Innenminister Roman Poseck hat heute an der Dienst- und Mitgliederversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Groß-Gerau teilgenommen und in seiner Rede ausgeführt:
„Extreme Hitze, langanhaltende Trockenheit und Waldbrände sind keine Seltenheit mehr. Gerade dieser Sommer ist von einer extremen Wetterlage gekennzeichnet. Die anhaltende Hitze, ausgetrocknete Böden und die erhöhte Waldbrandgefahr stellen unsere Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen. In den vergangenen Wochen und Tagen haben mehrere Waldbrände in Hessen die Feuerwehren in Atem gehalten. Besonders betroffen waren Waldstücke im Main-Kinzig-Kreis, im Rheingau-Taunus-Kreis und auch hier in Groß-Gerau.
Am vergangenen Donnerstagnachmittag kam es in Gernsheim auf dem Gelände eines Entsorgungsbetriebs zu einem Großbrand. Rund 300 gepresste Quader aus Papier- und Kunststoffmaterial gerieten in Brand. Aufgrund der starken Brandentwicklung kam es durch Flugfeuer zu weiteren Brandstellen auf angrenzenden Flächen sowie zu einer Brandausbreitung auf benachbarte Gewerbeobjekte. Durch das schnelle und koordinierte Eingreifen der Feuerwehr konnte eine weitere Ausbreitung des Feuers verhindert werden. Ich danke den über 250 Einsatzkräften, die mit ihrer Professionalität und ihrem Engagement alles Erforderliche unternommen haben, um die Ausbreitung zu verhindern. Sie sind wahre Helden und leisten gerade in diesen herausfordernden Sommermonaten Herausragendes.
Gute Rahmenbedingungen schaffen
Aufgrund der hohen Temperaturen bleibt die Waldbrandgefahr hoch. Hessen ist beim Schutz vor Wald- und Vegetationsbränden bundesweit gut aufgestellt. Das zeigen unsere Investitionen der vergangenen Jahre ebenso wie die konsequente Ausbildung unserer Einsatzkräfte. Seit 2011 haben rund 4.000 Feuerwehrleute an der hessischen Landesfeuerwehrschule entsprechende Lehrgänge durchlaufen. Dazu kommen digitale Waldbrandeinsatzkarten, moderne Löschfahrtzeuge und ein enges Zusammenspiel mit den Polizeihubschraubern bei der Löschwasserabgabe aus der Luft. Besonders wertvoll ist die Arbeitsgruppe „Waldbrandbekämpfung Hessen“, die landesweite Rahmenempfehlung erarbeitet und damit die fachliche Grundlage für Ausbildung, Taktik und Ausstattung in der Fläche liefert. Zudem haben im vergangenen Jahr 34 hessische Einsatzkräfte bei den schweren Waldbränden in Bordeaux unterstützt.
Klar ist aber, dass die Gefahr durch Trockenperioden und Hitzephasen zunimmt. Deshalb lassen unsere Anstrengungen nicht nach, unsere Brandschützer inhaltlich und technisch bestmöglich für Wald- und Vegetationsbrände vorzubereiten.
In den vergangenen zwei Jahren hat das Land neun Fahrzeuge und vier bauliche Maßnahmen mit rund 2,4 Millionen Euro in dem Landkreis Groß-Gerau gefördert. Im vergangenen Jahr haben wir drei Fahrzeuge und zwei bauliche Maßnahmen in Höhe von rund 655.000 Euro bereitgestellt. Mit der Förderung tragen wir dazu bei, dass die rund 100 Einsatzkräfte der drei Stadtteilfeuerwehren gute Rahmenbedingungen für ihre Tätigkeit vorfinden. Der Kreisfeuerwehrverband ist auch erfolgreich in der Nachwuchsförderung. So gibt es eine Kindergruppe und drei Jugendfeuerwehren mit insgesamt fast 70 Mitgliedern. Eine kreative Art der Nachwuchswerbung auf Pizzakartons sorgt zudem dafür, dass das Interesse an der Feuerwehr steigt.
Ich danke allen Einsatzkräften der Kreisfeuerwehr Groß-Gerau herzlich für ihr Engagement und ihren Einsatz für den Schutz der Bevölkerung.“
Gezielte Stärkung des Brand- und Katastrophenschutzes
Die Stärkung des Brand- und Katastrophenschutzes ist für die Hessische Landesregierung ein Schwerpunkt. Im Rahmen seiner Unterstützung investiert das Land schon seit Jahren in Feuerwehrfahrzeuge, -häuser und -technik, aber zum Beispiel auch in die Aus- und Fortbildung von Einsatzkräften an der Hessischen Landesfeuerwehrschule (HLFS). Allein im vergangenen Jahr 2025 wurden 134 Fahrzeuge und 58 Baumaßnahmen an Feuerwehrhäusern mit mehr als 21 Millionen Euro gefördert. Damit hat das Land mehr als 90 Prozent aller eingegangenen förderfähigen Anträge bewilligt und damit trotz schwieriger Gesamthaushaltslage das hohe Niveau der Vorjahre halten können. Seit 2016 betrug die Förderung von mehr als 1.770 Einsatzfahrzeugen und rund 600 baulichen Maßnahmen insgesamt mehr als 200 Millionen Euro.
Auch im Jahr 2026 wird die Hessische Landesregierung weiter zielgerichtet in den Brand- und Katastrophenschutz investieren und die Einheiten bedarfsgerecht stärken. Dazu stellt das Land erneut mehr als 21 Millionen Euro bereit. Hinzu kommen Mittel mindestens für die bewährten Landesbeschaffungsaktionen für TSF-W Fahrgestelle, Mittlere Löschfahrzeuge MLF und Löschgruppenfahrzeuge LF 10. In diesem Bereich werden neue Lieferverträge ausgeschrieben, um die hessischen Städte und Gemeinden auch weiterhin von der Durchführung von Vergabeverfahren zu entlasten und den Feuerwehren leistungsfähige Fahrzeuge anbieten zu können.