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Wo lagern Iodtabletten für den Fall einer nuklearen Bedrohung für die Bevölkerung, auf welchem Wege und wie schnell sollen sie im Notfall verteilt werden?

  • Da in der Zentralzone mit einem Radius von 1,5 km um das KKW keine Menschen wohnen, besteht hier keine Notwendigkeit für die Verteilung von Iodtabletten.
  • Für den Bereich bis 5 km Radius um das KKW erfolgte eine Vorverteilung von Iodtabletten über Apotheken in den Gemeinden Biblis und Groß-Rohrheim.
  • Für den Bereich bis 25 km um das KKW sind Iodtabletten im Katastrophenschutzlager des Kreises Bergstraße eingelagert und werden bei Bedarf ausgegeben.
  • Da hessische Gemeinden auch in den Fernzonen, also bis zu 100 km um die Kraftwerkeanderer Bundesländer liegen, gilt der folgende Abschnitt hessenweit.

Die Iodtabletten für die Bevölkerung in der Fernzone werden in mehreren Lagern des Bundes vorgehalten, die Koordinierung der Verteilung ist vom BMU nach Bund-Länder-Konzept zentral geregelt und erfolgt durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

Diese Tabletten werden vom Bund an die festgelegten Hauptanlieferungsstellen, in Hessen zu Berufsfeuerwehren transportiert bzw. können bei Bedarf von dort abgeholt werden. Von dort werden die Tabletten weiter disponiert zu den Landkreisen und weiter zu den einzelnen Ausgabestellen. Hierfür sind die jeweiligen unteren KatS-Behörden verantwortlich.

Die Ausgabestellen werden durch die Gemeinden organisiert. Dort können die jeweiligen Ausgabemodalitäten erfragt werden.

Wie die jüngsten Ereignisse zeigen, vergehen zwischen dem Ausfall der sicherheitstechnischen Einrichtungen und dem Freiwerden von radioaktiven Stoffen in der Regel mehrere Tage. In einer Übung im Jahr 2010 wurde z.B. ermittelt, dass der Transport von Iodtabletten aus den Lagern zu den Ausgabestellen in einem Zeitraum von unter 6 Stunden gewährleistet ist, so dass hier genügend Zeit zur Verteilung und zur Sicherstellung der Einnahme verbleibt.

Für die Bereiche der Fernzone ist in der Rahmenempfehlung die Verteilung von Iodtabletten aus Bundeszentrallagern nur an Personen unter 18 Jahren und Schwangere vorgesehen und geregelt. Diese Planung beruht auf medizinischen Gründen und ist bei „Wer sollte die Tabletten nehmen“ genauer erklärt.

Eine Ausgabe von Iodtabletten an die gesamte Bevölkerung in diesem Bereich ist danach nicht geboten. Hier ist nicht davon auszugehen, dass eine Schilddrüsendosis von 250 mSv für 18- bis 45-jährige überschritten wird. Sollte solch eine Lage wider Erwarten auftreten, so wären jedoch auch für diese Personengruppe Iodtabletten verfügbar und würden über den gleichen Weg verteilt, wie die Tabletten für Schwangere und unter 18-jährige.

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