Sechs Personen stehen vor einer Statue auf einer Brücke.

Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz

Andreas Hofmeister bei der 30. Johannes von Nepomuk-Gedenkfeier in Villmar

Der Beauftragte der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Andreas Hofmeister, hat an der 30. Gedenkfeier an der Nepomuk-Gedenkstätte auf der Villmarer Marmorbrücke teilgenommen und dort ein Grußwort gesprochen.

Erinnerung als Auftrag für Gegenwart und Zukunft

Die Gedenkfeier wurde gemeinsam von der Ackermann-Gemeinde, dem Bund der Vertriebenen Limburg-Weilburg, der katholischen Pfarrgemeinde, dem Partnerschaftsverein Villmar sowie der Egerländer Gmoi’z Limburg gestaltet.

In seinem Grußwort würdigte Hofmeister die Verehrung des heiligen Johannes von Nepomuk, des „Brückenbauers“ und Schutzpatrons Böhmens, als Ausdruck gelebter Erinnerungskultur. Geschichte sei ohne ihre Vorgeschichte nicht denkbar. Gerade in einer Zeit, in der sich Europa erneut großen Herausforderungen gegenübersieht, brauche es das Bewusstsein für das, was war — und die Bereitschaft, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Blick zurück eröffnet auch eine Perspektive des Dankes

Mit Blick auf das Jahr 2026 erinnerte Hofmeister daran, dass sich die Vertreibung von Millionen Deutschen aus Ostmittel-, Ost- und Südosteuropa zum 80. Mal jährt. Zugleich werde in der Region Limburg-Weilburg auch daran erinnert, dass damals organisierte Transporte von Heimatvertriebenen unter anderem am Bahnhof von Villmar ankamen — Menschen, die ihre Heimat verloren hatten und in Ungewissheit eine neue Zukunft beginnen mussten.

„Unrecht erzeugt neues Unrecht. Deshalb müssen wir dafür eintreten, dass nicht das Recht des Stärkeren, sondern die Stärke des Rechts das Leben der Völker bestimmt“, betonte Hofmeister.

Gedenken wie das an Johannes von Nepomuk trügen dazu bei, das Bewusstsein für die Geschehnisse der Vergangenheit wachzuhalten. Gleichzeitig eröffne der Blick zurück auch eine Perspektive des Dankes: Dank für das gelungene Ankommen vieler Vertriebener, für den Aufbau neuer Heimat und dafür, dass trotz allen Leids und aller Verluste vieles gut geworden sei.

Verantwortung für heute und morgen

Diese Botschaft habe auch für die Gegenwart eine hohe Relevanz. Erinnerungskultur bedeute nicht allein Rückschau, sondern immer auch Verantwortung für heute und morgen.

Hofmeister verwies zudem auf den bevorstehenden Sudetendeutschen Tag zu Pfingsten in Brünn, der ebenfalls im Zeichen von 80 Jahren Vertreibung, Versöhnung und gemeinsamer europäischer Erinnerung stehen werde.

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