Acht Personen stehen vor einem alten Gebäude.

Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz

Heimatschutzminister im Gespräch über Bevölkerungsschutz und Krisenprävention

Auf einer Podiumsdiskussion zum Thema Bevölkerungsschutz und Krisenbewältigung tauschte sich gestern Heimatschutzminister Roman Poseck mit hochrangigen Vertretern aus Kirche, Bundeswehr und Politik aus.

Neben Bischöfin Prof. Dr. Beate Hofmann, Brigadegeneral der Luftwaffe und Kommandeur des Landeskommandos Hessen Holger Radmann und der Landtagsabgeordneten Stefanie Klee diskutierte der Minister unter Moderation von Klaus Brill über aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze für eine resilientere Zukunft Hessens.

Heimatschutzminister Roman Poseck betonte: „Die letzten Jahre haben uns gelehrt, dass Krisen nicht mehr die Ausnahme, sondern Teil unserer Realität sind. Ob Pandemien, Extremwetterereignisse oder hybride Bedrohungen wie Cyberangriffe und Sabotageakte – die Herausforderungen für unsere Gesellschaft werden immer komplexer. Auch der anhaltende Krieg in der Ukraine und die Unruhen im Nahen Osten tragen zur Verunsicherung in der Gesellschaft bei. Wir müssen resilienter werden. Mit unserer Resilienzstrategie, dem neuen Programm KOMPASS Resilienz und der gezielten Stärkung des Katastrophenschutzes setzen wir in Hessen klare Akzente. Doch Resilienz ist kein Selbstläufer. Sie erfordert die Bereitschaft aller, Verantwortung zu übernehmen und sich auf den Ernstfall vorzubereiten.

Stärkung der Resilienz

Besonders wichtig ist mir der Schutz kritischer Infrastrukturen. Die Stromausfälle in Berlin Anfang des Jahres oder gezielte Sabotageakte an Strommasten in der Vergangenheit haben gezeigt, dass unsere Lebensadern verletzlich sind. Deshalb haben wir in Hessen nicht nur über 100 Millionen Euro in den Katastrophenschutz investiert und die Zahl der Landesfahrzeuge fast verdreifacht, sondern auch gezielt in Notstromlösungen, Warnsysteme wie hessenWARN und die Ausbildung von Krisenmanagern investiert. Doch Technologie allein reicht nicht. Wir brauchen ein Netzwerk des Vertrauens zwischen Behörden, Feuerwehr, Hilfsorganisationen, Bundeswehr und der Bevölkerung.

Die heutige Diskussion hat noch einmal vor Augen geführt, wie entscheidend der gesamtgesellschaftliche Ansatz ist. Es wurde deutlich, dass verschiedene Akteure eine wichtige Rolle bei der Stärkung der Resilienz spielen. Vertrauensbildende Institutionen wie die Kirchen können die Bevölkerung sensibilisieren, die zivil-militärische Zusammenarbeit ist essenziell für die Vorbereitung auf Krisenfälle und die Politik trägt die Verantwortung, die Kommunen bei der Krisenvorsorge zu unterstützen. Nur durch das Zusammenspiel aller Beteiligten können wir die Widerstandsfähigkeit Hessens nachhaltig stärken.

Krisenvorsorge ist eine Pflicht

Krisenvorsorge ist keine Option, sondern eine Pflicht. Jede Kommune, jeder Betrieb und jeder Bürger muss wissen, wie er im Ernstfall handeln kann. Mit KOMPASS Resilienz geben wir den Kommunen konkrete Werkzeuge an die Hand – von Leitfäden über Checklisten bis hin zu digitalen Schulungsangeboten. Aber wir müssen auch die Eigenverantwortung stärken. Selbstschutz und Selbsthilfe entlasten die Einsatzkräfte und stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Nur wenn Staat, Wirtschaft und Gesellschaft an einem Strang ziehen, sind wir krisenfest.

Abschließend möchte ich mich herzlich bei Frau Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg und der Stiftung ‚daHeim im Leben‘ für die Ausrichtung dieses informativen Abends bedanken. Es ist ein Verdienst Ihrer Initiative, dass wir heute die Gelegenheit hatten, dieses so wichtige Thema in den Fokus zu rücken. Bevölkerungsschutz und Krisenprävention brauchen genau solche Orte des Austauschs, der Vernetzung und des gemeinsamen Lernens. Dass Sie diese Diskussion ermöglichen und damit einen Beitrag zur Stärkung unserer gesellschaftlichen Resilienz leisten, unterstreicht einmal mehr, wie sehr zivilgesellschaftliches Engagement und politische Verantwortung Hand in Hand gehen müssen. Dafür danke ich Ihnen.“