Hessisches Ministerium des Innern und für Sport
Sportfelder

Integration und Gewaltprävention

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Sport und Integration
© HMdIS

Integration und Gewaltprävention im und durch Sport

Der Sport bietet Menschen unterschiedlicher Herkunft eine große Chance zur Integration. Der Sport kann und sollte nicht in eine Rolle gedrängt werden, gesellschaftliche Probleme alleine zu lösen. Er stellt aber eine der wichtigsten Plattformen dar, um sprachliche, ethnische und religiöse Trennungen zu überwinden. Dies nicht zuletzt vor dem Hintergrund der im Sport geltenden einheitlichen Regeln und sozialen Normen, die sch weltweit etabliert haben. Sport vermittelt Teamgeist und Fairplay, er hilft, Vorurteile abzubauen und schafft Brücken zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft mit unterschiedlichen Kulturen. Dem Sport, als wertevermittelnde Instanz gelingt es vergleichsweise leicht, Menschen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund zusammen zu bringen. Für das gemeinsame Sporterlebnis spielen Hautfarbe, Religion, Sprache oder Aussehen eine völlig untergeordnete Rolle.

Mit der Einbeziehung des Sports in vielfältige Maßnahmen der Gewaltprävention wurde bzw. wird der zunehmenden Gewaltbereitschaft, dem Rechtsextremismus und der Fremdenfeindlichkeit der Kampf angesagt.
In dieser Situation müssen die Potenziale der über 87.000 Sportvereine in Deutschland mit ihren über neun Millionen Kinder und Jugendlichen noch bewusster genutzt werden. Die sozialen Anstrengungen der Sportvereine für ihre jungen Menschen werden auf Grund der gesellschaftlichen Veränderungen noch zunehmen.

Förderung von Projekten

Die hessische Landesregierung fördert eine Vielzahl von Projekten, damit der Integrations- bzw. Gewaltpräventionsgedanke vor Ort stärker greift. Sie initiiert Projekte, häufig als Pilotprojekte, unterstützt begonnene Aktivitäten im Sinne von Best-Practice-Beispielen oder regt die Auflage neuer Programme an.

  • Mit dem geförderten Projekt „START“ wird erreicht, dass ausgebildete Übungsleiterinnen mit Migrationshintergrund als Multiplikatoren in die Vereine gehen.
  • Es werden Initiativen im Sport gefördert, mit denen die Ausbildung, Weiterbildung und Fortbildung für Menschen mit Migrationshintergrund (Vereinsmanager, Übungsleiter) vor allem im Jugendbereich verstärkt wird.  Aus- und Weiterbildung sollen dazu genutzt werden, die überfachlichen Kompetenzen Jugendlicher zu stärken, um diese wirksamer dem Arbeitsmarkt zuzuführen. Sie sollen dabei aber auch für den Sport qualifiziert werden. Das bundesweite Modellprojekt „Fußball ist das Tor zum Lernen“ ist eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme, die sich an Personen zwischen 18 und 25 Jahren an verschiedenen Standorten in Hessen richtet. Es wird von der Bundesagentur für Arbeit, dem DFB und dem Land Hessen getragen.
  • Das Ehrenamt wird durch die Bereitstellung hauptamtlicher Ressourcen unterstützt. Dabei werden Menschen mit Migrationshintergrund gezielt einbezogen. Dies gilt für das Programm „Erfahrung hat Zukunft“ mit dem Arbeitslose über 50 Jahre zunächst für einen Zeitraum von zwei Jahren als „Leitungsassistentin/Leitungsassistent Sport“ eingestellt werden. Insbesondere Vereine, Sportkreise und Sportfachverbände profitieren von dieser Maßnahme.
  • Im Rahmen der Förderung des Freiwilligen Sozialen Jahres wird die Einstellung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund gezielt über die Sportjugend Hessen gefördert.
  • Die Erfahrung mit den Fußball-Fan-Projekten auf der Ebene der Bundesligen/Regionalligen soll genutzt werden, um Erkenntnisse auch für den Amateurfußball nutzbar zu machen. In diesem Sinne soll die Koordination zwischen den Fan-Projekten und der Erkenntnistransfer praktisch umgesetzt werden. In Frankfurt, Offenbach und Darmstadt sind Fan-Projekte eingerichtet, in Kassel und Wehen-Wiesbaden ist deren Einrichtung geplant.
  • Im Bereich der Polizei werden ebenfalls Mittel für Präventionsmaßnahmen zur Verfügung gestellt. Inhaltliche und finanzielle Verknüpfungen mit dem Sport werden vorgenommen.

Die hessische Landesregierung ist bei der Planung und Durchführung der genannten Maßnahmen auf Partner im organisierten Sport und darüber hinaus angewiesen.
Jährlich werden erhebliche Mittel gezielt und zweckgebunden dafür zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus werden im Rahmen der allgemeinen Sportförderung – insbesondere im Bereich Förderung des Breitensports – mittelbar Integrations- und Gewaltpräventionsmaßnahmen in den Vereinen unterstützt.

Erfolgreiche Projekte zur Gewaltprävention in Hessen

Neben den aufgezeigten Maßnahmen mit Beteiligung der Landesregierung gibt es in Hessen zahlreiche Initiativen, die sich mit der Gewaltprävention beschäftigen und die auch den Sport berühren. Stellvertretend sind hier das Netzwerk gegen Gewalt (u.a. PIT –Prävention im Team), der Verein „Schule machen ohne Gewalt (SMOG) e.V.“ mit dem Projekt SMOG oder AGGAS genannt.

Das Konzept SMOG , dessen Schirmherr der hessische Weltmeister Rudi Völler ist, wurde für seine vorbildlichen, gewaltpräventiven Maßnahmen in Schulen und Kindergärten bereits mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt im Jahr 2007 durch den Bundespräsidenten im Rahmen der Initiative „Deutschland-Land der Ideen“. SMOG hat ein einzigartiges, mittlerweile erprobtes und sich als erfolgreich erwiesenes Gesamtkonzept zur Gewalt- und Suchtprävention geschaffen. Das Konzept wurde permanent weiterentwickelt und besteht aus einem System von aufeinander abgestimmten Bausteinen in einer Netzwerkarbeit, die Kinder, Jugendliche, Eltern, Erzieher und Lehrer erreicht.

Über weitere Projekte, wie "Balance Hessen" oder "Fußball ist das Tor zum Leben", hinaus, arbeitet die Sportabteilung des Hessischen Ministerium des Innern und für Sport im Bereich der Gewaltprävention eng mit den Landespolizeipräsidien und den Polizeipräsidenten zusammen und stimmt gemeinsame Projekte ab.

Nachwuchsspieler der E-Jugend des FV Biebrich 02.
  • Nachwuchsspieler der E-Jugend des FV Biebrich 02.
  • Nachwuchsspieler der E-Jugend des FV Biebrich 02 .
  • Nachwuchsspieler und Trainer der E-Jugend des FV Biebrich 02.
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