Innenminister Peter Beuth und Alexander Immisch, Bürgermeister der Stadt Schwalbach a. T.

Hessisches Ministerium des Innern und für Sport

Sicherheitsgedanken auch weiterhin mit Leben füllen

Peter Beuth zeichnet Schwalbach am Taunus mit KOMPASS-Sicherheitssiegel aus

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde hat Innenminister Peter Beuth der Stadt Schwalbach am Taunus (Main-Taunus-Kreis) das KOMPASS-Sicherheitssiegel verliehen. Die Kommune nimmt als Modellkommune bereits seit Ende 2017 an der Sicherheitsinitiative teil und hat in dieser Zeit gemeinsam mit der Polizei und den Bürgerinnen und Bürgern Problembereiche identifiziert und diese mit passgenauen und konkreten Sicherheitsmaßnahmen beantwortet. Dafür wurde die Stadt heute von Innenminister Peter Beuth mit dem Sicherheitssiegel ausgezeichnet.

Mit KOMPASS haben wir Ende 2017 ein weiteres, neues Kapitel in der Sicherheitsstrategie des Landes Hessen aufgeschlagen mit dem Ziel, dass hessische Städte und Gemeinden Probleme vor Ort selbständiger angehen und individuelle Lösungen entwickeln können. Insbesondere für den Bereich des Marktplatzes mit nahe gelegenem Hochhauskomplex wurden in Schwalbach am Taunus zahlreiche Maßnahmen initiiert, die sich allesamt als geeignet erwiesen haben, die ausgemachten Sicherheitsbedarfe bestmöglich zu erfüllen und das Sicherheitsgefühl zu stärken. Ich danke allen Beteiligten innerhalb Kommune für ihren engagierten Einsatz und freue mich, der Stadt Bad Schwalbach am Taunus das KOMPASS-Sicherheitssiegel verleihen zu können. Die Auszeichnung soll der Stadt ein anerkennendes Zeichen für den eingeschlagenen Weg sein und alle Beteiligte dazu motivieren, den Sicherheitsgedanken auch weiterhin mit Leben zu füllen“, so Innenminister Peter Beuth.

KOMPASS in Schwalbach am Taunus

Für den von den KOMPASS-Partnern identifizierten Brennpunktbereich Marktplatz/„Bunter Riese“, die bei den Bürgerinnen und Bürgern zu einer stärkeren Verunsicherung im öffentlichen Raum führten, wurden passgenaue Maßnahmen entwickelt und umgesetzt. Die Installation einer Videosicherheitsanlage auf dem Marktplatz in Kombination mit einer städtebaulichen Umgestaltung des Areals führte zu einer Aufwertung des öffentlichen Platzes, der damit offener, heller und sicherer geworden ist. Auch der Mehrgenerationenspielplatz am Mittelweg, ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche, wurde umgestaltet und aufgewertet. Mit der Wiedereröffnung des Jugendzentrums (JUZ) wurde ein neuer Anlaufpunkt geschaffen und die mobile Jugendarbeit gestärkt. Im Bereich des „Bunten Riesen“ wurde die Beleuchtung verbessert, die Schließanlage ausgetauscht, die Aufzüge saniert und ein Hausmeisterbüro mit regelmäßiger Mietersprechstunde eingerichtet. Um eine höhere Präsenz und eine Stärkung des subjektiven Sicherheitsgefühls zu erreichen, werden die ausgemachten Problembereiche weiterhin verstärkt kontrolliert. Als Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger steht in Schwalbach am Taunus ein „Schutzmann vor Ort“ zur Verfügung, der sowohl als Fußstreife unterwegs als auch zu festen Sprechzeiten im Rathaus erreichbar ist. Die „Arbeitsgruppe Dialog“ wurde zu einer „AG KOMPASS“ fortentwickelt. Vertreter der Kommune, der Polizei, der Schulen, des Gewerbes sowie Bewohner des „Bunten Riesen“ tauschen sich seither verstärkt und in regelmäßigen Abständen über die aktuellen Entwicklungen und Sicherheitsbedarfen innerhalb der Problembereiche aus.

Mit neuen Impulsen und individuell zugeschnittenen Präventionsmaßnahmen haben die Beteiligten vor Ort gemeinsam mit der Polizei die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl in ganz bestimmten Problembereichen verbessert. Die Auszeichnung mit dem Sicherheitssiegel bedeutet nicht, dass an diesen Orten künftig keine Straftat mehr passieren. Es steht vielmehr dafür, dass die Kommune sich in besonderem Maße für die Sicherheit ihrer Bürgerinnen und Bürger eingesetzt, deren Sorgen und Ängste aufgegriffen und gemeinsam mit der Polizei Sicherheitsmaßnahmen erfolgreich umgesetzt hat und auch weiterhin alles unternimmt, um die Lebensqualität vor Ort zu verbessern“, so der Innenminister.

Das Programm

Bereits 95 hessische Kommunen nehmen an der Sicherheitsinitiative KOMPASS (KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel) des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport teil. Über 2,6 Millionen Hessinnen und Hessen profitieren damit von der bundesweit einmaligen Initiative. Zahlreiche Bürgerbefragungen und lokale Sicherheitskonferenzen haben stattgefunden. Als Ausfluss daraus sind jeweils vor Ort in den KOMPASS-Kommunen passgenaue Lösungen für identifizierte Problemlagen angestoßen und vielerorts bereits umgesetzt worden.

Hintergrund

In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der erfassten Straftaten im Main-Taunus-Kreis sowie in der Stadt Schwalbach am Taunus sukzessive zurückgegangen, während die Aufklärungsquote von Delikten anstieg. Die Polizeidirektion Main-Taunus verzeichnete 2020 insgesamt 9.625 (- 4,1 Prozent) Straftaten im Zuständigkeitsbereich; die geringste Anzahl seit über 20 Jahren. Die Anzahl der erfassten Straftaten in Schwalbach am Taunus betrug 2020 mit 4.542 Straftaten (hochgerechnet) pro 100.000 Einwohner über dem hessischen Durchschnitt (5.446).

2020 war die Kriminalitätsbelastung in Hessen im vierten Jahr in Folge erneut deutlich gesunken. Mit genau 342.423 Straftaten wurden 22.410 Fälle weniger gezählt als noch im Vorjahr (- 6,1 Prozent). Das ist der niedrigste Wert seit 1980. Die Kriminalitätsbelastung war mit 5.446 Straftaten pro 100.000 Einwohner ebenfalls weiter gesunken (2019: 5.823). Die Gefahr, in Hessen Opfer von Kriminalität zu werden, ist damit auf einem historischen Tiefstand. 65,5 Prozent der polizeilich bekannt gewordenen Straftaten wurden letztes Jahr aufgeklärt. Das ist nach 2019 (65,2 Prozent) erneut der mit Abstand höchste jemals gemessene Wert, seit Einführung der Kriminalstatistik im Jahr 1971.

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KOMPASS (KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel) ist ein Angebot des Innenministeriums an die Städte und Gemeinden. Ziel des Programms ist es, die Sicherheitsarchitektur in den Kommunen weiterzuentwickeln.

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