Innenminister Peter Beuth begrüßt Neuhof als KOMPASS-Partner

Hessisches Ministerium des Innern und für Sport

Gemeinde Neuhof wird als erste Kommune in Hessen KOMPASSpartner

Innenminister Peter Beuth: „Sicherheit gemeinsam genauer unter die Lupe nehmen.“

Die Gemeinde Neuhof (Landkreis Fulda) nimmt als erste Kommune in Hessen als KOMPASSpartner an der Sicherheitsinitiative KOMPASS teil. Durch die Teilnahme als KOMPASSpartner wird nunmehr in Neuhof eine Bürgerbefragung durchgeführt, die zunächst Aufschluss über mögliche Sicherheitsbedarfe in der Kommune geben soll.

Die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik belegt, dass Hessen, der Landkreis Fulda und natürlich auch Neuhof sehr sicher sind. Als KOMPASSpartner nehmen die Beteiligten der Gemeinde gemeinsam mit der Polizei die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl jetzt noch etwas genauer unter die Lupe. Dadurch werden sie sich zunächst ein umfassendes Bild der eigenen Sicherheitslage machen und einzelne Maßnahmen selbstständig umsetzen können. In Neuhof wird nunmehr mit Unterstützung der hessischen Polizei ein wichtiger Prozess angestoßen, bei dem sich die Einwohner aktiv einbringen können. Ich bin mir sicher, dass die Teilnahme an unserem Programm als KOMPASSpartner auch hier einen positiven Beitrag für die Sicherheit und das allgemeine Sicherheitsgefühl leisten wird“, so Innenminister Peter Beuth.

Mit KOMPASSpartner bietet die Sicherheitsinitiative des Landes ab sofort speziell auch kleineren Kommunen einen leichten Einstieg in das Sicherheitsprogramm. So können kleinere Kommunen zunächst als KOMPASSpartner von einzelnen KOMPASS-Bausteinen profitieren. Ebenso können sich mehrere kleinere Kommunen ab sofort auch als KOMPASSregion zusammenschließen und so gemeinsam die Vorteile des Sicherheitsprogramms nutzen und sich das kommunale Engagement für mehr Sicherheit aufteilen. In der Gemeinde Neuhof wurden in der Vergangenheit wichtige Maßnahmen für die Sicherheit vor Ort eingeleitet. Bereits seit 2008 ist ein „Schutzmann vor Ort“ (SvO) als fester Ansprechpartner der Bürgerinnen und Bürger im Einsatz. Für Präsenz im Stadtgebiet sorgen aktuell auch dreizusätzliche Helferinnen und Helfer des Freiwilligen Polizeidienstes. Die Gemeinde Neuhof ging 2005 den dazu gehörigen Koordinationsvertrag mit dem Land Hessen ein und hat sich im Dezember 2018 mit vier weiteren Kommunen des Landkreises Fulda zu einem interkommunalen Verbund zusammengeschlossen. Zusätzlich wurde innerhalb der Gemeinde im Juli 2021 eine Sprayerwand eingerichtet. Sie dient der Vermeidung illegaler Graffitis. Ein mobiler Jugendraum ist in der Gemeinde unterwegs und dient Jugendlichen als Treffpunkt sowie für die Durchführung von Präventionsveranstaltungen.

Bisher 97 teilnehmende Kommunen

„Neben den bereits eingeleiteten Maßnahmen hat die hessische Polizei eine Vielzahl von weiteren individuellen Präventionsprojekten im Angebot, die innerhalb der Kommune in unterschiedlicher Intensität Anwendung finden können. KOMPASS hat bereits eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig es ist, dass sich alle Beteiligten aktiv in den Prozess einbringen. Gemeinsam mit Neuhof werden wir nunmehr Sicherheitsmaßnahmen ausloten und weitere Maßnahmen in die Wege leiten“, so Günther Voß, Präsident des Polizeipräsidiums Osthessen, der Neuhof im Rahmen einer kleinen Feierstunde als KOMPASSpartner in der Sicherheitsinitiative begrüßte.

Mit Neuhof nehmen bereits 97 hessische Kommunen an der Sicherheitsinitiative KOMPASS (KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel) des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport teil. Über 2,6 Millionen Hessinnen und Hessen profitieren damit von der bundesweit einmaligen Initiative. Zahlreiche Bürgerbefragungen und lokale Sicherheitskonferenzen haben stattgefunden. Als Ausfluss daraus sind jeweils vor Ort in den KOMPASS-Kommunen passgenaue Lösungen für identifizierte Problemlagen angestoßen und vielerorts bereits umgesetzt worden.

Weiterführende Informationen zum KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel finden Sie unter kompass.hessen.de. Interessierte Kommunen können sich an kompass@hmdis.hessen.de wenden.

Hintergrund:

Laut Kriminalstatistik ist der Landkreis Fulda einer der sichersten Landkreise in ganz Hessen. In den vergangenen Jahren ist die Aufklärungsquote im Landkreis - wie in ganz Hessen zu verzeichnen - angestiegen. Die Anzahl der aufgeklärten Straftaten betrug in den vergangenen Jahren 69,2 Prozent (2018), 70,7 Prozent (2019) und 72,1 Prozent (2020). Die Häufigkeitszahl (Straftaten pro 100.000 Einwohner) im Jahr 2020 liegt für den Landkreis Fulda mit 4.306 deutlich unter dem Landesdurchschnitt.

Die Sicherheitslage wird in den hessischen Kommunen von Jahr zu Jahr signifikant besser. 2020 ist die Kriminalitätsbelastung in Hessen im vierten Jahr in Folge erneut deutlich gesunken. Mit genau 342.423 Straftaten wurden 22.410 Fälle weniger gezählt als noch im Vorjahr (-6,1 Prozent). Das ist der niedrigste Wert seit 1980. Die Kriminalitätsbelastung ist mit 5.446 Straftaten pro 100.000 Einwohner ebenfalls weiter gesunken (2019: 5.823). Die Gefahr, in Hessen Opfer von Kriminalität zu werden, ist damit auf einem historischen Tiefstand. 65,5 Prozent der polizeilich bekannt gewordenen Straftaten wurden letztes Jahr aufgeklärt. Das ist nach 2019 (65,2 Prozent) erneut der mit Abstand höchste jemals gemessene Wert, seit Einführung der Kriminalstatistik im Jahr 1971.

 

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