Zehn Vertreterinne und Vertreter des Bürstädter Stadtteils Bobstadt sowie Innenminister Poseck stehen nebeneinander in einer Halle.

Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz

Bürstädter Stadtteil Bobstadt erhält Freiherr-vom-Stein-Ehrenurkunde

Innenminister Roman Poseck hat die Stadt Bürstadt zum 1.250-jährigen Bestehen des Stadtteils Bobstadt mit der Freiherr-vom-Stein-Ehrenurkunde für kommunale Verdienste ausgezeichnet.

Die erste urkundliche Erwähnung Bobstadts datiert auf den 1. Oktober 776. Im Lorscher Codex wird der Ort als „Babestat“ genannt. Anlass ist eine Schenkung der Eufemia, Tochter des Grafen Cancor, an das Kloster Lorsch. Bobstadt gehört seit der hessischen Gebietsreform im Jahr 1972 zur Stadt Bürstadt. Der Stadtteil blickt auf eine lange Geschichte zurück und ist heute durch ein aktives Gemeindeleben und starken bürgerschaftlichen Zusammenhalt geprägt. Anlässlich des Jubiläums haben die Bürger ein vielfältiges Festprogramm organisiert.

Innenminister Roman Poseck würdigte vor Ort insbesondere den Gemeinsinn der Bürger: „1250 Jahre Bobstadt sind ein beeindruckendes Zeugnis lebendiger Geschichte in Hessen. Seit der ersten Erwähnung im Lorscher Codex hat sich der Ort über viele Jahrhunderte hinweg stetig weiterentwickelt und dabei seine Identität bewahrt. Solche Jubiläen führen uns vor Augen, wie wichtig es ist, die eigene Geschichte zu kennen und weiterzugeben. Sie stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl und machen deutlich, dass unsere Städte und Gemeinden weit mehr sind als Verwaltungseinheiten – sie sind Heimat. Gerade in Bobstadt zeigt sich, wie viel durch ehrenamtliches Engagement und gelebten Gemeinsinn erreicht werden kann. Die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und sich aktiv einzubringen, ist die Grundlage einer funktionierenden kommunalen Selbstverwaltung. Diese ist ein zentraler Pfeiler unserer Demokratie und lebt von den Menschen vor Ort. Wenn es gelingt, diesen Zusammenhalt und dieses Engagement auch an die nächsten Generationen weiterzugeben, wird Bobstadt auch in Zukunft ein lebens- und liebenswerter Ort bleiben. Im Namen der Hessischen Landesregierung gratuliere ich allen Bürgern herzlich zu diesem besonderen Jubiläum und zur Auszeichnung mit der Freiherr-vom-Stein-Ehrenurkunde.“

Hintergrund: Freiherr-vom-Stein-Ehrungen

Als preußischer Staatsminister wirkte Karl Freiherr vom und zum Stein (1757-1831), der aus Nassau an der Lahn stammte, auf Reformen hin, die im Jahr 1808 in die Preußische Städteordnung mündeten. Diese wegweisende Ordnung wurde zur Grundlage für die heutige kommunale Selbstverwaltung. Auf dem Wiener Kongress 1815 setzte sich Freiherr vom Stein erfolgreich für das Fortbestehen der staatlichen Selbständigkeit der Stadt Frankfurt am Main ein und wurde dort daraufhin zum Ehrenbürger ernannt. Der Hessische Landtag wählte 1952 als Kommunalverfassung bewusst die Magistratsverfassung in der Tradition der Steinschen Städteordnung von 1808.

Die Freiherr-vom-Stein-Plakette ist die höchste Auszeichnung des Landes Hessen für kommunale Verdienste. Außer der nur einmal stattfindenden Verleihung der Freiherr-vom-Stein-Plakette an Gemeinden, die mindestens 750 Jahre alt sind, kann einzelnen Ortsteilen der Gemeinden aus Anlass eines entsprechenden Jubiläums die Freiherr-vom-Stein-Ehrenurkunde verliehen werden. Seit dem Jahr 1956 wird diese auch an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens verliehen, die sich auf dem Gebiet der kommunalen Selbstverwaltung besondere Verdienste erworben haben.