Staatssekretär Martin Rößler u.a. mit MdL Andreas Hofmeister, Vorsitzender der Landsmannschaft Schlesien Albrecht Kauschat, Schriftführer Heinz Jenke und Geschäftsführerin Patricia Ehl

Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz

12.000 Euro für Schlesische Landsmannschaft

Innenstaatssekretär Martin Rößler hat zusammen mit dem Beauftragten der Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Andreas Hofmeister MdL, mehrere Vorstandsmitglieder der Landsmannschaft Schlesien, Landesgruppe Hessen empfangen und dem Verein einen Förderbescheid über 12.780 Euro überreicht.

Die Mittel sind für Projekte zur Pflege und Weitergabe der geistigen Kulturgüter Schlesiens und für den Bezug der Zeitschrift „Schlesische Nachrichten“ bestimmt. Die monatlich erscheinende Publikation berichtet als offizielles Verbandsorgan der Landsmannschaft Schlesien – Nieder- und Oberschlesien e.V. über landsmannschaftliche Aktivitäten, Landsleute in der Heimat und das deutsch-polnische Verhältnis, aber auch über Tagespolitik, Geschichte und Kultur. Die Landsmannschaft Schlesien, Landesgruppe Hessen organisiert unter anderem die mehrtägigen „Schlesischen Landeskulturtage“ in Hessen, außerdem kleinere dezentrale Kulturtage und Trachtenveranstaltungen 

Beim Empfang im Hessischen Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz würdigte Martin Rößler die ehrenamtliche Arbeit der Schlesierinnen und Schlesier: „Die Aktivitäten der Landsmannschaft Schlesien, Landesgruppe Hessen sind eine Bereicherung für Hessen. Der Verein leistet einen bedeutsamen Beitrag zur Pflege und zum Erhalt des schlesischen Erbes und der damit verbundenen Traditionen, aber auch einen Beitrag zur Förderung des deutsch-polnischen Verhältnisses. Der DNA ihrer Landmannschaft ist – wie der Arbeit aller Vereine von Spätaussiedlern und Heimatvertriebenen – etwas Melancholisches eingeschrieben. Ausgangspunkt des Engagements ist naturgemäß ein Verlust: der Verlust der Heimat und von Traditionen, die weit weg, vielleicht sogar am Verschwinden sind. Sie haben aus dieser negativen, leidvollen Erfahrung aber etwas sehr Positives gemacht und mit ihrem Verein Menschen zusammengeführt.

Schlesisches Kulturgut bereichert hessische Gesellschaft bis heute

Das Schicksal des Heimatverlustes betrifft auch heute noch viele Menschen, infolge des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges auf die Ukraine auch wieder Menschen aus osteuropäischen Gebieten. Die Landsmannschaft Schlesien, Landesgruppe Hessen leistet vor diesem Hintergrund auch einen Beitrag zur Sensibilisierung der Gesellschaft – zur Sensibilisierung für Menschen, die hier fern der Heimat sind, sich aber einbringen mit dem, was sie kulturell zu geben haben. Dafür danke ich allen Beteiligten# im Namen der Hessischen Landesregierung sehr herzlich!“

Andreas Hofmeister sagte anlässlich der Übergabe des Förderbescheids: „Das Land Hessen hat nach dem Zweiten Weltkrieg rund eine Million Heimatvertriebene aufgenommen, darunter 200.000 Schlesierinnen und Schlesier, deren mitgebrachtes Kulturgut unsere Gesellschaft bis heute bereichert. Die Werke großer Dichter wie Josef von Eichendorff und Gerhart Hauptmann, die die deutsche Literaturgeschichte entscheidend mitgeprägt haben, sind nur ein Teil dieses reichen Erbes. Dieses gilt es zu bewahren und an künftige Generationen weiterzugeben. Neben Kultursicherung und Erinnerungstransfer ist des Weiteren die Brückenbauerfunktion der Menschen aus Schlesien in die alte Heimat besonders hervorzuheben. Dafür gilt der Landsmannschaft Schlesien, stellvertretend dem Landesvorsitzenden Albrecht Kauschat, mein aufrichtiger Dank!“

Förderungen in Höhe von gut einer Million Euro für Heimatvertriebe und Spätaussiedler

Das Land Hessen übernimmt in vielerlei Hinsicht Verantwortung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler und unterstützt die Arbeit ihrer Verbände und Organisationen. Dafür wurde in diesem Jahr für Förderungen wieder gut eine Million Euro zur Verfügung gestellt. Hinzu kommen etwa 800.000 Euro für Integrationsmaßnahmen für Spätaussiedler. Allein die Fördersummen für die Landsmannschaft Schlesien, Landesgruppe Hessen in den vergangenen fünf Jahren (2020-2024) lagen jährlich zwischen 20.000 und 44.000 Euro.