Hessisches Ministerium des Innern und für Sport
BOS Hessen

Digitalfunk

Der Aufbau des bundesweiten Digitalfunknetzes für die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) ist ein wichtiges Projekt für die innere Sicherheit in Deutschland. Besonders hervorzuheben ist, dass Hessen bezüglich der Finanzierung des Digitalfunks, vor allem auch im nicht-polizeilichen Bereich, große Anstrengungen unternommen hat und im Ländervergleich vorangeht. Das Land Hessen übernimmt sowohl die Kosten für den Aufbau als auch den Betrieb des Digitalfunks in Hessen vollständig. Weiterhin bezuschusst Hessen die Beschaffung der Endgeräte für die Freiwilligen Feuerwehren zusätzlich.

Digitale Funktechnik für alle Kräfte der Gefahrenabwehr

Die deutschlandweite Inbetriebnahme des Funk- und Zugangnetzes des auf dem internationalen TETRA-Standard basierenden BOS-Digitalfunknetzes wird im Wesentlichen bis Ende 2014 abgeschlossen sein. Aufgrund der Topografie werden vereinzelte alpine Gebiete ab dem Jahr 2015 versorgt sein.

Mit der Funktionsfähigkeit des BOS-Digitalfunknetzes verfügen die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) wie Polizei, Feuerwehr, das Technische Hilfswerk und die Rettungsdienste über eine leistungsfähige und hoch verfügbare digitale Kommunikationsinfrastruktur.  Nach der Inbetriebnahme wird es mit rund 500.000 Nutzern das weltweit größte zusammenhängende Digitalfunknetz sein.

Federführend für den Aufbau und den Betrieb des Netzes in der Bundesrepublik Deutschland ist die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS).  

Digitalfunk mit zahlreichen Vorteilen

Mit der Einführung der digitalen Funktechnik sind zahlreiche Vorteile verbunden.

Der abhörsichere Digitalfunk vereint und vereinheitlicht bundesweit die Kommunikation aller BOS. Für die Praxis bedeutet dies, dass eine organisationsübergreifende Kommunikation –auch über die Grenzen der jeweiligen Bundesländer hinweg – möglich sein wird.

Die hohe Verfügbarkeit und die deutlich verbesserten Empfangsqualität ohne störende Hintergrundgeräusche („Rauschen“) sind weitere Vorteile der neuen Funktechnik.  

Neben der Gruppenkommunikation ermöglicht der Digitalfunk BOS auch die Einzelkommunikation. Ähnlich wie bei einem Telefongespräch können zwei Teilnehmer hierbei direkt miteinander kommunizieren, ohne dass weitere Teilnehmer mithören. Die Einsatzleitung kann so gezielt und zuverlässig mit bestimmten Gruppen und einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sprechen und diese direkt koordinieren.

Auch die schmalbandigen Datendienste des Digitalfunk BOS, wie beispielsweise Statusinformationen, GPS-basierte Fahrzeug- und Personenortung oder Kurznachrichten, eröffnen neue Möglichkeiten für die Kommunikation. Diese Eigenschaften machen den Digitalfunk BOS zu einem modernen und leistungsfähigen Arbeitsmittel für den täglichen Einsatz der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben.

Digitalfunk in Hessen

Für viele der Rettungs- und Sicherheitskräfte ist der Digitalfunk BOS als Kommunikationsmittel schon Alltag geworden. Das neue Funknetz ist fast flächendeckend aufgebaut.  Immer mehr Feuerwehren,  Polizeien und Rettungsdienste nutzen den Digitalfunk BOS in ihrem täglichen Einsatz.

Bei vielen Großlagen konnte sich der Digitalfunk BOS bereits bewähren. So etwa bei den Blockupy-Demonstrationen in Frankfurt oder auch bei der zurückliegende Hochwasserkatastrophe im Sommer 2013 im Süden und Osten Deutschlands.

Mit dem Start der Betriebsphase am Jahresanfang 2014, wurde ein wichtiger Meilenstein in Hessen erreicht.  

Aufbau, Aufrechterhaltung und Optimierung eines  Funknetzes, sowie die Beschaffung und der Betrieb einer großen Zahl von Endgeräten müssen organisatorisch umgesetzt werden. Diese Aufgaben wurden bereits in der Vergangenheit für den Analogfunk der BOS durch die Regelorganisationen im Hessischen Ministerium des Innern und für Sport (HMdIS) und im Präsidium für Technik, Logistik und Verwaltung (PTLV) der Hessischen Polizei wahrgenommen. Für den Digitalfunk BOS wurden hierzu eine Koordinierende Stelle (Landeskoordinierungsstelle, LKD) und eine Autorisierte Stelle (Landesbetriebsstelle Digitalfunk, LBD) aufgebaut.

Die LKD nimmt BOS-übergreifend grundsätzliche und strategische Aufgaben sowie Aufgaben in der Zusammenarbeit mit der BDBOS und den Koordinierenden Stellen des Bundes und der anderen Länder (Gremienarbeit) wahr. Sie ist als übergeordnete Stelle mit BOS-übergreifenden Kompetenzen zur strategischen Interessenvertretung Hessens eingerichtet.

Jedes Bundesland und der Bund haben eine Autorisierte Stelle  (AS). Die AS sind wesentliche Bestandteile der Gesamtbetriebsorganisation des Digitalfunk BOS. Sie sind für ihren regionalen und nutzerbezogenen Verantwortungsbereich für alle betrieblichen Themen der zentrale Ansprechpartner. Neben der technischen  Betreuung und des Betriebs des Digitalfunks, sorgen die Mitarbeiter der LBD zurzeit auch für die Instandhaltung und Reparatur der Gleichwellenfunknetze der  Polizei, sowie der  Einheiten der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr.

Synergien dank Einkaufskooperation

Bereits in der Anfangsphase der Digitalfunkeinführung in Hessen entschied man sich für eine umfassende Einkaufskooperation. Alle Bedarfsträger haben sich an der gemeinsame Beschaffung von Endgeräten beteiligt. Durch die gemeinsame Ausschreibung der mehr als 50.000 digitalen Funkgeräte konnten günstige Preise erzielt werden und eine größtmögliche Einheitlichkeit an Geräten erzielt.

Hessen ist zudem das erste Bundesland, das bei der Einführung des Digitalfunks die Alarmierung einbezieht und so insbesondere die Anforderungen und Besonderheiten der Alarmierung ehrenamtlicher Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Hilfsdienste berücksichtigt.