Landespreis

Hessischer Preis „Flucht, Vertreibung, Eingliederung“

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Hessenfahne
© Argus / Fotolia

Aus Anlass des 60. Jahrestages der Verkündung der „Charta der deutschen Heimatvertriebenen" am 5. August 1950 beschloss die Hessische Landesregierung erstmals im Jahr 2011 den Hessischen Preis "Flucht, Vertreibung, Eingliederung" auszuschreiben.

Fast ein Drittel aller in Hessen lebenden Bürgerinnen und Bürger hat entweder Flucht und Vertreibung selbst erlebt, ist durch das Schicksal der nächsten Angehörigen betroffen oder lebt als Spätaussiedler hier. Diese große gesellschaftliche Gruppierung hat das kulturelle, wirtschaftliche und soziale Leben in Hessen bereichert und beteiligt sich an der kulturellen Weiterentwicklung in Europa. Damit dies nicht aus dem Blickfeld gerät, sollen hervorragende kulturelle, literarische oder wissenschaftliche Leistungen in dem genannten thematischen Zusammenhang gewürdigt werden.

Diese Würdigung soll im Geiste der bereits kurz nach Kriegsende unterzeichneten „Charta der deutschen Heimatvertriebenen“ die darin erklärte Absage an Rache und Vergeltung hervorheben und den Willen der Heimatvertriebenen betonen, am Aufbau Deutschlands und Europas im Geiste der Versöhnung mitzuwirken.

Durch den Preis sollen besonders auch junge Menschen angesprochen und ermuntert werden, sich mit der Geschichte Deutschlands und der Siedlungsgebiete der Deutschen im östlichen Europa zu beschäftigen.

Der Preis ist mit 7.500 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre verliehen. 

Bisherige Preisträger und Preisträgerinnen:

5. Vergabe Landespreis 2019

Thema: „Zukunft braucht Erinnerung“  

Preisträger:

  • Heimat- und Geschichtsverein Igstadt e.V., Buchprojekt: „Als der Krieg zu Ende war“ - Igstadt nach 1945 - Chancen und Schwierigkeiten eines Neubeginns            
  • Schauspieler Alexander Bräutigam und Robin Middeke, Kassel, Theaterstück: „Die Sudetenvertreibung“
  • Theatergruppe des Vereins Königstädter Hofkonzerte, Rüsselsheim, Theaterstück: „Die Kartoffelkäfer“

Preisgeld jeweils 2.500 Euro

 

4. Vergabe Landespreis 2017

Thema: „Kirche in der Heimat – Kirche als Heimat der Vertriebenen und Deportierten“

Preisträger:

  • Patrick Strosche, Gernsheim, Diplomarbeit: „'Wohin soll ich mich wenden?' – Das Ringen um die Aufnahme ostdeutscher Kirchenlieder in das Gesangbuch des Bistums Mainz“; Preisgeld: 4.500 Euro 
  • Marlene und Horst W. Gömpel, Schwalmstadt, Buch: „…angekommen! Vertrieben aus dem Sudetenland, aufgenommen in Nordhessen, vereint in der Europäischen Union“; Preisgeld 3.000 Euro

 

3. Vergabe Landespreis 2015

Thema: frei

Preisträger:

  • Weilburger Forum, Videodokumentation: „Gegen das Vergessen: Flucht – Vertreibung – Aussöhnung“; Preisgeld: 4.500 Euro
  • Adam-von-Trott-Schule, Sontra, Projekttag: “Geschichte und Integration der Deutschen aus Russland“; Preisgeld: 1.500 Euro
  • Marcel Isinger, Schüler der Adam-von-Trott-Schule, Sontra, Jahresarbeit: „Erzählte Traditionen der Russlanddeutschen“; Preisgeld: 1.500 Euro

 

2. Vergabe Landespreis 2013

Thema: „250. Jahrestag des Einladungsmanifestes der Zarin Katharina II."

Preisträger:

  • Dr. Wendelin Mangold, Königstein im Taunus, für sein schriftstellerisches Werk; Preisgeld: 5.000 Euro
  • Stadt Wetzlar für die „Patenschaft über das ostdeutsche Lied“; Preisgeld: 2.500 Euro

 

1. Vergabe Landespreis 2011

Thema: „60 Jahre Charta der deutschen Heimatvertriebenen“

 Preisträger:

  • Studiendirektor Eckhard Scheld, Dillenburg, für Buch- und Filmdokumentationen und musikalische Projekte mit seinen Schülerinnen und Schülern, Lehrerfortbildungsveranstaltungen im Bereich Geschichte, Politik, Kultur; Preisgeld: 7.500 Euro 
  • Sonderpreis: Eva Bendl, Bargau, Master-Arbeit: „Ich bin ein Südmährer und fertig. Zur regionalen Identitätsbildung der Vertriebenen aus Südmähren in Deutschland“; Preisgeld: 2.000 Euro
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