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Stimmt es, dass bei einer schweren Katastrophe Menschen so verstrahlt sein könnten, dass sie eine Gefahr für die Bewohner anderer Regionen sein könnten?

Bei der Einwirkung von Radioaktivität auf den Menschen wird grundlegend in Kontamination, Inkorporation und äußere Bestrahlung unterschieden.

  • Kontamination bedeutet die oberflächliche Ablagerung von radioaktiven Partikeln auf Gegenständen, Haut oder Kleidung. Oftmals wird „verstrahlt“ fälschlicherweise mit kontaminiert gleichgesetzt.
  • Inkorporation bedeutet die Aufnahme von Radioaktivität in den Körper, sei es durch Verzehr von belasteten Nahrungsmitteln, Einatmen oder Eindringen von Radionukliden durch die (gesunde oder verletzte) Haut.
  • Unter Bestrahlung versteht man die Aufnahme von Strahlungsenergie im Körper, ohne dass radioaktive Partikel selbst aufgenommen werden.

Direkte Bestrahlung von Personen aus einem Schadengebiet hat keine Auswirkungen auf Personen in den Aufnahmegebieten. Mit dem Verlassen des Strahlenfeldes endet die Dosisaufnahme. Die betroffene Person wird danach nicht selbst zum Strahler.

Inkorporation ist für die Bewohner der anderen Regionen annähernd gefahrlos, da die inkorporierten Radionuklide in erster Linie mit den Fäkalien ausgeschieden werden oder bereits im Körper zerfallen. Die Person, die Radionuklide inkorporiert hat, wird jedoch selbst zum Strahler und kann – bei entsprechend hohen Inkorporationsmengen – weitere Personen in ihrem Umfeld bestrahlen.

Bei der Kontamination gibt es das Risiko der Kontaminationsverschleppung und der Bestrahlung weiterer Personen. Diese können jedoch durch einfache Maßnahmen wie Kleidungswechsel und Waschen oder Duschen auf ein Minimum reduziert werden.

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