Eine Gruppe von gut 10 Personen, davon viele uniformiert, stehen zusammen in einem Gebäude.

Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz

Dieburger Polizei zieht positive Bilanz

Die diesjährige Sommertour von Innenminister Roman Poseck steht unter der Überschrift „SICHERHEIT ENTSTEHT VOR ORT – INNENMINISTER IM DIALOG MIT DER POLIZEI“. Zum Abschluss seines heutigen Besuchstages in Südhessen besucht der Minister die Polizeistation Dieburg, die dritte Station des Tages nach Wald-Michelbach und Erbach.

Innenminister Roman Poseck betonte: „In meiner diesjährigen Sommertour ist es mir besonders wichtig, die Bedeutung der hessischen Polizei für die Sicherheit vor Ort herauszustellen. Deshalb besuche ich zehn Polizeistationen in ganz Hessen und begleite zwei Streifen. Anders als die ländlich geprägten Dienstgebiete im Odenwald ist die Arbeit hier auch durch die Nähe zur Stadt Darmstadt und zum Rhein-Main-Gebiet geprägt.

Sicherheit ist kein Selbstläufer, sondern das Ergebnis unermüdlichen Einsatzes für den Schutz der Bürger. Im Zuständigkeitsbereich der Polizeistation Dieburg sind die Straftaten von 2024 auf 2025 um rund neun Prozent auf 3.187 Fälle gesunken. Gleichzeitig ist die Aufklärungsquote von 57,8 Prozent im Jahr 2024 auf 63 Prozent im Jahr 2025 deutlich gestiegen und liegt damit über dem Hessenschnitt von 61,1 Prozent. Der Landkreis Darmstadt-Dieburg gehört zu den drei sichersten Landkreisen in Hessen. Die sogenannte Häufigkeitszahl, also die Straftaten pro 100.000 Einwohner, liegt im Zuständigkeitsbereich der Polizeistation Dieburg bei rund 3.006 und beträgt damit die Hälfte des hessischen Schnitts von rund 6.000. Diese Zahlen belegen die beeindruckende Leistung der Polizisten vor Ort, die täglich rund um die Uhr im Wechselschichtdienst für die Sicherheit der Menschen im Einsatz sind.

Ein besonderes Augenmerk gilt der Sicherheit rund um E-Scooter. Wie dringend hier Handeln geboten ist, zeigen die in dieser Woche veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Danach ist die Zahl der E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden bundesweit im Jahr 2025 um über 38 Prozent auf 16.496 Fälle gestiegen, 38 Menschen kamen dabei ums Leben. Mehr als die Hälfte der Verunglückten war jünger als 25 Jahre. Zu den häufigsten Unfallursachen zählen die falsche Nutzung von Fahrbahnen und Gehwegen, Fahren unter Alkoholeinfluss und nicht angepasste Geschwindigkeit. E-Scooter sind aus dem Straßenbild nicht mehr wegzudenken. Umso wichtiger ist es, dass ihre Nutzung sicher und regelkonform erfolgt.

Die Beamten der Polizeistation Dieburg sorgen in einem großen und vielfältigen Dienstgebiet für Sicherheit. Weniger Straftaten und eine deutlich gestiegene Aufklärungsquote sprechen eine klare Sprache für die Sicherheit vor Ort.

Roman Poseck Innenminister

Die südhessische Polizei hat dieses Thema früh erkannt und mit ihrem E-Scooter-Konzept einen wichtigen Schwerpunkt gesetzt. Zum 1. Juli 2026 ist die Präventionskampagne „E-Scooter? Nur mit Plan. Regeln kennen. Sicher ankommen.“ gestartet. Ziel ist die Stärkung von Regelkenntnis, Verantwortungsbewusstsein und sicherem Verhalten im Umgang mit E-Scootern. Dazu gehören Aufklärung und Kommunikation, Beschulungen für Polizeidienststellen, Ordnungsämter und Stadtpolizeien, sichtbare Kontrollen mit klaren Konsequenzen bei Verstößen sowie Kooperationen mit dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat und E-Scooter-Unternehmen. Über Informationsspots auf 430 Bildschirmen in Bussen und Bahnen der HEAG mobilo werden die Menschen zudem direkt im Alltag erreicht.

Dass dieser Ansatz aus Prävention und Kontrolle wirkt, hat die Polizeistation Dieburg in dieser Woche eindrucksvoll unter Beweis gestellt. An mehreren Kontrollstellen in Dieburg und Babenhausen nahmen die Beamten über 110 Fahrzeuge sowie E-Scooter unter die Lupe. Neben mehreren Geschwindigkeitsverstößen wurde ein Verfahren wegen des Verdachts des Fahrens unter Alkoholeinfluss eingeleitet. Bei den kontrollierten E-Scootern und ihren Nutzern gab es dagegen keine Beanstandungen, ein erfreuliches Zeichen, dass die Botschaft der Kampagne ankommt. Mit ihrem stationsinternen Kontrolltrupp, der regelmäßig eigenständige Kontrollen im Verkehrsbereich sowie in weiteren Bereichen plant und durchführt, leistet die Polizeistation Dieburg einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit in der Region.

Wie anspruchsvoll die Arbeit der Polizei sein kann, zeigt sich im Dieburger Land regelmäßig bei Großveranstaltungen. Der Fastnachtsumzug in Dieburg gehört mit bis zu 110.000 Zuschauern zu den größten in ganz Hessen, das Groß-Umstädter Winzerfest zieht als größtes Weinfest der Region jährlich ebenfalls rund 110.000 Besucher an. Für die Beamten sind diese Veranstaltungen ein enormer polizeilicher Kraftakt, der dank der guten Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden hervorragend funktioniert. Diese gute Zusammenarbeit steht auch bei der Präventionsarbeit im Fokus. Fünf der acht Kommunen im Zuständigkeitsbereich sind KOMPASS-Kommunen, drei Schutzleute vor Ort sind als direkte Ansprechpersonen für die Menschen im Einsatz.

Mein Besuch in Dieburg hat gezeigt, dass die Beamten Großveranstaltungen vorbildlich meistern und zugleich erste Ansprechpartner für die Bürger sind. Das Dieburger Land ist eine sehr sichere Region. Ich danke allen Polizisten der Polizeistation Dieburg, die sich täglich für die Sicherheit einsetzen.“

Polizeipräsident Vögele zur E-Scooter-Kampagne

Polizeipräsident Christian Vögele ergänzt: „Mit unserer gerade gestarteten Präventionskampagne möchten wir das Thema „E-Scooter“ gezielt aufgreifen. E-Scooter sind beliebt und das Fahren damit macht Spaß. Es handelt sich aber nicht um Spielzeuge, sondern um Verkehrsmittel und diese müssen verantwortungsvoll genutzt werden. Die Entwicklung der Unfallzahlen in Südhessen ist besorgniserregend und unterstreicht, dass von E-Scootern eine ernste Gefahr im Straßenverkehr ausgehen kann. Mit unserer Kampagne setzen wir künftig auf verstärkte Kontrollen und zugleich auf Prävention, um der deutlichen Zunahme von Verkehrsunfällen mit E-Scootern entgegenzuwirken. Dies nicht nur in der Stadt, sondern auch im ländlichen Bereich, da hier eine deutliche Zunahme der Nutzung zu verzeichnen ist.“

Hintergrund

Die Polizeistation Dieburg ist Teil der Polizeidirektion Darmstadt-Dieburg im Polizeipräsidium Südhessen. Sie ist zuständig für die acht Kommunen Babenhausen, Dieburg, Eppertshausen, Groß-Umstadt, Groß-Zimmern, Münster, Otzberg und Schaafheim. Mit einer Fläche von rund 350 Quadratkilometern betreut sie das größte Dienstgebiet innerhalb der Polizeidirektion. Im Osten grenzt das Dienstgebiet an das Polizeipräsidium Südosthessen sowie an das Bundesland Bayern mit der Polizeiinspektion Aschaffenburg. Die Beamten arbeiten im 24/7-Wechselschichtdienst in fünf Dienstgruppen. Im Dienstgebiet befindet sich zudem die Justizvollzugsanstalt Dieburg.