Hessisches Ministerium des Innern und für Sport
Bohrsches Atommodell
Nuklearer Katastrophenschutz
An dieser Stelle werden häufig gestellte Fragen im Zusammenhang mit den Folgen möglicher Zwischenfällen in kerntechnischen Anlagen beantwortet.
Häufig gestellte Fragen
Welche Katastrophenschutzplanung tritt bei einem Zwischenfall im KKW Biblis in Kraft?
Im Falle eines Zwischenfalles im Kernkraftwerk Biblis tritt der Katastrophenabwehrplan des Landkreises Bergstraße in Heppenheim als federführende untere Katastrophenschutzbehörde in Kraft. Bei dem Plan handelt es sich um die Umsetzung der Rahmenrichtlinien.
Welche Aufgaben haben die örtlichen Katastrophenschutzeinheiten?
Die Katastrophenschutzeinheiten erhalten ihre Einsatzbefehle von der unteren KatS-Behörde des Landkreises Bergstraße, die die Katastrophenschutzleitung (KatSL) inne hat und die federführende Behörde ist. Die zu treffenden Maßnahmen hängen im Einzelnen von Art und Umfang des Zwischenfalles ab.
Wie werden die Maßnahmen festgelegt und welche Kräfte stehen im KatS-Fall zur Verfügung?
Zur Lagebeurteilung nach der Freisetzung radioaktiver Stoffe werden zunächst Messungen nach festgelegten Programmen in der Umgebung des KKW durchgeführt um die tatsächliche radiologische Lage zu ermitteln.
Bis zu welchem Umkreis reichen Evakuierungspläne für den Fall eines nuklearen Unglücks in Biblis?
Der Eingreifrichtwert für die Evakuierung von Personen beträgt gemäß der Rahmenempfehlung 100 mSv Ganzkörperdosis.
Wo lagern Iodtabletten? Auf welchem Wege und wie schnell sollen sie im Notfall verteilt werden?
Da in der Zentralzone mit einem Radius von 1,5 km um das KKW keine Menschen wohnen, besteht hier keine Notwendigkeit für die Verteilung von Iodtabletten.
Wer sollte Iodtabletten nehmen?
Die Maßnahme der Iod-Blockade der Schilddrüse wird bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sowie Schwangeren ab einer Schilddrüsendosis von 50 mSv und 250 mSv bei Personen von 18 bis 45 Jahren empfohlen, dies sind die sogenannten Eingreifrichtwerte.
Wer wird betroffen sein?
Je nach Zugrichtung einer radioaktiven Wolke und in Abhängigkeit der freigesetzten Menge an Radioaktivität aus dem Reaktor können diese Eingreifrichtwerte an ganz unterschiedlichen Stellen erreicht werden.
Stimmt es, dass Menschen so verstrahlt sein könnten, dass sie eine Gefahr für die Bewohner anderer Regionen sein könnten?
Bei der Einwirkung von Radioaktivität auf den Menschen wird grundlegend in Kontamination, Inkorporation und äußere Bestrahlung unterschieden.
Was wird in einer Notfallstation gemacht?
Die Notfallstation ist eine Einrichtung zur medizinischen Sichtung und Erstversorgung von Personen, die von einem Kraftwerksunfall direkt betroffen sind, d.h. dass sie sich während oder nach Durchzug der radioaktiven Wolke, in dem betroffenen Gebiet aufgehalten haben.
Welche Schlüsse sind aus der Reaktorkatastrophe in Fukushima für den Katastrophenschutz in Hessen zu ziehen?
Die Analyse des Unfalles durch die originär zuständigen Stellen ist derzeit noch im Gange. Aus dieser müssen im Folgenden ggf. erforderliche Schlüsse für die hiesigen Kernkraftwerke unter Einbeziehung der einschlägigen Sicherheitstechnik geprüft werden.
Sollte das AKW dauerhaft abgeschaltet werden: Ist eine neue Bewertung für den Katastrophenschutz notwendig?
Aufgrund der Tatsache, dass die Brennelemente, Aktivierungsprodukte und sonstigen radioaktiven Stoffe mit der Abschaltung des Kraftwerkes nicht sofort abgeklungen wären, ist die Vorhaltung eines wirksamen nuklearen Katastrophenschutzes auch weiterhin erforderlich.