Herr Poseck steht mit weiteren Personen vor einem Feuerwehrwagen

Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz

Drei Feuerwehren bündeln ihre Kräfte an neuem Standort

Das Land unterstützt die Stadt Fulda beim Neubau des Feuerwehrstützpunktes Fulda-Süd mit 412.170 Euro. Innenminister Roman Poseck hat den Zuwendungsbescheid heute in Fulda an Bürgermeister Dag Wehner übergeben.

In dem neuen Feuerwehrstützpunkt im Stadtteil Zirkenbach werden künftig die Feuerwehren Harmerz, Johannesberg/Zirkenbach und Istergiesel/Zell an einem gemeinsamen Standort ihren Dienst versehen. Damit entsteht ein moderner Standort für Einsatzdienst, Ausbildung, Nachwuchsarbeit und Bevölkerungsschutz.

Innenminister Roman Poseck erklärte anlässlich der Übergabe: „Wenn der Alarm ertönt, zählt jede Minute. Dann lassen Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner Familie, Beruf oder Freizeit hinter sich und machen sich auf den Weg, um anderen zu helfen. Damit sie diese Verantwortung übernehmen können, brauchen sie nicht nur eine gute Ausbildung und moderne Fahrzeuge, sondern auch einen Ort, an dem alles zusammenkommt.

Genau dafür entsteht hier in Fulda-Süd ein neuer Feuerwehrstützpunkt. Das Besondere daran ist: Die drei Feuerwehren Harmerz, Johannesberg/Zirkenbach und Istergiesel/Zell haben sich selbst auf den Weg gemacht und aus eigener Überzeugung entschieden, ihre Kräfte künftig an einem Standort zu bündeln. Dieser Schritt verdient großen Respekt. Er zeigt, dass Tradition zu bewahren und gleichzeitig neue Wege zu gehen, keine Gegensätze sind. Die drei Wehren bleiben fest in ihren Stadtteilen verwurzelt und gestalten zugleich gemeinsam ihre Zukunft.

Der neue Feuerwehrstützpunkt schafft dafür beste Voraussetzungen. Er wird ein Ort für alle Generationen der Feuerwehr: für die Kinder, die hier vielleicht zum ersten Mal erleben, was Feuerwehr bedeutet; für die Jugendlichen, die Schritt für Schritt Verantwortung übernehmen und für die Frauen und Männer der Einsatzabteilung. Hier entstehen moderne Bedingungen für Ausbildung, Übung und Einsatzvorbereitung.

Die drei Wehren in Fulda-Süd bleiben fest in ihren Stadtteilen verwurzelt und gestalten zugleich gemeinsam ihre Zukunft.

Roman Poseck Innenminister

Auch für den Bevölkerungsschutz ist der neue Standort gut gerüstet. Er ist so ausgestattet, dass er bei besonderen Einsatzlagen wichtige Aufgaben übernehmen und auch bei einem Ausfall der regulären Stromversorgung funktionsfähig bleiben kann.

Über 510 aktive Einsatzkräfte stehen in Fulda für die Sicherheit der Menschen ein, der weit überwiegende Teil engagiert ehrenamtlich. Sie übernehmen neben Beruf, Familie und Alltag Verantwortung für andere. Den ehrenamtlichen und den hauptamtlichen Brandschützern gilt mein herzlicher Dank.

Mit unserer Förderung von 412.170 Euro unterstützen wir deshalb mehr als ein Bauvorhaben. Wir investieren in eine leistungsfähige Feuerwehr, in den Bevölkerungsschutz und in die nächste Generation. Ich wünsche den drei Feuerwehren, dass an ihrem neuen Standort etwas entsteht, das weit über ein Gebäude hinausgeht – eine neue gemeinsame Heimat für die Feuerwehr in Fulda-Süd.“

Auch Fuldas Bürgermeister Dag Wehner unterstrich die Bedeutung des Feuerwehrstützpunktes für die Stadt und ihre Feuerwehren: „Der neue Feuerwehrstützpunkt Süd ist eine wichtige Investition in die Sicherheit unserer Stadt und zugleich in die Zukunft des ehrenamtlichen Brandschutzes. Indem wir Kräfte bündeln und moderne Bedingungen für Einsatz, Ausbildung und Nachwuchsarbeit schaffen, stellen wir die Feuerwehren im Fuldaer Süden zukunftsfähig auf. Die Förderung des Landes hilft uns dabei, dieses wichtige Projekt zu realisieren.“

Moderner Standort für Feuerwehr und Bevölkerungsschutz

Bereits 2019 fiel der Grundsatzbeschluss für einen Feuerwehrstützpunkt im Fuldaer Süden. Die Initiative für die Zusammenführung ging von den drei Feuerwehren selbst aus. Auf Grundlage einer Mitgliederprognose für die kommenden zehn Jahre hatten sie gemeinsam mit der Leitung der Feuerwehr intensiv beraten, wie Einsatzbereitschaft, Übungsbetrieb und Nachwuchsarbeit langfristig gesichert werden können. Daraus entstand die Entscheidung, ihre Kräfte künftig an einem Standort zu bündeln. Die zusammengeführten Einsatzabteilungen werden rund 50 bis 60 Einsatzkräfte umfassen.

Das neue Feuerwehrhaus in Zirkenbach erhält vier Fahrzeugstellplätze sowie einen Schulungsraum, Räume für Kinder- und Jugendfeuerwehr, Umkleide-, Lager- und Werkstattbereiche, einen Sportraum und einen Führungsraum. Ein Feuerwehrübungsturm dient der Aus- und Fortbildung. Die Küche ermöglicht in Verbindung mit der dort verorteten Versorgungseinheit die Verpflegung von Einsatzkräften im Bevölkerungsschutz. Eine Notstromeinspeisung sichert die Funktionsfähigkeit bei einem Ausfall der regulären Stromversorgung.

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Nach dem Grundstückserwerb und weiteren Planungsschritten wurde 2022 das Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans und zur Aufstellung des Bebauungsplans eingeleitet. Im Sommer 2026 fasste die Stadtverordnetenversammlung den Satzungsbeschluss. Noch in diesem Herbst soll der symbolische erste Spatenstich erfolgen.

Für den Brandschutz in Fulda stehen insgesamt 519 aktive Einsatzkräfte zur Verfügung. Davon engagieren sich 456 ehrenamtlich in den 15 Freiwilligen Feuerwehren; hinzu kommen 63 hauptamtliche Kräfte. Darüber hinaus gibt es 14 Jugendfeuerwehren mit 161 Mitgliedern, zwei Kindergruppen mit 84 Kindern sowie 161 Mitglieder der Ehren- und Altersabteilung.

Im Jahr 2025 rückten die Fuldaer Einsatzkräfte zu insgesamt 1.432 Einsätzen aus: 248 Brände, 650 technische Hilfeleistungen und 534 Fehlalarme. Insgesamt wurden rund 21.570 ehrenamtliche Personenstunden bei Einsätzen, Lehrgängen, Übungen, Brandschutzerziehung sowie in der Kinder- und Jugendarbeit geleistet.

Hessen stärkt den Branschutz

Die Stadt Fulda erhielt zwischen 2021 und 2025 vier Zuwendungen des Landes für zwei Baumaßnahmen und zwei Fahrzeuge mit einem Gesamtvolumen von 201.730 Euro. Im Landkreis Fulda wurden in den vergangenen zwei Jahren 14 Fahrzeuge und 23 bauliche Maßnahmen mit insgesamt rund 1,45 Millionen Euro gefördert. Davon entfielen im vergangenen Jahr rund 680.000 Euro auf acht Fahrzeuge und drei Baumaßnahmen.

Die Stärkung des Brand- und Katastrophenschutzes ist ein Schwerpunkt der Hessischen Landesregierung. Allein 2025 wurden landesweit 134 Fahrzeuge und 58 Baumaßnahmen an Feuerwehrhäusern mit mehr als 21 Millionen Euro gefördert. Damit konnten mehr als 90 Prozent der eingegangenen förderfähigen Anträge bewilligt werden. Seit 2016 unterstützte das Land die Beschaffung von mehr als 1.770 Einsatzfahrzeugen und rund 600 Baumaßnahmen mit insgesamt mehr als 200 Millionen Euro.

Auch 2026 stellt das Land mehr als 21 Millionen Euro für den Brand- und Katastrophenschutz bereit. Hinzu kommen die Landesbeschaffungsaktionen für Fahrgestelle von Tragkraftspritzenfahrzeugen mit Wasser (TSF-W), Mittleren Löschfahrzeugen (MLF) und Löschgruppenfahrzeugen (LF 10). Damit entlastet das Land die Kommunen bei aufwendigen Vergabeverfahren und unterstützt die Feuerwehren bei der Beschaffung moderner Einsatzfahrzeuge.

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