Herr Poseck steht neben zwei Männern - gemeinsam mit einem von ihnen hält er ein KOMPASS Siegel in den Händen

Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz

Hainburg startet im KOMPASS-Programm

Innenminister Roman Poseck hat die Gemeinde Hainburg im Landkreis Offenbach als 177. Kommune in der Sicherheitsinitiative KOMPASS (KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel) begrüßt und Bürgermeister Christian Spahn das KOMPASS-Begrüßungsschild überreicht.

Künftig arbeitet die Gemeinde gemeinsam mit der hessischen Polizei, den örtlichen Sicherheitsbehörden und den Bürgern daran, die Sicherheitsarchitektur vor Ort weiterzuentwickeln und das Sicherheitsgefühl nachhaltig zu stärken.

Innenminister Roman Poseck betonte bei seinem Besuch in Hainburg: „Hessen ist und bleibt eines der sichersten Bundesländer und die Kriminalitätsentwicklung geht weiter in die richtige Richtung. Für das Jahr 2025 weist die Polizeiliche Kriminalstatistik landesweit 376.981 Straftaten und damit erneut einen Rückgang aus. Noch einmal deutlich sicherer ist Hainburg. Mit 3.436 Straftaten je 100.000 Einwohner liegt die Häufigkeitszahl der Gemeinde weit unter dem bereits guten hessischen Landesschnitt von 6.002 Delikten. Die Aufklärungsquote ist mit 60,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr noch einmal gestiegen. Das sind gute Zahlen und sie sind das Ergebnis engagierter Arbeit von Polizei und Kommune.

Umso mehr freut es mich, dass Hainburg diesen Weg nicht als abgeschlossen betrachtet. Die Gemeinde tritt KOMPASS nicht aufgrund besonderer Vorkommnisse bei, sondern aus dem Wunsch der Gemeindevertretung heraus, Prävention aktiv und zukunftsorientiert zu gestalten. Diese Haltung verdient ausdrücklich Anerkennung. Sicherheit ist ein Grundbedürfnis der Menschen und zugleich eine Gemeinschaftsaufgabe von Land und Kommunen.

In Hainburg trifft KOMPASS auf gewachsene Strukturen. Bürgermeister, Erster Beigeordneter, die Fachbereichsleitung Sicherheit und Ordnung sowie die Leitung der Polizeistation Seligenstadt stimmen sich seit Jahren in quartalsweisen Austauschrunden eng ab. Seit dem 1. August 2024 ist eine Schutzfrau vor Ort im Einsatz, die als feste Ansprechpartnerin für die Menschen in der Gemeinde zur Verfügung steht. Gemeinsam mit der Polizeistation Seligenstadt werden regelmäßig Verkehrskontrollen durchgeführt, ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Sicherheit des Radverkehrs. Hinzu kommen gemeinsame Präventionsveranstaltungen wie Fahrradcodierungen.

Hainburg legt großen Wert auf das Sicherheitsgefühl seiner Bürger und zeigt damit, wie auch kleinere und mittelgroße Gemeinden in Kooperation mit der Polizei für ein Mehr an öffentlicher Sicherheit sorgen können.

Roman Poseck Innenminister

Auch darüber hinaus ist Hainburg gut aufgestellt. Das Netz der LEON-Hilfeinseln wurde kontinuierlich ausgebaut und umfasst inzwischen 39 Anlaufstellen, an denen Kinder im Notfall schnell Hilfe finden. In der Seniorenprävention beteiligt sich die Gemeinde mit zwei ehrenamtlichen Beratern am Programm Sicherheitsberatung für Senioren. Und über den hessenweiten Mängelmelder können Bürger Schäden und Missstände unkompliziert melden, die Hinweise werden von den Fachbereichen der Gemeinde bearbeitet.

Mit KOMPASS kommt nun ein strukturierter Prozess hinzu. Bestehende Angebote werden auf den Prüfstand gestellt, die Sicherheitslage wird gemeinsam analysiert und über eine Bürgerbefragung erhalten die Menschen in Hainburg die Möglichkeit, ihre eigene Sicht auf die Sicherheit in ihrer Gemeinde einzubringen. Daraus werden passgenaue Maßnahmen entwickelt. Ein wichtiger erster Schritt ist die geplante Neukonstituierung des Präventionsrats, der seine Arbeit im Rahmen des KOMPASS-Prozesses wieder aufnehmen soll.

Mein politisches Ziel ist ein möglichst hohes Sicherheitsniveau überall in Hessen, in den großen Städten ebenso wie in den Gemeinden. KOMPASS leistet dazu einen wichtigen Beitrag, weil Kommune, Polizei und Bürgerschaft hier Hand in Hand arbeiten. Der Gemeinde Hainburg und allen Beteiligten wünsche ich viel Erfolg und gutes Gelingen bei der Umsetzung."

Gemeinsam mehr Sicherheit schaffen

Carina Lerch, Leiterin der Abteilung Einsatz im Polizeipräsidium Südosthessen, betonte in ihrem Grußwort: „Mit der Übergabe des KOMPASS-Begrüßungsschilds an die Gemeinde Hainburg beteiligen sich inzwischen mehr als die Hälfte der Kommunen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Südosthessen am KOMPASS-Programm. Dies unterstreicht den hohen Stellenwert einer gemeinsamen Präventionsarbeit. Nachhaltige Sicherheit basiert auch auf einer starken Präventionsarbeit sowie auf einer engen und vertrauensvollen Kooperation zwischen Kommune und Polizei. KOMPASS stärkt die bestehende Sicherheitsarchitektur und trägt dazu bei, Herausforderungen frühzeitig zu erkennen und gemeinsam anzugehen. Vor diesem Hintergrund ist der Beitritt der Gemeinde Hainburg der richtige Schritt."

Die KOMPASS-Sicherheitsinitiative

Mit dem im Jahr 2017 initiierten KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel (KOMPASS) hat das Hessische Innenministerium ein Angebot für Städte und Gemeinden oder auch Stadtteile eingerichtet, mit dem diese in Zusammenarbeit mit den relevanten gesellschaftlichen Akteuren und dem Land ihre Sicherheitsarchitektur gezielt weiterentwickeln können, um vor allem die gefühlte Sicherheitslage zu verbessern. Auf Grundlage einer Bestandsaufnahme bestehender Präventionsangebote und der Sicherheitslage sowie einer Bürgerbefragung sollen konkrete Lösungsvorschläge für die Sicherheitsbedarfe vor Ort erarbeitet werden. Im Rahmen des bundesweit einmaligen Programms, über das gegenwärtig 177 hessische Kommunen im Austausch mit ihren Bürgerinnen und Bürgern stehen, wurden hessenweit zahlreiche Sicherheitsanalysen und Bürgerbefragungen zur Erkennung von Problemfeldern in Kommunen und der Entwicklung entsprechender Lösungsansätze durchgeführt.

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