KOMPASS-Schild

KOMPASS ist hessenweites Erfolgsmodell

KOMPASS (KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel) ist ein Angebot des Hessischen Innenministeriums an die Städte und Gemeinden. Ziel des Programms ist es, die Sicherheitsarchitektur in den Kommunen individuell weiterzuentwickeln und passgenaue Lösungen für Probleme vor Ort zu entwickeln. Dabei soll Bestehendes auf den Prüfstand gestellt und eine detaillierte Maßnahmenliste erstellt werden, wie die Sicherheit vor Ort weiter verbessert werden kann. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Prävention. Von grundlegender Bedeutung ist, dass alle Partner, die Aufgaben im Bereich der Sicherheit wahrnehmen, sowie die Bürgerinnen und Bürger an einen Tisch geholt werden.

KOMPASS

Das bundesweit erste Programm startete zunächst in vier Modellkommunen. Dort wurden passgenaue Sicherheitskonzepte durch die beteiligten Sicherheitspartner Kommune, Polizei, Bürger und weitere gesellschaftliche Akteure erarbeitet und gemeinsam umgesetzt. Nach der Pilotphase erfolgte im Mai 2018 die hessenweite Ausflächung.

„Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, dass sich die Bürgerinnen und Bürger in unserem Land so sicher wie möglich fühlen und so sicher wie möglich sind. Die engagierte Beschäftigung so vieler Kommunen mit der eigenen Sicherheitslage vor Ort zeigt, dass diese gute Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen einen echten Mehrwert bietet. Mit der Sicherheitsinitiative gelingt es, dass unsere Städte und Gemeinden Sicherheitsthemen selbstständiger angehen und individuelle Lösungen für Probleme vor Ort entwickeln können. Wir bringen seither Kommunen, Polizei und Bürger sowie weitere gesellschaftliche Akteure an einen Tisch, damit unter Berücksichtigung der lokalen Bedingungen passgenaue Maßnahmen zur Steigerung des Sicherheitsgefühls vor Ort erfolgen können“, sagte Herr Innenminister Roman Poseck.

Durch das Hessische Innenministerium wurden den Polizeipräsidien für KOMPASS jeweils Expertenstellen zugewiesen, um so den Bereich der Prävention weiter zu stärken. Diesen polizeilichen KOMPASS-Beraterinnen und KOMPASS-Beratern kommt eine zentrale Rolle zu. Sie stehen im ständigen Dialog mit den zuständigen kommunalen KOMPASS-Ansprechpartnerinnen und KOMPASS-Ansprechpartnern der jeweiligen KOMPASS-Kommune. Um die jeweils zielführenden Präventionsmaßnahmen auswählen zu können, wird die Bevölkerung der jeweiligen Stadt oder Gemeinde nach ihrem Empfinden zur Kriminalität in ihrer Wohngegend befragt.

Orientiert an einer festgelegten Prozessstruktur, erfolgt die gemeinsame Erstellung einer detaillierten Sicherheitsanalyse für die jeweilige Stadt oder Gemeinde, die Erarbeitung und Abstimmung von passgenauen Maßnahmen bis hin zur Umsetzung des angestrebten Sicherheitskonzepts.

Unterstützt werden die KOMPASS-Beraterinnen und KOMPASS-Berater durch die Zentralstelle urbane Sicherheit (ZuS) beim Hessischen Landeskriminalamt.

Großes Interesse der Kommunen – Dank der Fortentwicklungen

KOMPASS erfreut sich großem kommunalem Interesse. Mittlerweile nehmen mehr als 170 Städte und Gemeinden von 421 hessischen Kommunen an dem Landesprogramm teil.

Die Sicherheitsinitiative wird ständig weiterentwickelt. So haben kleinere Kommunen (in der Regel bis 10.000 Einwohner), die zunächst einmal ihre Sicherheitsbedarfe ausloten möchten, die Möglichkeit als KOMPASSpartner der KOMPASS-Familie beizutreten. Kommunen, die gerne an KOMPASS teilnehmen möchten, dies aber aus unterschiedlichsten Gründen nicht können (z.B. aufgrund der ländlichen Strukturen, fehlender personeller Ressourcen, Größe der Verwaltung, etc.) haben die Möglichkeit, sich mit Nachbarkommunen zu einer gemeinsamen KOMPASSregion zusammenzuschließen, um so von der Initiative zu profitieren. 

Neben der Ausweitung auf weitere Kommunen wurde zur Optimierung und Weiterentwicklung von KOMPASS der neue Baustein KOMPASSbahnhof auf den Weg gebracht.

Im Pilot wurden neben kommunalen Entscheidungsträgern und der jeweils zuständigen hessischen Polizei auch die Deutsche Bahn AG und die Bundespolizei vertraglich zusammengebracht.

Hintergrund waren die Ergebnisse der Bürgerbefragungen zum Sicherheitsempfinden im Rahmen der Sicherheitsinitiative KOMPASS, die regelmäßig gezeigt haben, dass Bahnhöfe und ihr näheres Umfeld von den Bürgerinnen und Bürgern in besonderem Maße als „unsichere Orte“ / „Angsträume“ wahrgenommen werden. Vermüllung und Verwahrlosung, fehlende Beleuchtung und schlechte Einsehbarkeit sowie auffällige – zuweilen auch pöbelnde – Personengruppen oder Vandalismus werden hier regelmäßig genannt.

Mitte 2026 wird die erfolgreiche Politphase von KOMPASSbahnhof beendet. Die behördenübergreifende Kooperation im Rahmen von KOMPASSbahnhof hat sich als grundlegende Voraussetzung für eine nachhaltige Verbesserung der Sicherheit im Bereich aller genannten Bahnhöfe erwiesen. Die hessenweite Ausflächung von KOMPASSbahnhof erfolgt nun sukzessive. KOMPASSbahnhof soll künftig als Modul in die KOMPASS-Prozessstruktur eingebettet werden. Teilnehmende (auch bereits besiegelte) KOMPASS-Kommunen haben somit die Möglichkeit diese als eine herausragende Präventionsmaßnahme umzusetzen.

Für die zweite Jahreshälfte 2026 sind bereits weitere Kooperationen im Sinne von KOMPASSbahnhof in der Planung. Sie werden Gegenstand der Betrachtung der im Verbund agierenden Vertragspartner Kommune, Bundespolizei, Deutsche Bahn und Hessische Polizei, um die dortigen Sicherheitsbedarfe zu erheben und passgenaue Maßnahme zu ergreifen.

Die Kommune wird für ihr Engagement in der kommunalen Präventionsarbeit und damit für ein mehr an Sicherheit und ein höheres Sicherheitsgefühl für ihre Bürgerinnen und Bürger auszeichnet.

Die Auszeichnung findet mit der Verleihung eines KOMPASS-Sicherheitssiegels statt, das bereits mehr als 50 KOMPASS-Kommunen überreicht werden konnte.

Das Präventionsprogramm KOMPASS spielt auch bei dem Sofortprogramm „Innenstadtoffensive gegen Kriminalität‘ eine wichtige Rolle. Wir wollen unsere Innenstädte in Hessen noch sicherer machen und in den kommenden Wochen die Polizeipräsenz verstärken und vermehrt Razzien in Schwerpunkgebieten durchführen. Neben repressiven sollen auch präventive Maßnahmen intensiviert werden. Dazu gehört das Programm KOMPASS, die Schutzfrauen und Schutzmänner vor Ort sowie weitere zielgerichtete Präventionskampagnen“, so der Innenminister Prof. Dr. Poseck bei der Verleihung des KOMPASS-Sicherheitssiegels im Februar 2024 in Bad Vilbel.

KOMPASS steht u. a. auch für mehr Schutzleute vor Ort, Bürgersprechstunden und Beteiligungsmöglichkeiten im Rahmen der Prävention sowie eine Fortführung oder Initiierung von Präventionsräten.

Die wichtigen Erkenntnisse aus Bürgerbefragungen zum Sicherheitsgefühl in der Kommune bestimmen zudem auch die operative Polizeiarbeit mit. So besteht für die Bürgerinnen und Bürger auf digitalem Wege die Möglichkeit auch über das Sicherheitsportal den landesweiten Mängel- und Angstraummelder zu nutzen, um dort erkannte Mängel- und insbesondere Angsträume in ihrer Kommune mitzuteilen. Zusätzlich bietet die Webseite des Sicherheitsportals einen Überblick über die Dachmarke für die Präventionsarbeit der hessischen Polizei „Gemeinsam Sicher in Hessen“ (GSIH) und Informationen zu weiteren Meldemöglichkeiten wie Anlauf- & Beratungsstelle bei Hass und Hetze im Netz, Onlinewache Polizei Hessen und die Warn- und Informations-App hessenWARN.

Hier finden Sie nützliche Informationen zu den weiteren Sicherheitsinitiativen des Landes:

Ansprechpartner

Ansprechpartner ist das Hessische Landeskriminalamt und in den Polizeipräsidien die Leiterinnen und Leiter der Sachgebiete Prävention sowie die jeweiligen KOMPASS-Beraterinnen und -berater:

Frau Winterfeld-Henkel, Frau Dr. Zenk, Herr Wolff, Herr Dormann
Tel.: 0611/83-14208 / -14207 / -14209 / -14200
E-Mail: OE42-KOMPASS.hlka@polizei.hessen.de

Herr Sachs, Herr Stenger, Frau Maxi
Tel.: 069/8098-2400 / -2412 / -2413
E-Mail: kompass.ppsoh@polizei.hessen.de

Frau Held, Frau Stierhof, Frau Barzen
Tel.: 0611/345-1600 / -1628 / -1629
E-Mail: kompass.ppwh@polizei.hessen.de

Frau Knöll, Herr Skrzipek, Frau Lohse
Tel.: 0561/910-1041 / -1034 / -1035
E-Mail: kompass.ppnh@polizei.hessen.de

Frau Bachmann, Herr Trümper
Tel.: 0661/105 2040/ -2049 
E-Mail: kompass.ppoh@polizei.hessen.de

Frau Ruppersberg, Frau Böhm, Frau Adorf-Manczyk, Herr Kadagies
Tel.: 0641/7006-2940 / -2949 / -2945 / -2944
E-Mail: kompass.ppmh@polizei.hessen.deÖffnet sich in einem neuen Fenster

Frau Wileschek, Frau von Hammel, Frau Noll, Herr Heisel
Tel.: 06151/969-40400 -40441/ -40401/ -40443
E-Mail: kompass.ppsh@polizei.hessen.de

Frau Omlor, Frau Günthner, Herr Driebold
Tel.: 069/755-34000 / -34410 / -34411
E-Mail: kompass.ppffm@polizei.hessen.de

Die KOMPASS-Familie

Mit KOMPASS Resilienz (KommunalprogrammSicherheitSiegel Resilienz) geht das Land Hessen einen wichtigen und zukunftsweisenden Schritt: Es unterstützt Kommunen aktiv dabei, ihre Resilienz zu stärken und ihre Krisenfestigkeit nachhaltig auszubauen. Das Programm setzt auf einen strukturierten, praxisnahen Selbsthilfeansatz, der bestehendes kommunales Engagement bündelt, stärkt und weiterentwickelt.

Weiterführende Informationen zu KOMPASS Resilienz finden sich unter: https://innen.hessen.de/sicherheit/kompass-resilienz

Mit KOMPASS Cybersicherheit unterstützt das Land die Kommunen bei ihrer originären Aufgabe, die Informationssicherheit zu erhöhen und ihre IT-Systeme besser vor Cyberangriffen zu schützen.

Weiterführende Informationen zu KOMPASS Cybersicherheit und den Angeboten des „Aktionsprogramms Kommunale Cybersicherheit“ (AKC) finden sich unter: https://hessen3c.de/unsere-leistungen/aktionsprogramm-kommunale-cybersicherheit-akcÖffnet sich in einem neuen Fenster

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