Herr Poseck und Herr Hennemann stehen nebeneinander und halten gemeinsam ein Kompass Siegel in den Händen.

Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz

Bickenbach stärkt seine Krisenvorsorge

Innenminister Roman Poseck hat die Gemeinde Bickenbach (Landkreis Darmstadt-Dieburg) am 24. September offiziell im Landesprogramm KOMPASS Resilienz begrüßt und Bürgermeister Markus Hennemann das KOMPASS Resilienz-Schild überreicht.

Bickenbach gehörte zu den ersten Kommunen, die bereits vor dem offiziellen Programmstart im Juni einen Resilienzbeauftragten benannt hatten. Diese Aufgabe übernimmt René Coradill, Fachbereichsleiter Bauen und Ordnung und zugleich Gemeindebrandinspektor. Bickenbach ist die mittlerweile 7. Kommune, die offiziell in dem KOMPASS-Programm begrüßt wurde.

Innenminister Roman Poseck betonte bei der Begrüßung: „Resilienz ist zu einem Schlüsselbegriff moderner Sicherheitspolitik geworden. Pandemien, Naturkatastrophen, Terrorismus, geopolitische Spannungen, fragile Lieferketten und hybride Bedrohungen wie Cyberangriffe, Sabotageakte und Desinformationskampagnen zeigen, dass es absolute Sicherheit nicht geben kann. Sicherheit bedeutet im 21. Jahrhundert deshalb mehr als Gefahrenabwehr. Sie bedeutet vor allem Widerstandsfähigkeit. Als Gemeinwesen sind wir am Ende nur so resilient wie das am wenigsten vorbereitete Glied. Resilienz ist daher eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, zu der der Staat, die Betreiber Kritischer Infrastrukturen und jeder Einzelne beitragen müssen.

Die Kommunen spielen dabei eine Schlüsselrolle. Vor Ort sind die Menschen unmittelbar von Krisen betroffen, vor Ort arbeiten Feuerwehr und Hilfsorganisationen zusammen und vor Ort werden Krisen bewältigt. Zugleich erfüllen die Kommunen wichtige Aufgaben der Daseinsvorsorge und sind für die Bürger die erste Anlaufstelle im Kontakt mit dem Staat. Mit KOMPASS Resilienz wollen wir das bestehende kommunale Engagement bündeln, stärken und weiterentwickeln.

Bickenbach zeigt, wie Krisenvorsorge vor Ort gelingt. Wer heute vorsorgt, bleibt im Ernstfall handlungsfähig.

Roman Poseck Innenminister

Bickenbach ist dafür ein hervorragendes Beispiel. Die Gemeinde hat sich schon vor ihrem Beitritt zu KOMPASS Resilienz vorbildlich auf Krisen vorbereitet, insbesondere auf einen längeren Stromausfall. Es gibt einen kommunalen Krisenstab und ein Konzept, um wichtige Verwaltungsaufgaben und die Kritischen Infrastrukturen vor Ort aufrechtzuerhalten. Feuerwehrgerätehaus, Bürgerhaus und Rathaus können mit Notstrom versorgt werden, mobile Notstromaggregate und Heizgeräte stehen bereit und die Kraftstoffversorgung für Feuerwehr, Bauhof und Notstromaggregaten ist für 48 Stunden gesichert. Hinzu kommen mobile Sirenen zur Warnung der Bevölkerung, regelmäßige Übungen zur Trinkwasserversorgung über Notbrunnen und ein Konzept für den Notbetrieb der Kindertagesstätten. Das ist gelebte Krisenvorsorge, die im Ernstfall den Unterschied macht. Mein Dank gilt Bürgermeister Markus Hennemann, dem Resilienzbeauftragten René Coradill und den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr Bickenbach für dieses Engagement.

Der mehrtägige Stromausfall in Berlin zu Beginn des Jahres hat uns vor Augen geführt, wie wichtig eine gute Vorbereitung auf solche Lagen ist. Das Land hat hier in den vergangenen Jahren gezielt vorgesorgt. Seit 2008 haben wir mehr als 100 Millionen Euro in die Ausstattung des Katastrophenschutzes investiert und die Zahl der Landesfahrzeuge auf rund 900 mehr als verdreifacht. Jeder Landkreis verfügt über Netzersatzanlagen des Landes, und seit 2020 fördern wir die Notstromertüchtigung von Feuerwehrhäusern, die in Krisen auch als Anlaufpunkt für die Bürger dienen können. Mit KOMPASS Resilienz setzen wir diesen Weg fort und unterstützen die Kommunen ganz praktisch dabei, ihre Widerstandsfähigkeit weiter zu erhöhen. Resilienz ist in diesen krisenhaften Zeiten das Gebot der Stunde.“

Niederschwellige Programm-Teilnahme / Resilienz-Siegel als Auszeichnung

KOMPASS Resilienz richtet sich an hessische Städte, Gemeinden und Landkreise, die ihre kommunale Resilienz weiterentwickeln möchten. Das Programm baut auf bestehenden Aufgaben der Kommunen im Katastrophen- und Zivilschutz auf und bietet einen zusätzlichen Ergänzungsrahmen, um die Widerstandsfähigkeit gegen Krisen jeglicher Art zu erhöhen. Voraussetzung zur Teilnahme ist die Benennung eines Resilienzbeauftragten, der in der Verwaltung die Maßnahmen vor Ort koordiniert und als Ansprechperson fungiert. Die Vernetzung aller relevanten kommunalen Stellen durch einen Resilienzrat bzw. ein kommunales Gremium für Resilienzthemen wird empfohlen, um das Querschnittsthema Resilienz effektiv anzugehen. Synergien mit ggf. bereits bestehenden Gremien vor Ort, wie einem Präventionsrat oder der KOMPASS-Sicherheitskonferenz, können genutzt werden.

Interessierte Kommunen können sich unter resilienz-siegel@innen.hessen.de um eine Programm-Teilnahme bewerben. Hat eine Kommune aus jedem KOMPASS Resilienz-Handlungsfeld mindestens eine Maßnahme auf den Weg gebracht oder umgesetzt, kann Sie die Checkliste samt einer kurzen formlosen Beschreibung jeder Maßnahme und der ausführlicheren Darstellung einer besonders erfolgreichen Maßnahme in der Geschäftsstelle KOMPASS Resilienz einreichen. Werden die Maßnahmen als geeignet bewertet im Sinne einer nachhaltigen Steigerung der Resilienz vor Ort, wird die Kommune für ihr Engagement für ein krisenfestes Gemeinwesen mit dem Resilienz-Siegel ausgezeichnet.

Weitere Informationen zum Programm, wie z. B. den Leitfaden und die Checkliste finden sich unter der Themenseite KOMPASS Resilienz.

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