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Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz

Feuerwehr wird Wahlpflichtfach und neue Drehleiter

Roman Poseck: „Wer in der Schule erlebt, was die Feuerwehr leistet, findet leichter den Weg in die Einsatzabteilung. Langen geht mit dem Feuerwehrgrundlehrgang als Wahlpflichtfach genau den richtigen Weg und das Land unterstützt das gerne.“

Innenminister Roman Poseck hat heute in Langen drei Zuwendungsbescheide über insgesamt 15.000 Euro an die Stadt Langen übergeben. Gefördert wird damit das neue Wahlpflichtfach „Feuerwehrgrundlehrgang“, das die Freiwillige Feuerwehr Langen gemeinsam mit drei Schulen der Stadt erstmals anbietet. Die Mittel stammen aus dem Gemeinschaftsprojekt „Mehr Feuerwehr in die Schule“ des Innenministeriums, des Kultusministeriums und des Landesfeuerwehrverbandes Hessen. Zudem überreichte der Minister einen Förderbescheid über 170.500 Euro für die Beschaffung einer neuen Drehleiter, die bei der Freiwilligen Feuerwehr Langen ein Teleskopgelenkmastfahrzeug aus dem Jahr 2003 ersetzen wird.

Innenminister Roman Poseck betonte im Rahmen der Bescheidübergabe: „Der beste Weg, junge Menschen für die Feuerwehr zu begeistern, führt über das eigene Erleben. Genau das leistet das neue Wahlpflichtfach in Langen. Es richtet sich ausdrücklich an Schüler, die bisher keinen Bezug zur Feuerwehr haben und öffnet ihnen eine Tür, die sich sonst vielleicht nie geöffnet hätte. Die Jugendlichen lernen die Grundlagen der Brandbekämpfung und der technischen Hilfeleistung kennen und können am Ende die Prüfung zum Truppmann Teil 1 ablegen. Damit steht ihnen der Weg in die Einsatzabteilung unmittelbar offen.

Der ehrenamtliche Brand- und Katastrophenschutz ist eine tragende Säule der Sicherheit in Hessen. Damit das so bleibt, müssen wir dort um Nachwuchs werben, wo junge Menschen ohnehin sind, nämlich in den Schulen. Zugleich profitieren alle Schüler von diesem Angebot, weil sie lernen, in Gefahrenlagen richtig zu handeln und sich selbst und anderen zu helfen. In Zeiten einer veränderten Sicherheitslage und zunehmender Extremwetterereignisse ist diese Fähigkeit zur Selbsthilfe ein wichtiger Beitrag zur Widerstandsfähigkeit unserer Gesellschaft.

Direkter Zugang zu jungen Menschen

Neben der Nachwuchsgewinnung kommt es auf eine moderne und leistungsfähige Ausstattung an. Deshalb freue ich mich, heute auch einen Förderbescheid über 170.500 Euro zur Unterstützung der Anschaffung einer neuen Drehleiter übergeben zu können. Sie ersetzt ein Teleskopgelenkmastfahrzeug aus dem Jahr 2003 und ist für die Menschenrettung aus Höhen sowie für die Brandbekämpfung unverzichtbar. Dies gilt insbesondere für die Stadt Langen mit ihren mehrgeschossigen Wohnhäusern.

Mein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten in Langen, insbesondere Bürgermeister Dr. Jan Werner, der Freiwilligen Feuerwehr Langen um Stadtbrandinspektor Christian Buchold sowie den Schulleitungen der Adolf-Reichwein-Schule, der Albert-Einstein-Schule und der Dreieichschule. Sie zeigen, wie gut Schule und Feuerwehr zusammenwirken können. Das Land Hessen unterstützt dieses Engagement gerne und nachdrücklich.“

Kultusminister Armin Schwarz ergänzt: „Die gute Kooperation sorgt dafür, dass Schulen bei der Vermittlung von Brandschutz und Bevölkerungsschutz verlässlich eigebunden werden können. Die gemeinsame Unterstützung der Schulen bei dieser wichtigen Aufgabe wird künftig noch ausgeweitet.“   

Der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Hessen, Norbert Fischer, fügt hinzu: „Mit dem Feuerwehrgrundlehrgang als Wahlpflichtfach schaffen wir einen direkten Zugang zu jungen Menschen, die bislang vielleicht noch keine Berührungspunkte mit der Feuerwehr hatten. Besonders wertvoll ist, dass es hier nicht bei einem ersten Kennenlernen bleibt: Die Schülerinnen und Schüler erwerben fundierte Kenntnisse und können mit dem Truppmann Teil 1 bereits eine wichtige Grundlage für den späteren Einsatzdienst schaffen. Genau solche Kooperationen brauchen wir, wenn wir junge Menschen für die Feuerwehr begeistern und nachhaltig für ein Engagement gewinnen wollen. Das Beispiel in Langen zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial in der Zusammenarbeit von Schule, Kommune und Feuerwehr steckt.“

Feuerwehrgrundlehrgang als Wahlpflichtfach

Das Wahlpflichtfach „Feuerwehrgrundlehrgang“ wird den Schülern der Jahrgangsstufe 10 erstmals angeboten. Es umfasst schwerpunktmäßig alle Themengebiete des Feuerwehrgrundlehrgangs und gewährt darüber hinaus einen vertieften Einblick in die Bereiche Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung. Zum Abschluss ist das Ablegen der Prüfung zum Truppmann Teil 1 vorgesehen, sofern die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind. Ziel des Angebots ist es, auf einer weiteren Schiene Mitglieder für die Einsatzabteilung zu gewinnen und die Kooperation zwischen den Schulen und der Stadt Langen zu stärken.

Hintergrund des Projekts „Mehr Feuerwehr in die Schule“

Das Hessische Innenministerium hat das Projekt „Mehr Feuerwehr in die Schule“ im Jahr 2016 gemeinsam mit dem Landesfeuerwehrverband Hessen und dem Kultusministerium begonnen, um Kooperationen von Feuerwehren und im Katastrophenschutz mitwirkenden Hilfsorganisationen mit Schulen zu erleichtern und zu unterstützen. Im Mittelpunkt steht dabei, Kinder und Jugendliche für die Feuerwehren und die Hilfsorganisationen zu gewinnen, die mit diesen Themenfeldern sonst nicht in Berührung gekommen wären.

Davon profitieren alle Seiten. Die Schulen können bei der Gestaltung ihres Nachmittagsprogramms auf verlässliche Partner bauen. Die Schüler lernen die Aufgaben der Organisationen kennen und erfahren, wie sie sich in verschiedenen Gefahrenlagen richtig verhalten. Und die Feuerwehren und Hilfsorganisationen können an der richtigen Stelle um Nachwuchs für ihre wertvollen Aufgaben werben.

Ergebnis einer Pilotphase im Schuljahr 2017/18 ist der Mitte 2024 fortgeschriebene Leitfaden „Mehr Feuerwehr in die Schule“. Er enthält Informationen zum Projekt, Empfehlungen zur Durchführung von Schulprojekten sowie zahlreiche Beispiele bereits erprobter Unterrichtsformen. Ergänzend hat das Land die Online-Plattform „Feuerwehr in die Schule“ entwickelt, die Tipps und Arbeitsmaterialien gebündelt zur Verfügung stellt.

Förderrichtlinie und Bewilligungen

Seit dem 1. März 2018 besteht eine zum 1. Januar 2021 fortgeschriebene Förderrichtlinie. Sie soll die hessischen Feuerwehren und die im Katastrophenschutz des Landes Hessen mitwirkenden Hilfsorganisationen einschließlich des Technischen Hilfswerks bei ihrem Engagement in den Schulen unterstützen. Kommunen, Landkreise, der Landesfeuerwehrverband und die Landesverbände der Hilfsorganisationen können eine Zuwendung für Schulangebote beantragen.

Gefördert werden Dauerangebote, Stundenangebote und Projektwochen. Dauerangebote müssen über ein komplettes Schuljahr laufen und werden im ersten Jahr mit maximal 5.000 Euro und anschließend noch zweimal mit jeweils maximal 2.500 Euro gefördert. Für Stundenangebote sind Zuwendungen bis maximal 800 Euro im Schulhalbjahr möglich, für Projektwochen bis maximal 400 Euro.

Die Förderrichtlinie wird hessenweit gut und stetig angenommen. Aktuell bewegen sich die Bewilligungen bei rund 80 Projekten im Jahr. Im abgeschlossenen Jahr 2025 waren es 78 Bewilligungen mit einer Bewilligungssumme von 181.000 Euro. Seit 2018 hat das Land insgesamt 368 Bewilligungen mit einer Gesamtsumme von 1,11 Millionen Euro ausgesprochen, die sich auf 151 Schulen in Hessen verteilen. Viele Schulen haben ihre Projekte verstetigt und bieten die Kurse in aufeinanderfolgenden Schuljahren an, wobei für jedes Schuljahr eine eigene Bewilligung möglich ist.

Die Freiwillige Feuerwehr Langen

Die Freiwillige Feuerwehr Langen zählte im Jahr 2025 insgesamt 125 aktive Einsatzkräfte, darunter 23 Frauen. Ihr Durchschnittsalter liegt mit rund 34 Jahren deutlich unter dem Durchschnitt im Landkreis Offenbach. In der Jugendfeuerwehr engagieren sich 31 Jugendliche, der Alters- und Ehrenabteilung gehören 48 Mitglieder an. Die Einsatzkräfte rückten im Jahr 2025 zu 534 Einsätzen aus und leisteten dabei sowie in Übungen, Lehrgängen und der Brandschutzerziehung rund 15.580 ehrenamtliche Personenstunden.

Über die Schulförderung hinaus unterstützt das Land die Freiwillige Feuerwehr Langen auch bei der Beschaffung von Fahrzeugen. Im laufenden Jahr wurde hierfür eine Zuwendung in Höhe von 204.600 Euro bewilligt.

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