Im Mittelpunkt des Termins stand der Austausch mit den ehrenamtlichen Helfern sowie der Leitung des Ortsverbandes.
Innenminister Roman Poseck betonte vor Ort: „Das Technische Hilfswerk ist eine tragende Säule unseres Bevölkerungsschutzes. Als einzige zivile Bevölkerungsschutzorganisation des Bundes übernimmt es eine besondere Rolle und ergänzt die Strukturen der Länder mit hochspezialisierter technischer Expertise. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer leisten Herausragendes und stehen bereit, wenn Menschen in Not sind, Infrastruktur ausfällt oder Katastrophen bewältigt werden müssen.
Gerade im Zusammenspiel mit den kommunalen Aufgabenträgern, den Feuerwehren und der Polizei zeigt sich die große Stärke des THW. Mit seinen vielfältigen Fachgruppen, etwa in den Bereichen Bergung, Notversorgung, Infrastruktur oder Wassergefahren, bringt es unverzichtbare Fähigkeiten in die Gefahrenabwehr ein. Auch im Bereich der Amtshilfe, etwa zur Unterstützung von Polizei- und Zollbehörden, ist das THW ein verlässlicher Partner.
Der Ortsverband Seligenstadt steht beispielhaft für diese Leistungsfähigkeit. Mit den rund 130 Helfern, einer engagierten Jugendarbeit und dem breiten Einsatzspektrum leistet der THW einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit vor Ort. Dass hier im vergangenen Jahr zehntausende ehrenamtliche Stunden erbracht wurden, unterstreicht eindrucksvoll die Einsatzbereitschaft und das Verantwortungsbewusstsein der Helfer. Ich danke ihnen an dieser Stelle für ihr Engagement und ihren Einsatz, der oft unter schwierigen Bedingungen zu leisten ist.
Umso erschreckender ist es, dass immer mehr Einsatzkräfte Opfer von Gewalt werden. Im vergangenen Jahr hat es einen traurigen Höchststand von 5.507 Fällen gegeben. Die Anzahl der Opfer bei Rettungsdiensten ist von 168 auf 181 um 7,7 Prozent gestiegen. Das ist höchst alarmierend. Hessen setzt dieser Entwicklung ein Respekt-Paket mit verschiedenen Maßnahmen für mehr Anerkennung der Einsatzkräfte entgegen. Es braucht aber auch ein Umdenken in der Gesellschaft und mehr Respekt gegenüber denjenigen, die anderen helfen und ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellen.
Gerade in Zukunft braucht es einen starken Bevölkerungsschutz: Angesichts zunehmender Herausforderungen durch Extremwetterereignisse, komplexe Schadenslagen und geopolitische Bedrohungen ist es unser Ziel, die Einbindung des THW in die Strukturen des Katastrophenschutzes und der örtlichen Gefahrenabwehr weiter zu stärken und die Rahmenbedingungen für das Ehrenamt kontinuierlich zu verbessern. Die Bürger in Hessen können sich auf einen gut aufgestellten THW verlassen.“
Hintergrund
Der Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland ist einer von acht Landesverbänden innerhalb der THW-Struktur und koordiniert die administrativen Aufgaben für insgesamt elf Regionalbereiche und 118 Ortsverbände. In Hessen sind fünf Regionalbereiche mit 60 Ortsverbänden aktiv, in denen rund 4.200 Helferinnen und Helfer ehrenamtlich tätig sind.
Der Ortsverband Seligenstadt ist dem Regionalbereich Frankfurt am Main zugeordnet und verfügt aktuell über rund 127 Helferinnen und Helfer. Neben der Einsatzabteilung besteht eine engagierte Jugendgruppe, die einen wichtigen Beitrag zur Nachwuchsgewinnung leistet. Die Einheiten des Ortsverbandes sind breit aufgestellt und umfassen insbesondere Fähigkeiten in der Bergung, der Notversorgung und Notinstandsetzung sowie im Bereich Wassergefahren. Die Führung im Einsatz erfolgt durch einen Zugtrupp.
Im Jahr 2025 wurden im Ortsverband Seligenstadt insgesamt 23.810 ehrenamtliche Stunden geleistet. Die Aufgaben reichten von der Unterstützung anderer Behörden im Rahmen der Amtshilfe über Absicherungsmaßnahmen bei Veranstaltungen bis hin zur technischen Unterstützung bei Einsätzen sowie der Bereitstellung von Notstrom.