Katastrophenschutz

Nuklearer Katastrophenschutz

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Bohrsches Atommodell
© HMdIS

FAQ zum nuklearen Katastrophenschutz in Hessen

An dieser Stelle werden häufig gestellte Fragen im Zusammenhang mit den Folgen möglicher Zwischenfällen in kerntechnischen Anlagen, speziell dem Kernkraftwerk Biblis und den Maßnahmen des Katastrophenschutzes beantwortet.

Bei Zwischenfällen unterhalb der Katastrophenschwelle und bei Maßnahmen im Rahmen der Strahlenschutzvorsorge ist der Bereich Katastrophenschutz (KatS) nicht originär betroffen. Zuständige oberste Behörde nach dem Strahlenschutzvorsorgegesetz (StrVG) ist das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), respektive das Hessische Ministerium für Umweltschutz, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUELV).
Die Einheiten des Brand- und Katastrophenschutzes stehen dem HMUELV im Rahmen der Amtshilfe zur Verfügung, das heißt, sie unterstützen. Das HMUELV wird mit nachgeordneten Behörden und Bundesdienststellen ereignisbezogene Maßnahmen abstimmen und veranlassen, sowie die Allgemeinheit über die Maßnahmen in Kenntnis setzen.

Rechtsgrundlagen der im Folgenden getroffenen Aussagen sind die „Rahmenempfehlungen für den Katastrophenschutz in der Umgebung kerntechnischer Anlagen“ sowie die „Radiologischen Grundlagen für Entscheidungen über Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung bei unfallbedingten Freisetzungen von Radionukliden“ die von der Strahlenschutzkommission (SSK) – zuletzt am 13. Mai 2008 – zustimmend zur Kenntnis und vom Bund herausgegeben (GMBl. 2008, Nr. 62/63, S. 1278) wurde.

Die Dokumente können u. a. auf der Internetseite www.jodblockade.de abgerufen werden.

Aufgrund der drei Verwaltungsebenen im Land Hessen kann ein Katastrophenfall durch den Landrat auf Landkreisebene bzw. Oberbürgermeister der kreisfreien Stadt als untere Katastrophenschutzbehörde, das Regierungspräsidium als obere Katastrophenschutzbehörde und das Innenministerium als oberste Katastrophenschutzbehörde festgestellt werden.
Unterhalb der Katastrophenschwelle können die Einheiten und Einrichtungen des Katastrophenschutzes im Rahmen der täglichen Gefahrenabwehr im Rahmen der Amtshilfe tätig werden.

Im Falle eines Zwischenfalles mit dem Kernkraftwerk Biblis ist die untere KatS-Behörde des Landkreises Bergstraße für die Feststellung des Katastrophenfalles zuständig.

Die folgenden Aufgabenbereiche werden vom Hessischen Katastrophenschutz abgedeckt:

  • Führung,
  • Information und Kommunikation,
  • Brandschutz,
  • Gefahrstoff-ABC,
  • Sanitätswesen,
  • Betreuung,
  • Wasserrettung,
  • Bergung und Instandsetzung.

Zur Erfüllung der Aufgaben hält das Land Hessen eine Reihe von Einheiten und Einrichtungen sowie Ausstattungen, wie z.B. einem großen Fahrzeugbestand und entsprechendem Materialpool im Hessischen Katastrophenschutzzentrallager und auf Standortebene sowie Ausbildungseinrichtungen und finanzielle Mittel für den Katastrophenschutz bereit. Das Land Hessen hat den gesamten Katastrophenschutz in einer beispielhaften Ausstattungsoffensive mit modernsten Einsatzmitteln umfassend ausgestattet. So werden alleine zum Ende des Jahres 2011 rund 21 Mio. € für die Ausstattung des Katastrophenschutzes in Hessen zusätzlich zur Verfügung gestellt. Damit wird die Fahrzeugausstattung auf über 500 Fahrzeuge nahezu verdoppelt. Der Hessische Katastrophenschutz wird damit über die umfassendste und modernste Ausstattung seiner Geschichte verfügen.

Weitere Informationen zum Katastrophenschutz und zur Ausstattung finden Sie im Katastrophenschutzkonzept des Landes Hessen.
Und im Jahresbericht 2012.

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