Hessisches Ministerium des Innern und für Sport

Staatssekretär Sauer zeichnet Büdingen mit Sicherheitssiegel aus

Stefan Sauer: „Büdingen hat gemeinsam mit der Polizei für die Bürgerinnen und Bürgern eine ganze Palette an Maßnahmen umgesetzt, die allesamt zu einer Verbesserung der Sicherheitslage und des Sicherheitsgefühls vor Ort beitragen werden.“

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Im Rahmen einer kleinen Feierstunde hat Staatssekretär Stefan Sauer der Stadt Büdingen (Wetteraukreis) als zehnte hessische Kommune das KOMPASS-Sicherheitssiegel verliehen. Die Kommune nimmt seit Juni 2018 offiziell an der Sicherheitsinitiative teil und hat in den vergangenen vier Jahren gemeinsam mit der Polizei und den Bürgerinnen und Bürgern zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, die zu einer verbesserten Sicherheitslage und einem positiveren Sicherheitsgefühl beitragen.

„Büdingen hat sich durch viel Engagement das KOMPASS-Sicherheitssiegel redlich verdient und gemeinsam mit der Polizei für die Bürgerinnen und Bürgern eine ganze Palette an Maßnahmen umgesetzt, die allesamt zu einer Verbesserung der Sicherheitslage und des Sicherheitsgefühls vor Ort beitragen werden. Dabei hat die Stadt die Bedarfe schonungslos und entschlossen benannt und mustergültig Maßnahmen umgesetzt, welche die Lebensqualität vor Ort stärken. Am Ende eines solchen Prozesses für die Sicherheit steht die Auszeichnung mit dem Sicherheitssiegel. Es dokumentiert, dass die Kommune mehr für die Sicherheit seiner Bürgerinnen und Bürger unternommen hat und sich auch weiterhin verpflichtet fühlt, den Sicherheitsgedanken vor Ort mit Leben zu füllen“, so Staatssekretär Stefan Sauer.

Über eine in Büdingen erfolgte und von der Justus-Liebig-Universität in Gießen begleiteten repräsentativen Bürgerbefragung, mittels durchgeführte Sicherheitsrunden sowie über Ortsbegehungen wurde ein Maßnahmenkatalog zur Vermeidung von Angsträumen in der Stadt erarbeitet.

Viele Maßnahmen insbesondere an der Emil-Diemer-Anlage

Der Emil-Diemer-Park, der von den Bürgerinnen und Bürgern besonders häufig als „Problembereich“ identifiziert wurde, erhielt eine Aufwertung. So wurden Bäume und Büsche zurückgeschnitten sowie die Grünanlagen ansprechend umgestaltet und teilweise neu bepflanzt. Zusätzlich wurde ein besonderes Augenmerk auf die Beleuchtung gelegt und zusätzliche Leuchtkörper installiert. Um eine höhere Präsenz und eine Stärkung des subjektiven Sicherheitsgefühls herbeizuführen, wurde die Kontrolldichte im Bereich des Parks und innerhalb des Stadtgebietes erhöht.

Eine Sicherheits- und Ordnungspartnerschaft mit der Deutschen Bahn für den Bahnhof in Büdingen ist in Planung. Bereits seit Mitte 2020 verfügt Büdingen über einen „Schutzmann vor Ort“, der sowohl als Fußstreife in der Stadt unterwegs als auch zu festen Sprechzeiten erreichbar ist. Zukünftig sollen weitere Präventionsmaßnahmen folgen, unter anderem die Intensivierung der Jugendprävention, die zu mehr konkreten Angeboten für junge Menschen führen soll.

Die Landespolizei berät die Büdingerinnen und Büdinger zudem über verschiedene Präventionsangebote, wie Präventionsprojekte „Gewalt – Sehe – Helfen“, „BOB“, „MAXimal mobil bleiben“ und bietet etwa unterschiedliche Vorträge an, die von der Polizeidirektion Wetteraukreis durchgeführt werden.

„Die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik belegt, dass Hessen und auch Büdingen sehr sicher sind. Mit neuen Impulsen und individuell zugeschnittenen Präventionsmaßnahmen haben die Beteiligten vor Ort gemeinsam mit der Polizei die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl in der Stadt, insbesondere rund um die Emil-Diemer-Anlage, weiter gestärkt. Diese Auszeichnung bedeutet nicht, dass hier künftig keine Straftaten mehr passieren. Es steht vielmehr dafür, dass die Kommune sich in besonderem Maße für die Sicherheit ihrer Bürgerinnen und Bürger eingesetzt, deren Sorgen und Ängste aufgegriffen und gemeinsam mit der Polizei Sicherheitsmaßnahmen erfolgreich umgesetzt hat“, so der Staatssekretär.

Das KOMPASS-Sicherheitssiegel

Bereits 127 hessische Kommunen nehmen an der Sicherheitsinitiative KOMPASS (KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel) des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport teil. Fast drei Millionen Hessinnen und Hessen profitieren damit von der bundesweit einmaligen Initiative. Seit Beginn des Programms wurden hessenweit zahlreiche Bürgerbefragungen und Sicherheitsanalysen durchgeführt, die in der Folge zielgerichtete Lösungen für erkannte Problemfelder in den Kommunen ermöglichten. Mit KOMPASSregion und KOMPASSpartner richtet sich die Sicherheitsinitiative des Landes Hessen insbesondere an kleinere Kommunen, um diesen einen leichten Einstieg in das Sicherheitsprogramm zu ermöglichen. So besteht die Möglichkeit eines Zusammenschlusses mehrerer kleinerer Kommunen zu einer KOMPASSregion, um gemeinsam die Vorteile der Initiative für mehr Sicherheit nutzen zu können.

„Gemeinsam Sicher In Hessen“

Zukunft der Sicherheit in Hessen wird gemeinsam gestaltet

„Die hessische Polizei hat eine Vielzahl von individuellen Präventionsprojekten im Angebot, die in den Kommunen in unterschiedlicher Intensität Anwendung finden können. KOMPASS hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig es ist, dass sich alle Beteiligten aktiv in den Prozess einbringen. Schließlich wissen die Bürgerinnen und Bürger in unseren Kommunen am ehesten, wo der Schuh drückt und die Gemeinde, was umsetzbar ist. Diese vernetzte Sicherheit zwischen Bürgern, Kommunen, Land und Polizei wollen wir unter der neuen Dachmarke ‚Gemeinsam Sicher In Hessen‘ vereinen und stetig weiterentwickeln. Im Zentrum aller Maßnahmen sollen die Bürgerinnen und Bürger stehen. Sie werden sich künftig bei ‚Gemeinsam Sicher In Hessen‘ noch stärker – online und offline – einbringen können, damit Hessen noch sicherer wird“, sagte Staatssekretär Stefan Sauer.

Weiterführende Informationen zum KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel finden Sie unter kompass.hessen.de. Interessierte Kommunen können sich an kompass@hmdis.hessen.de wenden.

Hintergrund

In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der erfassten Straftaten im Wetteraukreis sowie in der Stadt Büdingen sukzessive zurückgegangen, während die Aufklärungsquote von Delikten beständig anstieg. Die Polizeidirektion Wetterau verzeichnete im vergangenen Jahr 2021 insgesamt 10.982 Straftaten in ihrem Zuständigkeitsbereich. Die Anzahl der erfassten Straftaten in Büdingen lag bei 1.059 Delikten und gemessen an der Einwohnerzahl sehr deutlich unter dem hessischen Durchschnitt.

Die Sicherheitslage wird in den hessischen Kommunen von Jahr zu Jahr signifikant besser. 2021 ist war die Kriminalitätsbelastung in Hessen im fünften Jahr in Folge erneut deutlich gesunken. Mit genau 336.030 Straftaten wurden 6.393 Fälle weniger gezählt als noch im Vorjahr (-1,9 Prozent). Das ist der niedrigste Wert seit 1980. Die Kriminalitätsbelastung ist mit 5.340 Straftaten pro 100.000 Einwohner ebenfalls weiter gesunken (2020: 5.446). Die Gefahr, in Hessen Opfer von Kriminalität zu werden, ist damit auf einem historischen Tiefstand. 65,6 Prozent der polizeilich bekannt gewordenen Straftaten wurden letztes Jahr aufgeklärt. Das ist nach 2020 (65,5 Prozent) erneut der mit Abstand höchste jemals gemessene Wert, seit Einführung der Kriminalstatistik im Jahr 1971.

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