Herr Poseck steht mit drei Männern und einer Frau in einem Meeting-Raum vor einem Konferenztisch - zwei der Personen halten gemeinsam ein Kompass-Siegel in den Händen

Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz

Geisenheim wird zweite KOMPASS Resilienz-Kommune

Unter Federführung des Innenministeriums veranstaltet die Hessische Landesregierung ab dem 7. September eine Resilienzwoche. Im Mittelpunkt stehen dabei die Sensibilisierung für Krisenprävention und eine angemessene persönliche Vorsorge. Eine Woche lang informiert das Innenministerium zu Themen wie dem Packen eines Notfallbeutels oder dem Anlegen eines sinnvollen Vorrats.

Innenminister Roman Poseck besucht in diesem Rahmen unter anderem Schulen, Kommunen und Einrichtungen der Kritischen Infrastruktur, um die Aufmerksamkeit für das Thema Resilienz zu erhöhen. Begleitet wird die Resilienzwoche von einer ressortübergreifenden Social-Media-Kampagne.

Im Rahmen der Themenwoche begrüßte Innenminister Roman Poseck heute die Hochschulstadt Geisenheim offiziell als zweite Kommune im KOMPASS Resilienz-Programm. Um dies sichtbar zu machen, erhält Bürgermeister Christian Aßmann ein Resilienz-Schild. Innenminister Roman Poseck würdigtedas große Engagement der Gemeinde und erklärte: „Ereignisse wie das hybride Anschlagsszenario, die jüngsten Angriffe auf Energieversorgungsunternehmen, Spionage, Cyberangriffe und Naturkatastrophen machen uns bewusst, dass Krisen keine abstrakten Szenarien mehr sind. Daher werden Krisenvorsorge, Resilienz und Selbstschutz immer wichtiger.

Die Hochschulstadt Geisenheim hat die Zeichen der Zeit erkannt und sich bereits frühzeitig über das KOMPASS Resilienz-Programm informiert. Schon vor ihrem Beitritt zum Landesprogramm haben die Geisenheimer gezielt Kompetenzen in den Bereichen kommunale Handlungsfähigkeit, Bevölkerungsschutz, Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung sowie Schutz Kritischer Infrastrukturen strukturell ausgebaut. Zu den bereits umgesetzten Maßnahmen zählen unter anderem die systematische Erfassung aller KRITIS-Betriebe sowie die Erstellung einer Themenbroschüre für die Bürger mit Informationen zu Selbstschutz und Prävention. Zudem sind mittlerweile alle relevanten Liegenschaften mit Notstromaggregaten ausgestattet.

Geisenheim beweist vorbildlich, wie ein konsequenter und vorausschauender Aufbau von Resilienz funktioniert.

Roman Poseck Innenminister

Besonders hervorheben möchte ich das ausgeprägte Bewusstsein für die Bedeutung von Zentralisierung und Digitalisierung im Katastrophenschutz. Durch den Erwerb einer großen, freigewordenen Gewerbeimmobilie hat die Stadt das ´Haus der Sicherheit und Resilienz` eingerichtet. Es umfasst unter anderem ein Amt für Sicherheit und Ordnung, die Zentrale der Stadtwerke sowie ein Lager für den Katastrophenschutz. Auf diese Weise werden wichtige Ressourcen und Kompetenzen an einem einzigen Ort gebündelt. Geisenheim stellt sich damit in vorbildlicher Weise für den Ernstfall auf.

Für die Zukunft im KOMPASS Resilienz-Programm geht die Stadt selbstbewusst die Herausforderungen in den Bereichen Hochwasserschutz, Dürre und Hitze, hybride Bedrohungen sowie Cybersicherheit an. Geplant sind insbesondere Übungen und Schulungen im Verwaltungsstab sowie der Aufbau strategischer Energiereserven.

Geisenheim zeigt vorbildlich, wie der Aufbau resilienter Strukturen auf kommunaler Ebene gelingen kann. Deshalb ist es mir eine große Freude, der Stadt heute das zweite KOMPASS Resilienz-Schild übergeben zu dürfen. Viel Erfolg bei den weiteren Vorhaben.“

Bürgermeister Aßmann begrüßt Aufnahme ins Programm

Bürgermeister Christian Aßmann fügte hinzu: „Das KOMPASS Resilienz Programm des Landes Hessen ist eine hervorragende Ergänzung unserer örtlichen Aktivitäten zum Ausbau einer notwendigen Resilienz. Es freut mich, dass wir auf Grund unserer bisherigen Maßnahmen im Bereich der kommunalen Krisen- und Katastrophenvorsorge, nunmehr als eine der allerersten Kommune in Hessen in dieses Programm aufgenommen werden.“

Niederschwellige Programm-Teilnahme

KOMPASS Resilienz richtet sich an hessische Städte, Gemeinden und Landkreise, die ihre kommunale Resilienz weiterentwickeln möchten. Das Programm baut auf bestehenden Aufgaben der Kommunen im Katastrophen- und Zivilschutz auf und bietet einen zusätzlichen Rahmen, um die Widerstandsfähigkeit gegenüber unterschiedlichen Krisen zu erhöhen.

Voraussetzung zur Teilnahme ist die Benennung einer oder eines Resilienzbeauftragten, die oder der in der Verwaltung die Maßnahmen vor Ort koordiniert und als Ansprechperson fungiert. Die Vernetzung aller relevanten kommunalen Stellen durch einen Resilienzrat bzw. ein kommunales Gremium für Resilienzthemen wird empfohlen, um das Querschnittsthema Resilienz effektiv anzugehen. Synergien mit ggf. bereits bestehenden Gremien vor Ort, wie einem Präventionsrat oder der KOMPASS-Sicherheitskonferenz, können genutzt werden.

Resilienz-Siegel als Auszeichnung

Interessierte Kommunen können sich unter resilienz-siegel@innen.hessen.de um eine Programm-Teilnahme bewerben. Hat eine Kommune aus jedem KOMPASS Resilienz-Handlungsfeld mindestens eine Maßnahme auf den Weg gebracht oder umgesetzt, kann sie die Checkliste samt einer kurzen formlosen Beschreibung jeder Maßnahme und der ausführlicheren Darstellung einer besonders erfolgreichen Maßnahme in der Geschäftsstelle KOMPASS Resilienz einreichen. Werden die Maßnahmen als geeignet bewertet, die Resilienz vor Ort nachhaltig zu erhöhen, wird die Kommune für ihr Engagement für ein krisenfestes Gemeinwesen mit dem Resilienz-Siegel ausgezeichnet.

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