Als 34. Kommune in Hessen ist die Stadt Bad Arolsen dem Landesprogramm „Gewalt-Sehen-Helfen“ zur Förderung der Zivilcourage beigetreten. Innenstaatssekretär Martin Rößler übergab im Rathaus die Urkunde, die der Stadt die Nutzung des Logos sowie der Plakate und Werbemittel des Programms erlaubt. „Gewalt-Sehen-Helfen“ vermittelt Bürgern in Form von Seminaren und gezielter Öffentlichkeitsarbeit die Handlungskompetenzen, die sie benötigen, um Menschen in gewaltgeneigten Situationen zu helfen. So leistet das Programm einen Beitrag zur Zivilcourage und zur Stärkung des subjektiven und objektiven Sicherheitsempfindens.
Martin Rößler betonte bei der Urkundenübergabe die Bedeutung von Präventionsprogrammen wie „Gewalt-Sehen-Helfen“: „Bad Arolsen ist eine sichere Stadt. Die Zahl der Straftaten in der Kommune ist in den Jahren 2023 bis 2025 von 837 auf 613 gesunken. In Relation zur Einwohnerzahl war die Zahl der Delikte in Bad Arolsen in den vergangenen Jahren stets niedriger als in Hessen und im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Nordhessen insgesamt. So lag die sogenannte Häufigkeitsziffer auch 2025 recht niedrig bei 3.819. Trotzdem ist Präventionsarbeit, wie sie das Programm ,Gewalt-Sehen-Helfen‘ bietet, hochsinnvoll. Wenn Menschen Angst haben, Opfer einer Gewalttat zu werden, mindert das ihre Lebensqualität. Zugleich kann es potenzielle Straftäter motivieren, wenn bei Gewalttaten niemand einschreitet oder Hilfe herbeiruft.
Mit ihrem Beitritt zum Programm ,Gewalt-Sehen-Helfen‘ setzt die Stadt Bad Arolsen ein starkes Zeichen für eine Kultur des Hinsehens und Helfens. In den Seminaren lernen die Teilnehmer, was sie in gewaltgeneigten Situationen tun können, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele Menschen an den Präventionsangeboten teilnehmen würden. Allen, die sich als Multiplikatoren oder in anderen Funktion für ,Gewalt-Sehen-Helfen‘ engagieren, danke ich herzlich. Mit ihrer Präventionsarbeit leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Stärkung des Sicherheitsgefühls in Hessen.“
Stärkung der Zivilcourage
Mit dem Programm „Gewalt-Sehen-Helfen“ fördert die Hessische Landesregierung seit dem Jahr 2005 die Zivilcourage. Das Programm steht allen Städten, Gemeinden und Landkreisen offen. „Gewalt-Sehen-Helfen“, das im Jahr 1997 von der Stadt Frankfurt am Main entwickelt wurde, verfolgt dabei einen gewaltfreien, deeskalierenden, opferzentrierten und gemeinwesensorientierten Ansatz. Es fördert die Handlungssicherheit potenzieller Helfer und vermittelt so ein Stück Lebenskompetenz. Die Seminare des Programms werden von Multiplikatoren angeboten, die zuvor eine Ausbildung bei Landestrainern durchlaufen haben. In den Kommunen bzw. Landkreisen bieten die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren rund vierstündige Seminare an, zum Beispiel in Vereinen oder an Volkshochschulen. Die Landes-Gewaltpräventionsinitiative „Netzwerk gegen Gewalt“ organisiert und finanziert die Aus- und Fortbildungsveranstaltungen für Multiplikatoren. Die Durchführung der Seminare obliegt den Kommunen. Die hessische Polizei beteiligt sich an den Schulungen und stellt jeweils ein Startpaket mit Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung. Zudem erhält jede Kommune 250 Euro für Werbemittel.