Eine Gruppe von Menschen steht in einer Reihe vor einem Gebäude mit Aufschrift "Stadthalle" - ein paar Meter vor ihnen stehen auch zur Kamera gerichtet Herr Poseck, Herr Bärtl und Herr Richter.

Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz

Baunatal stärkt Sicherheit und Krisenvorsorge

Innenminister Roman Poseck hat heute die Stadt Baunatal in das Präventionsprogramm KOMPASS begrüßt. Baunatal ist damit die 178. Kommune, die an dem Erfolgsprogramm teilnimmt.

Künftig arbeitet die Gemeinde gemeinsam mit der hessischen Polizei, den örtlichen Sicherheitsbehörden und den Bürgern daran, die Sicherheitsarchitektur vor Ort weiterzuentwickeln und das Sicherheitsgefühl nachhaltig zu stärken. Zudem wurde Baunatal in dem neuen Programm KOMPASS Resilienz aufgenommen, um die Widerstandsfähigkeit zu stärken. Derzeit nehmen 29 Kommunen an dem Programm teil.

Innenminister Roman Poseck erklärte: „Die Bürger leben sicher in Baunatal. Ein Beleg dafür ist die Polizeiliche Kriminalstatistik. Danach wurden 2025 insgesamt 1.049 Straftaten registriert und damit 4,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch die Häufigkeitszahl, die Straftaten je 100.000 Einwohner abbildet, sank um 3 Prozent auf 3.756 in 2025 und liegt damit deutlich unter dem Hessenschnitt von 6.000. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote von 55,8 auf 61,3 Prozent. Diese Zahlen sind das Ergebnis der herausragenden Arbeit der Polizei, die rund um die Uhr für die Sicherheit der Menschen im Einsatz sind.

Baunatal arbeitet bereits seit vielen Jahren kontinuierlich daran, sowohl die objektive Sicherheit als auch das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung spürbar zu stärken. Mit dem etablierten Arbeitskreis Sicherheit verfügt die Stadt Baunatal bereits seit 2010 über ein bewährtes Gremium, das in seiner strategischen Ausrichtung dem im KOMPASS-Prozess vorgesehenen Präventionsrat gleicht. Zu den bereits bestehenden bzw. in der Vergangenheit durchgeführten Präventionsmaßnahmen gehören unter anderem: Personelle Verstärkung der Ordnungspolizei, Einsatz von Streetworkern im Stadtgebiet, Bürgerdialog im Rahmen von Bürgersprechstunden, Bereitstellung eines eigenen städtischen Mängelmelders, regelmäßige Fahrradcodierungsaktionen gemeinsam mit der Polizei und Graffiti-Projekte und -Aktionen in verschiedenen Stadtteilen zur Aufwertung verschiedener Quartiere.

Baunatal zeigt, wie vorausschauende Sicherheitsvorsorge vor Ort mit Leben gefüllt werden kann.

Roman Poseck Innenminister

Ich begrüße sehr, dass Baunatal bereits etliche Präventionsmaßnahmen umgesetzt hat und diese in KOMPASS jetzt zusammenführt, intensiviert und neue Schwerpunkte setzt.

Zugleich hat die Kommune erkannt, dass die Stadt widerstandsfähiger werden muss.  Ein Cyberangriff, ein längerer Stromausfall oder ein schweres Unwetter können das öffentliche Leben erheblich beeinträchtigen. Dann kommt es darauf an, dass die Verantwortlichen vorbereitet sind, wichtige Einrichtungen weiter funktionieren und die Menschen wissen, wo sie Hilfe bekommen.

Baunatal trifft dafür konkrete Vorkehrungen und baut seine Krisenvorsorge weiter aus.

Eine besondere Rolle spielen dabei auch die Freiwilligen Feuerwehren. Wenn nachts die Sirene ertönt, verlassen Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner ihre Familien, um anderen zu helfen. Dieses Engagement ist alles andere als selbstverständlich. Mein besonderer Dank gilt deshalb den Einsatzkräften und den vielen Kindern und Jugendlichen, die sich für die Feuerwehr begeistern.

Ich danke Bürgermeister Henry Richter, dem Resilienzbeauftragten Ralf Seitz und allen Beteiligten für ihren Einsatz. Baunatal zeigt, wie vorausschauende Sicherheitsvorsorge vor Ort mit Leben gefüllt werden kann.“

Gemeinsam für mehr Sicherheit in Baunatal

Henry Richter, Bürgermeister der Stadt Baunatal, sagte:„Mit KOMPASS Sicherheit und KOMPASS Resilienz entwickeln wir unsere bisherige Sicherheitsarbeit in Baunatal konsequent weiter. Gemeinsam mit dem Land Hessen und der Polizei wollen wir die Sicherheitsbedürfnisse der Menschen gezielt aufgreifen, wirksame Präventionsmaßnahmen entwickeln und unsere Stadt besser auf Krisensituationen vorbereiten. Unser Ziel ist ein Baunatal, in dem die Menschen sicher leben und sich auch in außergewöhnlichen Situationen auf eine handlungsfähige Stadt verlassen können.“

Marco Bärtl, Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Nordhessen: „Ich freue mich sehr, die Stadt Baunatal als neue KOMPASS-Kommune in Nordhessen begrüßen zu dürfen. Sicherheit gelingt am besten gemeinsam mit der Stadt, der Polizei und vor allem mit den Menschen vor Ort. Mit KOMPASS schaffen wir eine wichtige Grundlage, um die Sicherheitsbedürfnisse der Baunataler Bürgerinnen und Bürger noch besser zu erkennen und damit diese lebenswerte Stadt noch sicherer zu machen. Ich wünsche der Stadt Baunatal viel Erfolg und freue mich auf unsere fortgesetzte, sehr gute Zusammenarbeit. Das Polizeipräsidium Nordhessen steht bei der Umsetzung des Prozesses mit engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterstützend an ihrer Seite.“

KOMPASS-Sicherheitssiegel würdigt kommunale Präventionsarbeit

Bereits 2021 beschloss die Stadtverordnetenversammlung, eine Teilnahme am Landesprogramm KOMPASS prüfen zu lassen. Seit August 2026 gehört Baunatal offiziell dem Präventionsprogramm an.

Vier städtische Ordnungspolizeibeamte sind regelmäßig im Stadtgebiet unterwegs. Sie überwachen die Einhaltung ordnungsrechtlicher Vorschriften und stehen den Bürgerinnen und Bürgern als Ansprechpartner zur Verfügung. Dabei arbeiten sie eng mit dem Polizeirevier Süd-West zusammen. Seit Anfang 2026 ermöglichen erweiterte Dienstzeiten auch Einsätze abends und an Wochenenden.

Mit KOMPASS unterstützt das Land Hessen Städte und Gemeinden dabei, gemeinsam mit Polizei und Bevölkerung Sicherheitsbedürfnisse zu erkennen und geeignete Präventionsmaßnahmen zu entwickeln.

Baunatal baut kommunale Krisenvorsorge weiter aus

Baunatal hat sich für die Teilnahme an KOMPASS Resilienz entschieden. Die Bewerbung erfolgte durch Bürgermeister Henry Richter. Als Resilienzbeauftragter begleitet der hauptamtliche Stadtbrandinspektor Ralf Seitz die Umsetzung.

Die rund 27.800 Einwohner zählende Stadt plant, ihre sieben Stadtteilfeuerwehren und drei Notunterkünfte mit Notstrom zu versorgen, unabhängige Kommunikationswege aufzubauen und ein flächendeckendes Sirenennetz einzurichten. Hinzu kommen Katastrophenschutz-Leuchttürme sowie Informations- und Wärmeinseln, die der Bevölkerung im Krisenfall als Anlaufstellen dienen sollen.

Weitere Vorhaben sind ein Stabsraum für die überörtliche technische Einsatzleitung und mobile Tankstellen zur Versorgung von Notstromaggregaten und Einsatzfahrzeugen. Auch die Krisenstabsstrukturen sollen gestärkt werden.

Im März 2026 informierten Stadtverwaltung, Feuerwehr und Energieversorger rund 100 Bürgerinnen und Bürger in der Stadthalle über Versorgungssicherheit und das richtige Verhalten bei Stromausfällen.

Hintergrund

Das Landesprogramm KOMPASS Resilienz unterstützt Städte, Gemeinden und Landkreise dabei, sich auf Krisen und außergewöhnliche Gefahrenlagen vorzubereiten. Es umfasst vier Handlungsfelder: die Sicherung der kommunalen Handlungsfähigkeit, die Stärkung des Bevölkerungsschutzes, die Förderung der Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung sowie die Vernetzung zum Schutz Kritischer Infrastrukturen.

Ein Leitfaden, eine Checkliste und digitale Expertensprechstunden helfen, Schwachstellen zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu entwickeln.

Die Landesregierung hat 2023 einen Sicherheits- und Resilienzrat eingerichtet und eine ressortübergreifende Resilienzstrategie beschlossen. Ein Resilienzplan bündelt weitere Vorsorgemaßnahmen. Im November 2026 beteiligt sich Hessen an der bundesweiten Krisenmanagementübung LÜKEX zum Thema „Hitze und Dürre“.

Mit Stand vom 8. Oktober 2026 nehmen 29 hessische Kommunen an KOMPASS Resilienz teil. Das Programm steht allen Städten, Gemeinden und Landkreisen offen. Voraussetzung sind die Bereitschaft zur Umsetzung geeigneter Maßnahmen und die Benennung einer oder eines Resilienzbeauftragten. Bewerbungen sind unter resilienz-siegel@innen.hessen.de möglich.

Mit der Übergabe des KOMPASS Resilienz-Schildes wird die Teilnahme Baunatals am Landesprogramm sichtbar. Das eigentliche Resilienz-Siegel kann die Stadt später erhalten, wenn sie in jedem der vier Handlungsfelder mindestens eine geeignete Maßnahme auf den Weg gebracht oder umgesetzt hat und diese nach entsprechender Dokumentation erfolgreich geprüft wurden.

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