Hessisches Ministerium des Innern und für Sport
Speziell für den Bereich Cybersicherheit

Forschungsförderung

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Zwei Wissenschaftler
© kasto / Fotolia.com

„Runder Tisch Cybersicherheit Hessen“ und anwendungsorientierte Forschungsförderung Cybersicherheit

Die hohe Geschwindigkeit bei der Weiterentwicklung und Verbreitung digitaler Technologien erfordert innovative Sicherheitsmaßnahmen. Politik und Verwaltung nehmen sich der Herausforderungen dieser digitalen Welt an müssen dabei den Wandel von der analogen zur digitalen Gesellschaft gestalten und steuern. Die Hessische Landesregierung verfolgt beim Thema Schutz in der virtuellen Welt mit der Agenda ‚Cybersicherheit @ Hessen‘ einen ganzheitlichen Ansatz. Eine Säule dabei ist die Förderung der Cybersicherheitsforschung durch das Hessische Ministerium des Innern und für Sport.

Über den Runden Tisch Cybersicherheit @ Hessen werden im Dialog zwischen den zuständigen Ministerien und Forschungseinrichtungen in Darmstadt Forschungsthemen aus Sicht des eGovernments platziert, sollen Forschung und Anforderungen aus praktischer Sicht zusammengeführt werden.

Konstituierung des Runden Tisches Cybersicherheit @ Hessen

Die konstituierende Sitzung des Runden Tisches fand im Rahmen des ersten Cybersicherheitsgipfel Hessen am 26. Februar 2016 in Frankfurt statt. Es nahmen teil das Hessische Ministerium des Innern und für Sport und das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst sowie TU Darmstadt, Hochschule Darmstadt und die beiden Fraunhofer Institute für Sichere Informationstechnologie (SIT) und für Graphische Datenverarbeitung (IGD) in Darmstadt.

Aktuelle Forschungsprojekte

Daraus entwickelte sich das 1. Forschungscluster. Mit Fördermitteln des Innenministeriums werden unter Konsortialleitung des Fraunhofer SIT im Rahmen des Verbundantrags „Gestaltung ausbalancierter Schutzinteressen für die digitale Verwaltung“ sechs Teilprojekte umgesetzt:

  • Schutz vor Informationsabflüssen (mit den beiden Schwerpunkten „Schutz vor unerwünschtem Verbreiten sensibler Dokumente“ und „Zukunftssichere zentrale Softwareverteilung über Netzwerkgrenzen“)

  • Sexting-Warnung

  • Biometrie & Visuelle Analyse

  • Sichere E-Mail

  • Authentifikation E-Government

  • Awareness IT-Sicherheit & Privatsphäre

Die Projekte sind im Herbst 2016 gestartet und haben teils Laufzeiten zwei Jahren.

Begleitung der Forschungsförderung Cybersicherheit

Auf Arbeitsebene des Runden Tisches Cybersicherheit @ Hessen sind alle hessischen Ministerien beteiligt. Dort werden neue Themenschwerpunkte eingebracht sowie die vereinbarten Themen begleitet. Die Förderempfänger berichten über den Fortgang ihrer Forschungsvorhaben im Rahmen von internen Begleitkonferenzen. Die erste Konferenz hat am 8. Februar 2017 stattgefunden. Zudem wurden Zwischenergebnisse auf dem Messestand „Digitales Hessen“ auf der CeBIT 2017 sowie dem zweiten Cybersicherheitsgipfel Hessen am 20. Juni 2017 präsentiert.

Vielfältiges Einsatzpotenzial der Forschungsergebnisse

Die Forschungsergebnisse können - je nach Teilprojekt - in unterschiedlichen Zusammenhängen Anwendung finden und Wirkung zeigen.

So sollen sie etwa als Input für konkrete Umsetzungen im „Programm zur Optimierung der IT-Sicherheit in der Verwaltung“ dienen. Ziel des Programms ist es, das Sicherheitsniveau der elektronischen Datenverarbeitung in der Hessischen Landesverwaltung weiter anzuheben. Ein Teilprojekt geht der Frage nach, wie eine einfache, sichere Identifikation zur Nutzung von Online-Verwaltungsleistungen von unterwegs erreicht werden kann.

Manche Ergebnisse fließen eher in einen unternehmerischen Kontext ein, etwa indem sie zu einer Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit von Verschlüsselungsverfahren, insbesondere für kleine Unternehmen, beitragen oder den Einsatz biometrischer Verfahren zur Benutzerauthentisierung betrachten. Die Analyse der Bedrohungslage und die Erforschung von Ansätzen und Technologien zur Bekämpfung unerwünschter Informationsabflüsse und damit zum Schutz der Vertraulichkeit für interne Daten und Dokumente in elektronischer Form kommen sowohl Unternehmen als auch Behörden zugute. Die Betrachtung der Awareness für IT-Sicherheit und Privatsphäre nimmt aus einer interdisziplinären Perspektive Einstellungen von Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen in den Fokus. Über eine Risikoklassifizierung sollen Handlungsempfehlungen abgeleitet werden.

Forschungsergebnisse werden beispielsweise als Studien veröffentlicht.  

Ausblick auf weitere Forschungsprojekte

Auf der Begleitkonferenz hat Innenminister Peter Beuth die Intensivierung der Förderung der Cybersicherheitsforschung angekündigt. Dem folgend wird momentan bis voraussichtlich Ende Sommer 2017 ein zweites Forschungspaket geschnürt, das mit Fördermitteln umgesetzt werden soll. Wieder sind es praktische Erfahrung, aus denen das Erkenntnisinteressse rührt. So soll der „Brückenschlag zwischen Verwaltung, Wissenschaft und Forschung“ weiter gefestigt werden. Denn Sicherheit in vernetzen Systemen funktioniert nur, wenn alle Beteiligten für Sicherheit sorgen. Dafür werden im Interesse aller weitere Grundlagen geschaffen.