Innenminister Roman Poseck hat heute im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Emmershausen dem Gemeindevorstand der Gemeinde Weilrod einen Förderbescheid in Höhe von 30.000 Euro für die Zusammenlegung der Ortsteilfeuerwehren Emmershausen und Winden zur gemeinsamen Wehr „Emmershausen-Winden“ überreicht. Den Bescheid nahm Bürgermeister Götz Esser entgegen. Die Förderung erfolgt im Rahmen der „Rahmenvereinbarung zur Förderung der Interkommunalen Zusammenarbeit“ des Landes Hessen.
Innenminister Roman Poseck betonte: „Ich begrüße es, wenn Kommunen sich entschließen, gemeinsam zusammenzuarbeiten. Gleiches gilt für die Zusammenarbeit von Ortsteilen innerhalb einer Kommune. Herausforderungen nicht isoliert, sondern miteinander anzugehen und sich gemeinsam noch stärker zu machen, dafür steht die heute geförderte Zusammenarbeit. Durch den Zusammenschluss der beiden Ortsteilfeuerwehren werden der Brandschutz und die Allgemeine Hilfe in Emmershausen und Winden nachhaltig aufgestellt und eine ausreichende Tages-Einsatzstärke sichergestellt.
Unter einem gemeinsamen Dach in Emmershausen erhalten die 32 Einsatzkräfte der neuen Wehr eine neue Heimat. Damit wird ein entscheidender Beitrag zur Gewährleistung der Sicherheit der Bürger geleistet.
Durch den Zusammenschluss werden zudem Einsparungen im laufenden Betrieb, bei der Gebäudeunterhaltung, bei der Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen und Einsatzmitteln sowie bei der Wartung, Instandhaltung und den Personalkosten erwartet. Insgesamt wird von jährlichen Einsparungen bis zu rund 13.900 Euro ausgegangen.
Zusammenschlüsse von Feuerwehren sind ein sensibler Vorgang. Denn gerade kleine Feuerwehren im ländlichen Raum haben in der Regel eine hohe Bedeutung für die Identität eines Ortsteils. Gleichwohl können diese Zusammenschlüsse im Interesse eines leistungsfähigen Brandschutzes sinnvoll und notwendig sein. Entscheidend kommt es dabei darauf an, dass die Feuerwehrkameradinnen und - kameraden, wie hier in Weilrod, einbezogen und mitgenommen werden.
Weilrod ist insgesamt Vorreiter bei Entlastungen im Brandschutz. Im Oktober 2025 stellte ich gemeinsam mit Bürgermeister Esser und dem Präsidenten des Landesfeuerwehrverbandes Hessen Fischer den Leitfaden „Musterfeuerwehrhaus Hessen“ vor. Weilrod ist hier Modellkommune.
Ich gratuliere allen Verantwortlichen der Gemeinde und den Kameraden der Feuerwehren zu ihrer mutigen Entscheidung und danke allen Brandschützern der neuen Wehr „Emmershausen-Winden“ sehr herzlich für ihr Engagement.“
Die Gemeindevertretung der Gemeinde Weilrod hat die Zusammenlegung der beiden Ortsteilfeuerwehren am 9. Februar 2023 beschlossen. Aufgrund eines erheblichen Personalmangels in der Ortsteilfeuerwehr Winden arbeiten beide Einsatzabteilungen bereits seit einigen Jahren sehr eng zusammen. Die Zusammenlegung erfolgt am Standort Emmershausen. Sie ist der richtige Schritt für die nachhaltige Sicherstellung der Einsatzbereitschaft in beiden Ortsteilen und für eine effiziente Nutzung der vorhandenen Ressourcen.
Weilrod ist Modellkommune für den Brandschutz
Die Gemeinde Weilrod nimmt im Bereich des Brandschutzes in Hessen eine Vorreiterrolle ein. Im März 2026 wurde gemeinsam mit der Stadt Bad Camberg sowie den Gemeinden Brechen, Hünfelden und Selters (Taunus) das neue Feuerwehr-Dienstleistungszentrum „Goldener Grund-Taunus“ in Bad Camberg eröffnet. Dort werden zentrale feuerwehrtechnische Aufgaben wie die Beschaffung, Wartung, Instandhaltung und Prüfung sowie die Verwaltung von Geräten, Einsatzkleidung und Verbrauchsmaterialien gebündelt.
Im Oktober 2025 stellte Innenminister Poseck zudem gemeinsam mit Bürgermeister Esser und dem Präsidenten des Landesfeuerwehrverbandes Hessen den Leitfaden „Musterfeuerwehrhaus Hessen“ vor.
Mit der geplanten Zusammenlegung der Feuerwehren der Ortsteile Neuweilnau, Altweilnau und Finsternthal sollen die drei alten Feuerwehrhäuser durch ein gemeinsames neues Musterfeuerwehrhaus ersetzt werden.
Förderprogramm Interkommunale Zusammenarbeit
Die Interkommunale Zusammenarbeit (IKZ) in Hessen ist eine Erfolgsgeschichte. Im Jahr 2004 wurde die erste „Rahmenvereinbarung zur Förderung der Interkommunalen Zusammenarbeit“ in enger Abstimmung mit den Kommunalen Spitzenverbänden ins Leben gerufen. Die Hessische Landesregierung hat das Förderprogramm seitdem deutlich ausgebaut und regelmäßig an neue Zukunftsaufgaben angepasst. Die Fusion von Ortsteilfeuerwehren wurde im Jahr 2011 neu in die Rahmenvereinbarung aufgenommen und stößt seitdem auf großes Interesse bei den hessischen Kommunen.
Rund 20 Prozent aller IKZ-Förderungen stammen aus dem Bereich Feuerwehr. Seit 2004 wurden hessenweit über 100 IKZ-Projekte im Feuerwehrwesen mit rund 6,5 Millionen Euro gefördert, darunter Fusionsprojekte mit 243 beteiligten Orts- und Stadtteilfeuerwehren und Förderungen in einer Gesamthöhe von rund 3,71 Millionen Euro. Die Landesregierung wird die Interkommunale Zusammenarbeit auch in Zukunft durch eine engagierte Beratung und ein finanziell gut ausgestattetes, unbürokratisches und kommunalfreundliches Förderprogramm unterstützen.