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Prävention

Minister eröffnet Kasseler Zweigstelle der „Beratungsstelle Hessen“

Thema: 
Bürger & Staat
20.09.2017Hessisches Ministerium des Innern und für Sport

Innenminister Peter Beuth: „Präventionsnetzwerk gegen Salafismus rettet Leben“

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Das Bild zeigt den Ausblick auf Kassel und Umland vom Bergpark Wilhelmshöhe.
Ausblick auf Kassel und Umland vom Bergpark Wilhelmshöhe.
© Staatskanzlei

Hessens Innenminister Peter Beuth hat heute offiziell das nordhessische Büro der „Beratungsstelle Hessen“ in Kassel eröffnet. „Die Beratungsstelle Hessen hat nun auch in Nordhessen eine feste Adresse für ihre Präventionsarbeit gegen salafistische Radikalisierung. Bereits seit April 2016 ist sie mit einem eigenen Team in Kassel vertreten. Dieses Engagement bauen wir nun aus und bieten Hilfesuchenden auch in Nordhessen eine Anlaufstelle“, sagte Innenminister Peter Beuth. Trägerverein ist das Violence Prevention Netzwerk (VPN) unter der bundesweiten Leitung von Thomas Mücke.

Beratung und Begleitung von Radikalisierten, Gefährdeten und Angehörigen

Aktuell arbeitet die Beratungsstelle Hessen mit rund 130 Radikalisierten beziehungsweise Gefährdeten, darunter befinden sich auch sechs sogenannte Syrien-Rückkehrer. Mehr als 140 Angehörige, deren Kinder oder Freunde gefährdet sind, werden unterstützend beraten und begleitet. Mehr als 170 Workshops wurden an hessischen Schulen durchgeführt. In mehr als 130 Institutionen, wie beispielsweise Schulen, haben Beratungsgespräche stattgefunden.

„Jede dieser Zahlen kann dafür stehen, dass sich eine Person weniger radikalisiert oder ein Betroffener aus den Fängen der Extremisten gerettet wird. Die Leistungen der Beratungsstelle und des gesamten Hessischen Präventionsnetzwerks gegen Salafismus können wir daher gar nicht genug loben. Diese Präventionsarbeit rettet Leben. Sie hilft verirrten Radikalisierten und verzweifelten Angehörigen zurück ins Leben und sie ist eines unserer wichtigsten Standbeine im Kampf gegen den Salafismus“, betonte Innenminister Peter Beuth.

Finanzielle Unterstützung seit 2015 verdreifacht

Die Hessische Landesregierung fördert die Beratungsstelle seit 2016 jährlich mit rund 1,2 Millionen Euro. Damit wurden die Mittel von etwa 470.000 Euro, mit denen die Beratungsstelle noch im Jahr 2015 gefördert wurde, nahezu verdreifacht. Mit dieser Aufstockung konnte die Beratungsstelle personell gestärkt werden, um auch in Nordhessen eine Außenstelle einzurichten. „Diesen Schritt sind wir bewusst gegangen, um den auch im Raum Kassel und Umgebung bestehenden Beratungsbedarf effizient erfüllen zu können“, betonte der Innenminister.

Die im Haushaltsjahr 2017 bereits zur Verfügung gestellten Mittel zur Intensivierung der Extremismus-Bekämpfung werden mit dem Doppelhaushalt 2018/2019 noch einmal um eine halbe Million Euro gesteigert, sodass alleine aus Landesmitteln mehr als 4,6 Millionen Euro jährlich für den Bereich Extremismusbekämpfung zur Verfügung stehen. Das im Innenministerium angesiedelte Hessische Informations- und Kompetenzzentrum gegen Extremismus (HKE) ist hierbei Ansprechpartner für alle Förderungen und das phämomenübergreifend. Im HKE werden landesweite Initiativen der Prävention und Intervention gegen verfassungsfeindliche Bestrebungen aus den Bereichen des Rechts-, des Links- und des islamistischen Extremismus zentral erfasst, koordiniert und optimiert.

Hintergrund zum Hessischen Präventionsnetzwerk gegen Salafismus

Bereits im Sommer 2014 wurde das Hessische Präventionsnetzwerk gegen Salafismus ins Leben gerufen. Hessen hat damals als erstes Bundesland eine landesweit zuständige Stelle geschaffen, bei der sowohl die Arbeit mit islamistisch Radikalisierten und ihrem sozialen Umfeld als auch die Ausstiegsbegleitung zum Aufgabenspektrum gehören. In diesem Themenfeld nimmt Hessen seither eine bundesweite Vorreiterrolle ein. Im Jahr 2016 wurde das hessische Engagement gegen Salafismus von einer unabhängigen Expertenjury gewürdigt, welche die Beratungsstelle aus 1.000 Projekten ausgewählt und mit dem Prädikat „Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen“ versehen hat.

Zur Bekämpfung des islamistischen Extremismus wurde 2014 das Hessische Präventionsnetzwerk gegen Salafismus eingerichtet. Im Mittelpunkt des Netzwerkes steht die „Beratungsstelle Hessen – Religiöse Toleranz statt Extremismus“, die bei dem zivilgesellschaftlichen Träger Violence Prevention Network (VPN) angebunden wurde. Hessen hat damit eine Vorreiterrolle eingenommen und als erstes Bundesland eine landesweit zuständige Stelle geschaffen, bei der sowohl die Beratung von islamistisch Radikalisierten als auch die Ausstiegsbegleitung im Zentrum der Arbeit stehen. Die bisherige Arbeit der Beratungsstelle hat gezeigt, dass ein sehr großer Beratungs- und Unterstützungsbedarf bei betroffenen Eltern, Jugendlichen und gesellschaftlichen Institutionen vorhanden ist. Das Landesamt für Verfassungsschutz Hessen weist für die salafistische Szene in Hessen aktuell ein Potential von 1.650 Personen aus.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
Michael Schaich
Hessisches Ministerium des Innern und für Sport
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