Vier miteinander im Quadrat verbundene Würfel

Aktionsprogramm Kommunale Cybersicherheit

Mit zahlreichen neuen Modulen und Angeboten unterstützt das Land die Kommunen bei ihrer originären Aufgabe, die Informationssicherheit zu erhöhen und ihre IT-Systeme besser vor Cyberangriffen zu schützen.

Die 442 Städte, Gemeinden und Landkreise in Hessen sind das Rückgrat unseres Gemeinwesens. Gemeinsam mit den Kommunalen Spitzenverbänden sowie Fachvertretern aus den Landkreisen, Städten und Gemeinden wurden unter dem Dach des Aktionsprogramms Kommunale Cybersicherheit (AKC) Angebote für die Kommunen entwickelt, die passgenau an den identifizierten Bedarfen ansetzen.

Kostenfrei für alle 442 hessischen Kommunen

Die Angebote stehen allen 442 Gemeinden, Städten und Landkreisen offen und können gerade für kleinere und mittlere Kommunen eine wirksame Hilfe sein. Die Nutzung bzw. Teilnahme an den einzelnen Modulen ist kostenfrei für die Kommunen, lediglich für die Nutzung des Incident Response Service ist einmalig ein Eigenbeitrag der Kommune notwendig (2.850 €).

Sichere Kommunalnetze

Expertinnen und Experten evaluieren vor Ort die IT-Infrastruktur und IT-Systeme. Basierend darauf erhält die Kommune einen Bericht mit Maßnahmenempfehlungen zur Steigerung der Cybersicherheit und Resilienz.

Nach Umsetzung der Maßnahmenempfehlungen durch die Kommune – z. B. über die Beauftragung eines Dienstleisters – wird die weiterentwickelte IT-Infrastruktur evaluiert. Daraus können weitere Empfehlungen resultieren.

Kommunen, die eine Evaluierung im Rahmen des Kommunalen Dienstleistungszentrums Cybersicherheit (KDLZ-CS) in der Vergangenheit bereits in Anspruch genommen haben, können diese Evaluierung nun wiederholen.

Professioneller Check der Resilienz der IT-Infrastruktur durch einen externen Belastungstest. Hierbei offengelegte Schwachstellen können gezielt nachgebessert werden, um die IT-Infrastruktur weiter zu härten.

Voraussetzung: 
Vorherige Teilnahme Stufe 1 und Realisierung empfohlenen fortgeschrittenen Maßnahmenempfehlungen.

Notfallmanagement

Grundlagenschulung zur Erstellung eines Business Continuity Management Systems (BCMS) gemäß BSI-Standard 200-4 durch zertifizierte Trainer. Ziel eines BCMS ist die Entwicklung von Strategien und Plänen zur Bewältigung der Folgen und Minimierung der Ausfallzeiten nach einem Cybersicherheitsvorfall.

Zielgruppe: 
Verantwortliche der Organisationsabteilung.

Veranstaltungsort:
Ortsnah in Kassel, Gießen, Darmstadt (Regionalcenter ekom21).

Gezielte Unterstützung der Kommunen vor Ort bei der Erstellung ihres individuellen BCMS.

Voraussetzung: 
Vorherige Teilnahme an Schulung Stufe 1 und der Projektstart zur BCMS-Erstellung für die eigene Verwaltung ist erfolgt.

Praktische Notfallhilfe

Für den Fall eines Hacks stehen die Expertinnen und Experten des Hessen3C als erste Ansprechpartner zur Verfügung. Die Notfall-Hotline des Hessen3C ist 24/7 erreichbar.

Professionelle Hilfe nach einem erfolgreichen Angriff durch Hacker. Beinhaltet sind eine schnelle telefonische Ersthilfe durch IRS-Experten und innerhalb von 24 Stunden eine Vor-Ort-Hilfe durch ein IRS-Team für die zwingend notwendige Forensik (Analyse von Datenträgern und in Datennetzen zur Aufklärung von Sicherheitsvorfällen in IT-Systemen) durch Expertinnen und Experten der ekom21 / T-Security. Das Land übernimmt für die ersten fünf Einsatztage die Kosten.

Voraussetzung: 
Teilnahme der Kommune am Audit der IT-Infrastruktur und Umsetzung der empfohlenen fortgeschrittenen Maßnahmen. Die vorherige Teilnahme an einem Workshop der T-Security ist obligatorisch (Eigenbeitrag Kommune: 2.850 €).

Vorhalt von 25 Laptops bei Hessen3C nebst autarker Kommunikationstechnik. Mit dem Technikpaket soll die von einem Hack betroffene Kommune in die Lage versetzt werden, eine interne Kommunikation (Bürgermeister, Amtsleitung, Fachbereichsleitung) betreiben zu können, bis durch eigene kommunale Maßnahmen (bspw. Beauftragung Dienstleister) eine dauerhafte Lösung geschaffen wurde.

Die Checkliste ist als Handreichung für von Hacks betroffene Kommunen gedacht und kann über die 24/7-Hotline angefordert werden. Die Checkliste führt in Stichpunkten auf

  • „Woran müssen wir denken,
  • was müssen wir beachten,
  • welche Aufgaben müssen wir jetzt angehen“

und unterstützt so betroffene Kommunen in der jeweiligen Ausnahmesituation. Die Erstellung der Liste erfolgte in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Rodgau (Best Practice).

Personal

Zugang zu eLearning-Programmen zur Sensibilisierung und Schulung der Bediensteten über Cyberrisiken und Gefahren im täglichen Dienstbetrieb. Geschulte Bedienstete können das Risiko von Phishing, CEO-Fraud oder des Einschleusens von Schadsoftware mittels E-Mail entscheidend minimieren.

Experten des HMdI kommen vor Ort in Personalversammlungen und Veranstaltungen der Kommune und führen an ausgewählten Beispielen die Cyberrisiken und Gefahren im täglichen Dienstbetrieb anschaulich vor Augen. 

Zugang zu einer Phishing-Simulationsplattform, die eine verstärkte Sensibilisierung der Bediensteten für gezielte Täuschungsversuche ermöglicht. 

Cybersicherheitssiegel

Gemeinden, Städte und Landkreise, die das AKC nutzen, können mit dem Hessischen Cybersicherheitssiegel (KOMPASSCybersicherheit) ausgezeichnet werden. Das Siegel ist der öffentlich sichtbare Nachweis, dass sich die Verwaltungsleitung um die Zuverlässigkeit und Funktionsfähigkeit der Kommune gekümmert hat. Das Hessische Cybersicherheitssiegel wird beim Erfüllen der Voraussetzungen auf Antrag vom Hessischen Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz für die Dauer von drei Jahren verliehen. 
Um die Gültigkeit zu verlängern, muss die Kommune am Ende der Laufzeit erneut nachweisen, dass sie die Standards weiterhin erfüllt.

Voraussetzung: 
Das Cybersicherheitssiegel basiert auf der aktiven Teilnahme der jeweiligen Kommune an den AKC-Modulen „Sichere Kommunalnetze“ oder „Kommunales Notfallmanagement“, sowie der nachweislichen Umsetzung der daraus empfohlenen Maßnahmen bzw. der Implementierung von Betriebsfortführungs- und Notfallplänen.

Die KOMPASS-Familie:

Die Sicherheitsinitiative KOMPASS (KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel) zur Stärkung des Sicherheitsgefühls in Städten und Gemeinden der hessischen Polizei steht den hessischen Kommunen bereits seit 2017 zur Verfügung.

Weiterführende Informationen zu KOMPASS unter: innen.hessen.de/sicherheit/kompass

Mit KOMPASS Resilienz (KOMmunalProgrAmmSicherheitSiegel Resilienz) geht das Land Hessen einen wichtigen und zukunftsweisenden Schritt: Es unterstützt Kommunen aktiv dabei, ihre Resilienz zu stärken und ihre Krisenfestigkeit nachhaltig auszubauen. Das Programm setzt auf einen strukturierten, praxisnahen Selbsthilfeansatz, der bestehendes kommunales Engagement bündelt, stärkt und weiterentwickelt.

Weiterführende Informationen zu KOMPASS Resilienz finden Sie unter: innen.hessen.de/sicherheit/kompass-resilienz

Zusammenarbeit

Gezielte Unterstützung von kommunenübergreifenden Vorhaben und Initiativen zur Stärkung der Cyberresilienz. Beispielsweise die Bestellung eines gemeinsamen professionellen IT-Sicherheitsbeauftragten (extern/intern) oder die Harmonisierung von Sicherheitsprozessen in den Kommunen kreisweit. Niederschwellige Förderung des Landes dieser kommunal initiierten gemeinsamen Projekte und Vorhaben auf Grundlage der Förderrichtlinie zur Interkommunalen Zusammenarbeit.

Doktorhut

Cybersicherheitsforschung

Wissenschaft und Kommunen

Das Morgen denken: Forschung für die kommunale Praxis. Die Handreichungen verbinden wissenschaftliche Erkenntnisse zur Cybersicherheit mit den Herausforderungen hessischer Kommunen.

Kontakt

Kommunale Cybersicherheit

Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz

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