Hessische Patenschaften zu Vertriebenenverbänden

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Handschlag
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Ausdruck der gelebten Solidarität mit den Flüchtlingen und Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten sind die seit Jahrzehnten gepflegten Patenschaften der Bundesländer zu einzelnen Vertriebenenverbänden und Landsmannschaften.

Das Bundesland Hessen unterhält drei Patenschaftsbeziehungen.

Im Jahr 1985 hat Hessen die Patenschaft über die Wolgadeutschen formlos übernommen, da viele der Auswanderer ins Wolgagebiet aus Hessen stammten. Mit Urkunde vom 12. Juni 1999 wurde diese Patenschaft vom damaligen Ministerpräsidenten Roland Koch offiziell bestätigt. Das hessische Städtchen Büdingen hat im 18. Jahrhundert, vor rund 250 Jahren, bei der Auswanderung in das Wolgagebiet des Russischen Reiches eine zentrale Rolle gespielt. So gab es seinerzeit ein Anwerbebüro und einen Sammelplatz für Auswanderer in Büdingen.

Im April 1990 übernahm das Land Hessen unter Ministerpräsident Walter Wallmann die Patenschaften über die Landsmannschaft Weichsel-Warthe und die Deutsch-Baltische Gesellschaft.

Mit dem Leitspruch „Brücke der Verständigung“ stellt die Landsmannschaft Weichsel-Warthe die deutsch-polnische Verständigung in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. In der Landsmannschaft Weichsel-Warthe vereinen sich die Heimatvertriebenen aus dem Posener Land, dem Lodzer Industriegebiet, dem ehemaligen Weichselland, dem Gebiet zwischen Weichsel und Warthe, aus Galizien und auch Wolhynien.

Die „Deutsch-Baltische Landsmannschaft im Bundesgebiet e.V.“, Vorgängerin der Deutsch-Baltischen Gesellschaft, wurde am 4./5. November 1950 im nordhessischen Treysa gegründet und bis heute findet sich der Sitz der Deutsch-Baltischen Gesellschaft in Hessen. Das Zentrum der Deutsch-Baltischen Gesellschaft ist das Deutsch-Baltenhaus in Darmstadt, eine Jugendstil-Villa, die verschiedene Sammlungen und Archive beherbergt. Auch die  Deutsch-Baltische Gesellschaft sieht sich als Brückenbauer ins Baltikum und unterhält rege Beziehungen nach Estland, Lettland und Litauen.

Patenschaften zu Vertriebenen-Verbänden bieten die Möglichkeit eines verantwortungsvollen Umgangs mit der Geschichte und helfen, die ostdeutschen Traditionen zu pflegen, zu erhalten und weiterzuentwickeln. Die Patenschafts-Organisationen werden jährlich angemessen finanziell unterstützt.

Die Verpflichtung, die Hessen durch die Übernahme der Patenschaften für die Verbände eingegangen ist, kommt sehr plastisch im Text der Patenschaftsurkunden zum Ausdruck. Hessen bekundet darin seine Verbundenheit mit den Deutschen aus den ehemaligen Siedlungsgebieten. Der Wille der Landesregierung, die Arbeit der Verbände besonders zu unterstützen und ihr kulturelles Erbe zu wahren, wird darin festgeschrieben.

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