Innenminister Poseck gemeinsam mit Vertretern der beteiigten Kommunen auf einem Gruppenfoto der Bescheidübergabe.

Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz

100.000 Euro für interkommunale Zusammenarbeit überreicht

Innenminister Roman Poseck hat heute im Rahmen der Förderung interkommunaler Zusammenarbeit einen Bescheid in Höhe von 100.000 Euro an den Gemeindevorstand der Gemeinde Burgwald überreicht. Die Kooperation umfasst die Städte Battenberg (Eder), Hatzfeld (Eder) sowie die Gemeinde Allendorf (Eder) und zielt auf eine gemeinsame Personalabrechnung ab.

Bei der feierlichen Übergabe waren neben dem Minister auch die Bürgermeister der beteiligten Kommunen – Lothar Koch (Burgwald), Carsten Schäfer (Allendorf (Eder)), Christian Klein (Battenberg (Eder)) und Dirk Junker (Hatzfeld (Eder)) – anwesend. Sie betonten die Bedeutung der Zusammenarbeit für die Zukunftsfähigkeit der Region.

Innenminister Roman Poseck betonte „Dass Kommunen gemeinsam Verantwortung für ihre Verwaltungen übernehmen, ist ein Zeichen von Weitsicht und Handlungsfähigkeit. Die interkommunale Zusammenarbeit im Personalbereich ist ein zentraler Schritt, um die Effizienz und Qualität der Verwaltung zu steigern und das bei gleichzeitiger Kostensenkung. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels und wachsender Aufgaben zeigt sich, dass durch die Bündelung von Ressourcen und Expertise die kommunale Daseinsvorsorge nachhaltig gesichert werden kann.

Die vier Kommunen Burgwald, Battenberg (Eder), Hatzfeld (Eder) und Allendorf (Eder) haben mit ihrer Zusammenarbeit im Personalwesen eine wegweisende Entscheidung getroffen. Sie organisieren ihre Personalabrechnung nun zentral und übernehmen damit Verantwortung für eine moderne, wirtschaftliche und bürgernahe Verwaltung.

Durch diese Zusammenarbeit werden jährlich rund 24.000 Euro eingespart. Das ist ein Effizienzgewinn von etwa 20 Prozent. Gleichzeitig wird die Qualität der Personalverwaltung durch den Einsatz moderner Verfahren und gemeinsamer Standards weiter gesteigert. Das entlastet nicht nur die Verwaltung, sondern schafft auch mehr Spielraum für die eigentlichen kommunalen Aufgaben.

Langfristig trägt diese Kooperation dazu bei, die Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Attraktivität der Kommunen zu stärken. Die vier beteiligten Kommunen setzen damit ein starkes Signal. Sie beweisen, dass freiwillige Zusammenarbeit nicht nur machbar, sondern auch gewinnbringend ist. Es freut mich besonders, dass wir als Land Hessen dieses wichtige Projekt unterstützen können. Ich wünsche allen Beteiligten viel Erfolg bei der Umsetzung und den weiteren Schritten auf dem Weg zu einem Gemeindeverwaltungsverband ab 2028.“

Erfolgsmodell mit Zukunft: 20 Jahre Förderung der Interkommunalen Zusammenarbeit in Hessen

Die interkommunale Zusammenarbeit (IKZ) in Hessen ist eine echte Erfolgsgeschichte. Bereits im Jahr 2004 wurde die erste „Rahmenvereinbarung zur Förderung der interkommunalen Zusammenarbeit“ in enger Abstimmung mit den kommunalen Spitzenverbänden ins Leben gerufen. Seitdem hat die Hessische Landesregierung das Förderprogramm konsequent weiterentwickelt: Die Zahl der förderfähigen Aufgabenbereiche wurde stetig erweitert, ebenso der Kreis der antragsberechtigten Kommunen. Heute können nahezu alle hessischen Städte, Gemeinden und Landkreise Anträge stellen – und das für nahezu das gesamte kommunale Aufgabenspektrum.

Das Programm überzeugt durch Praxisnähe, einfache Antragstellung und hohe Wirksamkeit: Seit 2008 wurden 564 Projekte mit einer Fördersumme von über 39,4 Millionen Euro bewilligt, an denen 2.641 Kommunen beteiligt waren (Mehrfachzählung bei mehreren Projekten pro Kommune). Statistisch gesehen ist also jede der 442 hessischen Kommunen (421 Gemeinden und 21 Kreise) an 6,27 IKZ-Projekten beteiligt.

Die Bandbreite der geförderten interkommunalen Kooperationen in Hessen ist außerordentlich vielfältig und betrifft seit jeher nahezu alle Bereiche kommunaler Daseinsvorsorge. Zahlreiche dieser Projekte haben Vorbildcharakter für andere Kommunen. So kooperieren immer mehr Städte und Gemeinden bei der Beschaffung und Wartung von Feuerwehrtechnik, halten gemeinsame Verwaltungs- und Ordnungsbehördenbezirke vor oder arbeiten in Bereichen wie Abfallentsorgung, Finanzverwaltung oder Bauverwaltung zusammen. Auch die fortschreitende Digitalisierung eröffnet neue Kooperationsfelder: Datenschutz, IT-Sicherheit und Cybersicherheit zählen inzwischen ebenso zum geförderten Spektrum wie die gemeinsame Organisation kommunaler Veranstaltungen. Die Zuschusshöhe ist dabei gestaffelt nach der Anzahl der beteiligten Kommunen und dem Umfang der Zusammenarbeit. Dadurch können kleinere, punktuelle Projekte ebenso gefördert werden wie umfassende Zusammenschlüsse auf Kreis- oder Verbandsebene.

Unterstützt werden die Kommunen nicht nur finanziell, sondern auch fachlich, Das „Kommunale Beratungszentrum Hessen – Partner der Kommunen“ begleitet Städte, Gemeinden und Landkreise seit 2009 mit praxisnaher Beratung zu strategischen, rechtlichen und organisatorischen Fragen rund um die interkommunale Zusammenarbeit – von der Projektidee über die Antragstellung bis zur Umsetzung. Weitere Informationen unter: https://beratungszentrum.hessen.de/Öffnet sich in einem neuen Fenster