Vor Ort betonte Heimatschutzminister Roman Poseck die Bedeutung moderner Infrastruktur für ein attraktives Ehrenamt im Brandschutz und bedankte sich bei den Einsatzkräften aus Erbach für ihr Engagement für das Gemeinwohl: „Ein Ehrenamt verdient bestmögliche Rahmenbedingungen. Das gilt insbesondere für ein Ehrenamt im Brandschutz, bei dem man sich nicht selten selbst in gefährliche Situationen begibt, um anderen in Not zu helfen. Moderne Einsatzfahrzeuge und zeitgemäße Infrastruktur tragen nicht nur dazu bei, dass ein Engagement im Brandschutz attraktiv ist. Sie sind auch die Grundlage dafür, dass effektiv Hilfe geleistet werden kann und die Einsatzkräfte bestmöglich gerüstet in ihre Einsätze gehen können.
Deshalb unterstützt die Landesregierung die Kommunen seit Jahren insbesondere finanziell tatkräftig, um ein hohes Niveau im Brandschutz zu gewährleisten. Davon profitiert auch Erbach, wo wir nun mit mehr als 300.000 Euro den Neubau eines Feuerwehrhauses für die Feuerwehren Erbach Günterfürst und Erbach-Haisterbach unterstützen. Unter einem Dach erhalten die zwei Wehren eine neue Heimat, die Stand jetzt künftig unter anderem sechs Fahrzeugstellplätze und einen Werkstatt- und Lagerbereich umfassen wird. Außerdem sind neben den Umkleiden für die Einsatzabteilung eine separate Umkleide für die Jugendfeuerwehr und Büros für die Wehrleitung sowie ein Schulungs- und Bereitschaftsraum geplant. Das gibt den Ehrenamtlichen künftig den Raum zur Einsatz Vor- und Nachbereitung, den sie brauchen.
Auch beim Bau von Feuerwehrhäusern unterstützen wir unsere Kommunen mit einem Leitfaden für ein Musterfeuerwehrhaus, den wir im Herbst vergangenen Jahres vorgestellt haben. Dieser beinhaltet neben einer Zusammenfassung von Rahmenbedingungen des Baus wie zum Beispiel Mindestanforderungen auch Musterraumprogramme und Mustergrundrisse, durch die personal- und kostenintensive Grundlagenermittlungen entfallen können. Der Leitfaden für ein Musterfeuerwehrhaus ist ein wichtiger Baustein beim Abbau von Bürokratie.
Den rund 240 Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmännern in den acht Erbacher Stadtteilfeuerwehren danke ich von Herzen für ihren Einsatz für den Schutz und die Sicherheit der Bürger Erbachs.“
Umfangreiche Investitionen im Brand- und Katastrophenschutz
Den Brandschutz in Erbach hat die Landesregierung seit 2020 mit mehr als 1,2 Millionen Euro gefördert. Auch der Odenwaldkreis, zu dem Erbach gehört, hat von der Landesförderung profitiert: In den vergangenen zwei Jahren wurden acht Fahrzeuge und drei bauliche Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von mehr als 1,9 Millionen Euro gefördert. Alleine im vergangenen Jahr wurden im Landkreis fünf Fahrzeuge und eine bauliche Maßnahme mit mehr als einer Million Euro gefördert.
Die Stärkung des Brand- und Katastrophenschutzes ist für die Hessische Landesregierung ein Schwerpunkt. Im Rahmen seiner Unterstützung investiert das Land schon seit Jahren in Feuerwehrfahrzeuge, -häuser und -technik, aber zum Beispiel auch in die Aus- und Fortbildung von Einsatzkräften an der Hessischen Landesfeuerwehrschule (HLFS). Allein im vergangenen Jahr 2025 wurden rund 135 Fahrzeuge und rund 60 Baumaßnahmen an Feuerwehrhäusern mit mehr als 21 Millionen Euro gefördert. Damit hat das Land mehr als 90 Prozent aller eingegangenen förderfähigen Anträge bewilligt und damit trotz schwieriger Gesamthaushaltslage das hohe Niveau der Vorjahre halten können. Seit 2016 betrug die Förderung von mehr als 1.770 Einsatzfahrzeugen und rund 600 baulichen Maßnahmen insgesamt mehr als 200 Millionen Euro. Auch im Jahr 2026 wird die Hessische Landesregierung weiter zielgerichtet in den Brand- und Katastrophenschutz investieren und die Einheiten bedarfsgerecht stärken.
Entbürokratisierung und mehr Flexibilität
Zusätzlich zur finanziellen Unterstützung und der Unterstützung der Kommunen im Bereich der Ausbildung mit der Hessischen Landesfeuerwehrschule (HLFS) zielt die Landesregierung darauf ab, dass sich die Städte, Gemeinden und Ehrenamtlichen beim Brand- und Katastrophenschutz auf das Wesentliche konzentrieren können und sie möglichst frei von unnötigen bürokratischen Standards sind. Dafür hat das Innenministerium bereits gezielt Maßnahmen wie die Abschaffung der jährlichen Vorlage von Fahrtenbüchern für Katastrophenschutzfahrzeuge umgesetzt. Zu den Maßnahmen zur Entbürokratisierung und mehr Flexibilität gehört auch der Leitfaden „Musterfeuerwehrhaus Hessen“, zu dem sich weitere Informationen online finden.