens in Deutschland. 

„Wir bieten Hilfestellung und Orientierung.“

„Wir wollen, dass sich Flüchtlinge in unserem Gemeinwesen gut zurechtfinden. Die Polizei ist in Deutschland Freund und Helfer. Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist im Grundgesetz verankert. Diese und viele weitere Eckpunkte unseres Zusammenlebens vermittelt der Film auf anschauliche Art. Wir wollen damit Barrieren abbauen und Hilfestellungen für das Alltagsleben der Schutzsuchenden bieten. Flüchtlinge stehen auch im Fokus von Extremisten. Salafistische Anwerbeversuche haben gezeigt, dass diese extremistischen Menschenfänger Flüchtlinge als Zielgruppe ausgemacht haben. Mit dem Film sensibilisieren wir deshalb auch vor solchen Gefahren und bieten Orientierung“, sagte Innenminister Peter Beuth.

Ein Filmteam der hessischen Polizei hat die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des im Hessischen Innenministerium angesiedelten HKE und seine Partner bei den Informationsveranstaltungen in den HEAE begleitet und befragt. Neben muttersprachlichen Polizeibeamtinnen und -beamten informierten in den HEAE auch Migrationsbeauftragte der Polizei, Expertinnen und Experten für politische Bildung sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der zivilgesellschaftlichen „Beratungsstelle Hessen – Religiöse Toleranz statt Extremismus“ über die Gefahren des Salafismus, über die Rolle der Polizei im Allgemeinen sowie über wesentliche Grundwerte unserer demokratischen Gesellschaft. Der Film enthält Interviews, Redebeiträge sowie Aufnahmen aus den Informationsveranstaltungen in den Erstaufnahmeeinrichtungen und gibt die folgenden Inhalte anschaulich wieder:

  • Um bei den Schutzsuchenden für Vertrauen in die Polizei zu werben, sind in dem Film hessische Polizeibeamte zu sehen, die von ihrer eigenen Migrations- und Flüchtlingserfahrung berichten. Dabei schildern sie nicht nur ihre damaligen Erlebnisse auf dem Weg nach Deutschland, sondern auch wie wichtig es war, die deutsche Sprache zu erlernen und Bildungsangebote anzunehmen. Beides hat maßgeblich zu ihrer Integration in die Gesellschaft beigetragen und ihren beruflichen Werdegang bei der hessischen Polizei ermöglicht. Ferner werden die Rolle und die Aufgaben der Polizei in Deutschland erläutert und die wesentlichen Unterschiede zur oftmals restriktiven (Militär-)Polizei der Flüchtlingsherkunftsländer herausgestellt.
  • Mitarbeiter der in Frankfurt am Main ansässigen „Beratungsstelle Hessen – Religiöse Toleranz statt Extremismus“ (zivilgesellschaftlicher Träger: Violence Prevention Network, VPN) nehmen Bezug auf ihre bisherigen Erfahrungen in der pädagogischen Arbeit mit Radikalisierten und informieren über bekannt gewordene Rekrutierungsbemühungen von Salafisten.
  • Experten der hessischen Bildungsstätten „Haus am Maiberg“ und „Burg Ludwigstein“ vermitteln wesentliche demokratische Grundwerte und erörtern die Themen Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, Menschenwürde sowie Gleichstellung von Mann und Frau anhand von praktischen Beispielen.

Diese Inhalte wurden bei den Informationsveranstaltungen für Flüchtlinge vermittelt, die 2015 und 2016 in den HEAE durchgeführt wurden. In 27 Informationsveranstaltungen wurden etwa 4.100 Flüchtlinge über die Rolle der Polizei und über wesentliche Grundwerte der demokratischen Gesellschaft informiert. Darüber hinaus hat das Landesamt für Verfassungsschutz im Rahmen der durch das HKE koordinierten Maßnahmen seit Januar 2016 rund 30 Multiplikatoren-Schulungen in den Erstaufnahmeeinrichtungen durchgeführt. Dabei wurden über 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der HEAE insbesondere dafür sensibilisiert, dass Flüchtlinge im Fokus von Extremisten stehen. „Mittlerweile sind die meisten Flüchtlinge aus den HEAE in kommunaler Betreuung. Um weiterhin die flächendeckende Vermittlung der Kernbotschaften an möglichst viele Flüchtlinge gewährleisten zu können, informieren wir alle kommunal Verantwortlichen in den hessischen Regierungspräsidien, Landkreisen, Städten und Gemeinden über den Film und statten sie mit Medienpaketen aus. Der Film kann in den Kommunen zum Anlass genommen werden, die vermittelten Inhalte durch das Fachpersonal der Kommunen weiter zu vertiefen. Wir dürfen in unseren Anstrengungen für Sicherheit und Integration nicht nachlassen“, sagte Innenminister Peter Beuth. 

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