Die KOMPASS-Dialogtage waren auch im Jahr 2025 ein voller Erfolg: Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von zahlreichen hessischen Kommunen meldeten sich zu den KOMPASS-Dialogtagen unter dem Motto „Demokratiestärkung“ an. Bei den Veranstaltungen im Hessischen Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz (HMdI) und im Polizeipräsidium Osthessen gab es nicht nur spannende Vorträge und Podiumsdiskussionen – die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten auch die Möglichkeit, Themeninseln zu besuchen und aktiv mitzuwirken.
Netzwerke und der kontinuierliche Austausch zwischen den Akteuren sind die Basis einer gut funktionierenden Präventionsarbeit. Die KOMPASS-Dialogtage, mit dem Schwerpunkt „Demokratiestärkung“, gaben dafür den idealen Rahmen: Spannende Impulsvorträge, Austausch auf Augenhöhe, Podiumsdiskussionen und ein „Messefeeling“ am Nachmittag.
Mehr zeit für Dialog und Austausch
„Es muss mehr Zeit für Dialog und Austausch geben. Die Menschen müssen miteinander reden“.
Ja - es wurde viel miteinander gesprochen, nachgefragt, Informationen vermittelt, Kontaktdaten ausgetauscht und bei einem kleinen Imbiss in der Mittagspause konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch „außerhalb“ der Veranstaltungen ins Gespräch kommen.
Eröffnet wurde die Veranstaltung am 09. September 2025 im HMdI durch den Innenminister Prof. Dr. Poseck, den es sehr freute, dass sich so viele Vertreterinnen und Vertreter aus ganz Hessen auf den Weg nach Wiesbaden gemacht haben.
Er betonte die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den hessischen Städten und Gemeinden und das hierdurch nachhaltig verbesserte Sicherheitsgefühl.
Bei der Veranstaltung in Fulda am 16. September 2025 begrüßte der Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Osthessen, Herr Tegethoff, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Herr Tegethoff freute sich über das große Interesse an den KOMPASS-Dialogtagen in seinem Haus und betonte die wichtige und gute Zusammenarbeit der Polizei mit den Kommunen.
Moderiert wurden die Dialogtage jeweils durch Herrn Eigenbrodt, Leiter des Referates Prävention im Landespolizeipräsidium, der den Zuhörerinnen und Zuhörern die Ziele der landesweiten Präventionsdachmarke GSIH näherbrachte.
Impulsvortrag „Demokratiestärkung“
Frau Dr. Iris Wurm vom Hessischen Landeskriminalamt ging in einem eindrucksvollen Vortrag auf die Krisen und deren Ursachen ein, um im nächsten Schritt deutlich zu machen, dass diese Herausforderungen auch als Chancen verstanden werden können. Denn auch wenn die Staatsform Demokratie aktuell großen Herausforderungen gegenübersteht, bleibt sie nach Einschätzung von Fr. Dr. Wurm alternativlos.
Podiumsdiskussion „Kommunale Herausforderungen einer interkulturellen Stadtgesellschaft“
Staatliche und zivilgesellschaftliche Stellen sind sich einig, dass die Kommunalgesellschaften - in ihrer Vielfalt, ihren unterschiedlichen Formen des Zusammenlebens und ihren werteorientierten Einstellungen - die Grundlage für Frieden und eine erfolgreiche Demokratie bilden. Innerhalb der Kommunalgesellschaften hat die Zielgruppe der Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden eine besondere Stellung, da hierin die künftige Generation und somit der künftige Charakter des Zusammenlebens entwickelt werden. Bei der Veranstaltung in Wiesbaden diskutierten der Oberbürgermeister der Stadt Rüsselsheim am Main, Herr Burghardt, der Landesmigrationsbeauftragter des Hessischen Landeskriminalamtes, Herr Mokhtari, der Dipl.-Soziologe aus dem Polizeipräsidium Westhessen, Herr Kandler und bei der Veranstaltung in Fulda der Bürgermeister der Stadt Fulda, Herr Wehner, der Landesmigrationsbeauftragte des Hessischen Landeskriminalamtes, Herr Mokhtari und der Politikwissenschaftler des Polizeipräsidiums Osthessen, Herr Diegelmann, über Herausforderungen und Möglichkeiten, wie Demokratie in den Kommunen sowie in der Zivilgesellschaft gelebt werden kann.
Themeninseln mit Messefeeling am Nachmittag
Am Nachmittag der Dialogtage konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an sogenannten „Themeninseln“ zu aktuellen Projekten und Präventionsprogrammen in Hessen und des Bundes informieren und in einen gemeinsamen Austausch gehen. Insgesamt wurden drei Themen angeboten, die durch die Projekt- und Fachverantwortlichen dem Teilnehmerkreis vorgestellt wurden.
Kommunale Amts- und Mandatsträgerinnen und -träger sind bundesweit in einem hohen Maße mit Hass und Gewalt konfrontiert. Anfeindungen und Übergriffe sowohl in der analogen als auch digitalen Welt gehören leider zunehmend zum Alltag der kommunalpolitisch Engagierten, die dieses Engagement vielfach ehrenamtlich ausüben. Auf Vorschlag der Allianz zum Schutz kommunaler Amts- und Mandatsträgerinnen und -träger hat das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) die Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention (DFK) im Herbst 2023 beauftragt, eine bundesweite Ansprechstelle für kommunale Amts- und Mandatsträgerinnen und -träger einzurichten. Die "starke Stelle"Öffnet sich in einem neuen Fenster richtet sich an Menschen, die in ihrem kommunalpolitischen Amt Hass, Hetze und Bedrohungen ausgesetzt sind. Hierbei agiert die starke Stelle als Lotsin zu den verschiedenen Hilfsangeboten in den Ländern, wie auch der Meldestelle HessenGegenHetzeÖffnet sich in einem neuen Fenster, die Betroffenen von Hate Speech eine unkomplizierte Möglichkeit gibt, gegen Hass und Hetze im Netz aktiv vorzugehen. Frau Martina Ansorge von der „starken Stelle“ stellte an beiden Veranstaltungen die wichtige Ansprechstelle den Teilnehmerinnen und Teilnehmern vor.
Der hessische Landespräventionsrat (LPD)Öffnet sich in einem neuen Fenster wurde im Jahr 1992 gegründet – als zweiter Landesrat nach der Gründung des schleswig-holsteinischen im Jahre 1990. Der LPR begreift Kriminalitätsverhütung als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Ziel von Kriminalprävention ist Vorbeugung oder Verhinderung von Kriminalität und die Reduzierung von Kriminalitätsfurcht. Dies - so das Credo des LPR - kann umso eher gelingen, wenn eine enge und abgestimmte Zusammenarbeit der mit der Verhütung von Straftaten befassten Behörden und den die Arbeits-, Sozial-, Bildungs- und Wohnungspolitik gestaltenden Stellen untereinander erfolgt. Der Geschäftsführer des LPR, Herr Markus Wörsdörfer, stellte diese wichtige Institution an der Themeninsel vor.
Die Stadt Rüsselsheim am Main nimmt seit September 2018 an der Präventionsinitiative KOMPASS teil und wurde am 30. November 2023 mit dem KOMPASS-Sicherheitssiegel für eine hervorragende gemeinsame Präventionsarbeit ausgezeichnet. Die Stadt nimmt zudem an dem Pilotprojekt KOMPASSbahnhof teil. Durch die Akteure Patrik Philippi, Erika Hentschel und Julian Korreng wurde an der Themeninsel die Präventionsarbeit der Stadt Rüsselsheim am Main vorgestellt. Insbesondere zu den Maßnahmen rund um KOMPASS, dem Thema Sicherheit in der StadtÖffnet sich in einem neuen Fenster, Angebote und operative Tätigkeiten für und in einer interkulturellen Stadtgesellschaft, den Bereich JugendförderungÖffnet sich in einem neuen Fenster, die DEXT-Fachstelle der Stadt Rüsselsheim am MainÖffnet sich in einem neuen Fenster sowie Querschnittsaufgaben und Herausforderungen für die Zukunft wurde an dieser Themeninsel eingegangen.