Hessisches Ministerium des Innern und für Sport
Katastrophenschutz

Konzepte

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Hilfsorganisationen im Katastrophenschutz
Hilfsorganisationen im Katastrophenschutz
© HMdIS

Feuerwehren, Hilfsorganisationen und das THW arbeiten über die Organisationsgrenzen hinweg zusammen und verfolgen engagiert das eine Ziel: Menschen in Not kompetent und schnell Hilfe zu leisten. In Hessen sind rund 23.000 Ehrenamtliche in mehr als 680 Einheiten sowie über 3.300 Einsatzkräfte des THW aktiv.

Das Land hat erheblich in den Katastrophenschutz investiert, der nunmehr über die funktionalste und modernste Ausstattung seiner Geschichte verfügt. So haben wir im Rahmen der Ausstattungsoffensive über 30 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um die Helferinnen und Helfer bestmöglich auszurüsten. Das Land verfügt heute über einen hoch leistungsfähigen flächendeckenden Katastrophenschutz.

Künftig wird ein Schwerpunkt sein, bestehende Ressourcen an neuralgischen Punkten gezielt zu verstärken. Nur so können wir die sich wandelnden Herausforderungen meistern, die etwa im Zusammenhang mit dem Klimawandel oder dem immer wichtiger werdenden Schutz Kritischer Infrastrukturen entstehen. Die Erfahrungen im Münsterland im Jahr 2005, aber auch die Ereignisse in New York, Frankfurt am Main und München haben gezeigt, wie anfällig moderne Gesellschaften im Falle eines flächendeckenden, länger andauernden Stromausfalls sind.

Zum Schutz Kritischer Infrastrukturen bei einem langandauernden großflächigen Stromausfalls hat das Land im Jahr 2012 insgesamt 27 Notstrom-Großaggregate beschafft und flächendeckend stationiert. Mit ihnen können wichtige Einrichtungen, wie beispielsweise ein Krankenhaus, ein Dialysezentrum, ein Lebensmittelmarkt oder eine Großtankstelle, im Bedarfsfall mit Strom versorgt werden. Weitere 52 Notstrom-Aggregate mittlerer Größe befinden sich derzeit in der Beschaffung.

Das HMdIS hat in Zusammenarbeit mit Fachleuten der Katastrophenschutzbehörden, Feuerwehren und Energieversorger eine Rahmenempfehlung für die unteren Katastrophenschutzbehörden erstellt. Diese sollen damit bereits im Vorfeld erforderliche Vorkehrungen treffen können, um die Folgen eines solchen Stromausfalls für die Bürgerinnen und Bürger so gering wie möglich zu halten.

Aber auch die „klassischen“ Einsatzbereiche des Katastrophenschutzes werden immer wieder auf den Prüfstand gestellt und die vorhandenen Ressourcen angepasst. Das Land hat den Hochwasserschutz flächendeckend verstärkt und 26 Gerätewagen Logistik beschafft, die unter anderem mit Hochleistungspumpen und umfangreichem Schlauchmaterial ausgerüstet sind. Mit ihnen wird das Land Hessen noch besser auf die möglichen Folgen klimatischer Veränderungen gerüstet sein.

Als eine Konsequenz aus der Reaktorkatastrophe von Fukushima bereiten wir derzeit eine Verstärkung der Dekontaminationskapazitäten in den GABC-Einheiten des Landes vor. Die sieben Abrollbehälter Dekontamination können wertvolle Dienste bei der schnellen Dekontamination von Bürgerinnen und Bürgern sowie von Einsatzkräften leisten, beispielsweise bei einem Chemieunfall oder einem Verkehrsunfall mit Gefahrgut.

Wir werden auch künftig das Mögliche unternehmen, um die –auch im Ländervergleich – beispielhafte Position des Hessischen Katastrophenschutzes weiter zu stärken. Unser Ziel bleibt es, die Voraussetzungen zu schaffen, damit die Bürgerinnen und Bürger weiterhin zu Recht darauf vertrauen können, dass ihnen im Katastrophenfall der bestmögliche Schutz zu Teil wird.