Die Gemeinde Einhausen, gelegen an der Bergstraße im Hessischen Ried, hat sich mit ihrer Teilnahme am KOMPASS-Programm dazu verpflichtet, die Sicherheitsarchitektur vor Ort gemeinsam mit Bürgerschaft und Polizei weiterzuentwickeln. Ziel ist es, die objektive und subjektive Sicherheit der Bürger nachhaltig zu verbessern.
Wichtiges Zeichen für Sicherheit vor Ort
Innenminister Roman Poseck betont: „Ich freue mich sehr, die Gemeinde Einhausen heute als 171. Kommune im KOMPASS-Programm begrüßen zu dürfen. Mit dem offiziellen Beitritt setzt Einhausen ein wichtiges Zeichen für die Sicherheit vor Ort und unterstreicht die Bedeutung von Prävention, Zusammenarbeit und Verantwortung in der kommunalen Sicherheitsarbeit.
Hessen ist und bleibt ein sicheres Land. Doch Sicherheit ist mehr als nur die Abwesenheit von Straftaten. Sie bedeutet auch, dass sich die Menschen in ihrer Umgebung wohl und geschützt fühlen, sei es beim Spaziergang durch den Ort, beim Besuch des Skaterplatzes oder auf dem Weg zur Schule. Genau hier setzt das KOMPASS-Programm an. Es ist ein praxisnaher, flexibler Prozess, der die lokalen Gegebenheiten und Herausforderungen ernst nimmt und gemeinsam mit den Bürgern passgenaue Lösungen entwickelt.
Einhausen ist ein wunderschöner Ort an der Bergstraße mit rund 6.900 Einwohnern und weist bereits heute eine stabile Sicherheitslage auf. Insgesamt gehört die Gemeinde zu den sicheren Orten in der Region Südhessen. Die Anzahl der Straftaten insgesamt hat sich in Einhausen von 107 im Jahr 2024 auf 98 im Jahr 2025 reduziert, das ist ein weiterer Rückgang um knapp 10%. In 2023 betrug die Anzahl der Straftaten in Einhausen noch 136. Besonders deutlich zeigt sich diese positive Entwicklung an der Häufigkeitszahl: Die Zahl der Straftaten hochgerechnet auf 100.000 Einwohner lag in Einhausen in 2025 bei 1.500 und konnte damit im Vergleich zu 2023 deutlich um 562 Fälle reduziert werden (2023: 2.062). Damit liegt die Stadt weit unter dem Hessenschnitt von 6.000 Straftaten auf 100.000 Einwohner.
Trotz dieser schon jetzt positiven Kriminalitätsentwicklung will Einhausen die Sicherheit nachhaltig stärken und die Prävention noch stärker in den Fokus nehmen. Das subjektive Sicherheitsgefühl hängt oft von Faktoren ab, die über reine Statistiken hinausgehen. Es sind die kleinen Dinge – eine gut beleuchtete Straße, ein sauberer Spielplatz, ein offener Dialog mit der Polizei – die das Gefühl von Sicherheit prägen.
Besonders beeindruckend ist, wie Einhausen bereits jetzt aktiv an der Verbesserung der Sicherheit arbeitet. Mit der Verkehrskampagne im vergangenen Sommer zu Themen wie Gehwegparken und sicheren Schulwegen hat die Gemeinde bereits bewiesen, dass sie Verantwortung übernimmt und innovative Ansätze verfolgt. Die Einrichtung der ‚Schutzfrauen und -männer vor Ort‘ seit 2017 ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Bürgernähe und Prävention Hand in Hand gehen können. Diese Maßnahmen zeigen, dass Einhausen nicht nur auf reaktive Lösungen setzt, sondern proaktiv handelt. Genau das ist die Philosophie von KOMPASS.
Durch die Teilnahme am KOMPASS-Programm erhält Einhausen nun die Möglichkeit, diesen Weg noch systematischer und nachhaltiger zu gestalten. Gemeinsam mit der Polizei, den lokalen Akteuren und den Bürgern werden wir eine Bestandsaufnahme durchführen, Sicherheitsbedarfe identifizieren und konkrete Maßnahmen entwickeln. Ob es um die Bekämpfung von Vandalismus, die Verbesserung der Beleuchtung oder die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls geht – KOMPASS bietet den Rahmen, um solche Herausforderungen strukturiert anzugehen.
Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle Bürgermeister Helmut Glanzner, der diese Initiative maßgeblich vorangetrieben hat, sowie allen Verantwortlichen im Ordnungsamt und in der Polizei, die durch ihr Engagement zeigen, dass Sicherheit eine Gemeinschaftsaufgabe ist. Die enge Verzahnung von Kommune, Polizei und Bürgern ist das Herzstück von KOMPASS. Ich bin überzeugt, dass Einhausen diese Zusammenarbeit optimal nutzen wird, um das Sicherheitsgefühl weiter zu stärken.
Mit der Übergabe des ‚Starter-Kits‘ KOMPASS und des Begrüßungsschildes an Einhausen wird nicht nur der offizielle Beitritt besiegelt, sondern auch der Startschuss für eine erfolgreiche und nachhaltige Zusammenarbeit gegeben. KOMPASS ist kein starres Programm, sondern ein lebendiger Prozess, der sich an den Bedürfnissen der Menschen vor Ort orientiert. Und genau das macht seine Stärke aus. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit Einhausen und bin überzeugt, dass wir gemeinsam noch viel erreichen werden.“
„Das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger wird oft nicht erst dann beeinträchtigt, wenn Straftaten begangen werden. Meistens sind es schon kleinere Dinge, die Einfluss auf das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen haben. Das nehmen wir sehr ernst. Durch KOMPASS und dessen Sicherheitskonferenzen werden wir die Sorgen und Bedürfnisse aller Menschen in Einhausen besser kennenlernen und anschließend gemeinsam passende Lösungen für die Probleme finden,“ sagt Polizeipräsident Christian Vögele.