Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz

Tarifrunde zum Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst des Landes 2026

In Wiesbaden beginnt am kommenden Freitag die Tarifrunde 2026 für die rund 58.000 Beschäftigten im öffentlichen Dienst des Landes Hessen.

Der Verhandlungsführer des Landes Hessen, Innenminister Roman Poseck, trifft im Innenministerium auf die Verhandlungsführerin und Verhandlungsführer der Gewerkschaften Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), dbb beamtenbund und tarifunion (dbb), Gewerkschaft der Polizei (GdP), Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Gefordert wird unter anderem eine Erhöhung der Entgelte um 7 Prozent bzw. mindestens um 300 Euro. Hinzu kommt eine Erhöhung der Ausbildungsentgelte um 200 Euro. Darüber hinaus wird die Anhebung des Weihnachtsgeldes auf ein Monatsgehalt und ein zusätzlicher Urlaubstag exklusiv für Gewerkschaftsmitglieder gefordert.

Innenminister Roman Poseck erklärte mit Blick auf die Verhandlungen: „Zunächst möchte ich mich ausdrücklich bei den Beschäftigten des Landes Hessen bedanken. Sie leisten täglich hervorragende Arbeit, ob in der Polizei, in den Finanzämtern, in den Schulen, in der Justiz oder in anderen Teilen der Landesverwaltung. Wir haben es auch den Beschäftigten zu verdanken, dass Hessen im Ländervergleich so gut dasteht. Sie geben dem Land ein Gesicht und stehen für seine Werte. Für ihren unermüdlichen Einsatz gebührt ihnen mein ausdrücklicher Dank und mein höchster Respekt.

Für den Landeshaushalt tragbar sein 

Die anstehende Tarifrunde wird keine einfache werden. Als Innenminister und Mitglied der Hessischen Landesregierung trage ich nicht nur Verantwortung für die Bediensteten, sondern auch für alle Bürger Hessens, die mit ihren Steuern die Landesverwaltung finanzieren. Ein Tarifvertrag muss daher auch für den Landeshaushalt tragbar sein und die Zukunftsfähigkeit des Landeshaushaltes gewährleisten.

Wir werden bei den Tarifverhandlungen auch die hessischen Besonderheiten berücksichtigen. Hessen gehört nicht der Tarifgemeinschaft der Länder an. Wir haben uns die Autonomie bewahrt, um passgenaue Lösungen für unsere Beschäftigten zu finden. Dieses Vorgehen hat sich in den vergangenen Jahren bewährt und ich bin sicher, dass auch in dieser Runde alle Seiten davon profitieren werden.

Wir befinden uns insgesamt in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage und daraus folgend in einer ausgesprochen schwierigen Haushaltslage mit einem erheblichen Konsolidierungsbedarf für den Landeshaushalt. Es wird bei den anstehenden Verhandlungen darum gehen müssen, anstelle des überzogenen Forderungskatalogs der Gewerkschaften ein für alle Seiten tragfähiges Ergebnis zu finden.

Tarifabschluss muss nachhaltig und verantwortbar sein

Dabei gilt es auch, die sonstigen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Die Inflation der letzten Jahre haben wir bereits bei kräftigen Entgeltsteigerungen der vergangenen Monate berücksichtigt. Wir haben mittlerweile eine moderate Preisentwicklung. Eine Entgeltsteigerung, die weit über der Inflation liegt, sehe ich daher als nicht realistisch an.

Ich will den Verhandlungen nicht vorgreifen, appelliere aber an die Verhandlungspartner, die Gespräche nicht mit unerfüllbaren Maximalforderungen zu belasten, die am Ende zwangsläufig zu Enttäuschungen führen müssen. Ein Tarifabschluss muss nachhaltig und verantwortbar sein. Ich bin zuversichtlich, dass wir in den nächsten Wochen in intensiven Verhandlungen einen Kompromiss finden werden, der sowohl die Interessen des Landeshaushalts als auch die der Beschäftigten berücksichtigt.“

Nach dem Auftakt am 27. Februar 2026 in Wiesbaden werden die Gespräche am 9. und 10. März sowie am 26. und 27. März 2026 fortgesetzt werden.