Fünf Personen, darunter auch Innenminister Poseck, stehen gemeinsam auf einer Treppe und halten ein Bild hoch.

Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz

Innenminister Poseck besucht Polizeistation Bad Schwalbach

Im Rahmen der Respektwoche des Hessischen Ministeriums des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz hat Innenminister Roman Poseck am heutigen Mittwoch die Polizeistation Bad Schwalbach besucht und der Dienststelle ein Kinderbild aus dem Malwettbewerb „80 Jahre Hessen, 80 Helden“ überreicht.

Im Mittelpunkt des Besuchs standen die zunehmenden Angriffe auf Einsatzkräfte. Im Gespräch mit den Beamten ging es um ihre Erfahrungen mit Anfeindungen, Beleidigungen und Gewalt im Dienstalltag, aber auch um die besonderen Herausforderungen einer Polizeistation im ländlichen Raum.

Die Zahlen unterstreichen die Dringlichkeit des Themas. Nach der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 wurden in Hessen 5.507 Einsatzkräfte Opfer von Gewalt, so viele wie nie zuvor. Davon waren 5.303 Polizeivollzugsbeamte, 181 Rettungsdienstkräfte und 23 Feuerwehrleute. Gegenüber dem Vorjahr sind das insgesamt 267 Opfer mehr. Auch im Bereich des Polizeipräsidiums Westhessen, zu dem die Polizeistation Bad Schwalbach gehört, wurde ein Höchststand erreicht. Dort wurden im vergangenen Jahr 352 Straftaten des Widerstands und des tätlichen Angriffs gegen Vollstreckungsbeamte registriert. Die Zahl der Opfer stieg um 79 auf 655, darunter 630 Polizeibeamte. Im Rheingau-Taunus-Kreis erfasste die Polizei 31 solcher Taten.

Malwettbewerb „80 Jahre Hessen, 80 Helden“

Innenminister Roman Poseck betonte anlässlich seines Besuchs: „Die Respektwoche ist mir jedes Jahr ein besonderes Anliegen. Die aktuellen Zahlen sind alarmierend. Noch nie wurden in Hessen so viele Einsatzkräfte Opfer von Gewalt wie im vergangenen Jahr. Das betrifft nicht nur die großen Städte, sondern auch den ländlichen Raum. Wer Polizisten, Feuerwehrleute oder Rettungskräfte angreift, greift unser Gemeinwesen insgesamt an. Das ist durch nichts zu rechtfertigen. Der Rechtsstaat muss darauf konsequent und mit Nachdruck reagieren.

Mit dem Respekt-Paket der Hessischen Landesregierung haben wir deshalb ein Bündel an Maßnahmen auf den Weg gebracht, das von besserer Ausstattung und Entschädigung bis zu Dialogformaten mit jungen Menschen reicht. Respekt lässt sich nicht verordnen, aber wir können ihn einfordern, vorleben und früh vermitteln. Deshalb setzen wir gezielt auch bei den Jüngsten an.

Wie selbstverständlich Kinder diesen Respekt empfinden, zeigt der Malwettbewerb „80 Jahre Hessen, 80 Helden“. Kinder aus ganz Hessen haben ihren persönlichen Helden gemalt, und gemalt wurden Polizisten, Feuerwehrleute und Kräfte des Rettungsdienstes. Diese Bilder sind ein ehrliches Zeugnis dafür, welche Bedeutung die Blaulichtfamilie für unsere Gesellschaft hat. Sie sind das Gegenbild zu den Pöbeleien und Angriffen, die unsere Einsatzkräfte viel zu oft erleben. Deshalb gehören sie nicht in einen Ordner im Ministerium, sondern an die Wände der Wachen, Feuerwehrhäuser und Rettungswachen vor Ort. Ich freue mich sehr, heute eines dieser Bilder an die Polizeistation Bad Schwalbach überreichen zu können.

Beispielhaft für die Arbeit der Polizei in der Fläche

Die Polizeistation Bad Schwalbach steht zugleich beispielhaft für die Arbeit unserer Polizei in der Fläche. Weite Anfahrten, ausgedehnte Waldgebiete mit zahlreichen Wildunfällen und mit dem Wispertal und dem Aartal zwei überregional bekannte Motorradstrecken prägen den Dienst. Bei herausfordernden Einsätzen muss Unterstützung oft erst aus anderen Dienststellen anrücken. Wer diesen Bereich sicher hält, leistet Beachtliches. Die Menschen im Stationsbereich leben sicher. Die Häufigkeitszahl, also die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner, lag im vergangenen Jahr bei 3.205 und damit bei rund der Hälfte des Landesdurchschnitts von 6.002. Die Aufklärungsquote der Polizeistation erreichte 2025 einen Wert von 62,4 Prozent und lag damit über dem Landesdurchschnitt von 61,1 Prozent. Das ist kein Selbstläufer, sondern das Ergebnis konsequenter Polizeiarbeit und einer guten Zusammenarbeit vor Ort. Mein Dank gilt allen Beamten dieser Dienststelle für ihren täglichen Einsatz. Sie können sich auf die Unterstützung der Hessischen Landesregierung verlassen.“

Der Stationsbereich der Polizeistation Bad Schwalbach umfasst die Städte Bad Schwalbach und Taunusstein sowie die Gemeinden Aarbergen, Heidenrod, Hohenstein und Schlangenbad. Betreut werden rund 68.000 Einwohner in 57 Ortsteilen auf einer Fläche von 340 Quadratkilometern. Zur Polizeistation gehört zudem der Polizeiposten Taunusstein, der in der größten Stadt des Stationsbereichs mit rund 30.000 Einwohnern in zehn Stadtteilen liegt und den Bürgern unter der Woche zu den Geschäftszeiten zur Verfügung steht. Die Polizeistation Bad Schwalbach ist zugleich Kopfdienststelle der Polizeidirektion Rheingau-Taunus.

Respekt-Paket

Anlässlich des Landesjubiläums 80 Jahre Hessen hat das Hessische Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz den Malwettbewerb „80 Jahre Hessen, 80 Helden“ ausgelobt. Kinder waren aufgerufen, ihren persönlichen Helden zu malen. Jedes teilnehmende Kind erhält als Dankeschön einen Rettungsteddy. Rettungsteddys kommen bei Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst auch im Einsatz zum Tragen, um Kindern in belastenden Situationen Halt und Trost zu geben. Seit dem 14. September 2026 werden die eingesandten Bilder nach Möglichkeit vor Ort an die zuständige Polizeistation, Freiwillige Feuerwehr oder den Rettungsdienst überreicht.

Die Hessische Landesregierung hat im September 2024 ein Respekt-Paket auf den Weg gebracht, mit dem sie sich für mehr Anerkennung und Respekt gegenüber Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten einsetzt. Anlass sind die seit Jahren hohen Zahlen von Angriffen auf Einsatzkräfte. Das Paket umfasst Maßnahmen zur Würdigung der Arbeit der Einsatzkräfte, zu ihrer besseren Ausstattung und Entschädigung sowie zu mehr Sichtbarkeit und Wertschätzung, darunter auch Dialogformate zwischen Polizei und Schülern. Im Rheingau-Taunus-Kreis fand ein solches Dialogforum der Reihe „Cops im Dialog“ im Mai 2025 an einer Schule in Bad Schwalbach statt.

Bestandteil des Respekt-Pakets ist die jährliche Respektwoche rund um den Tag des Respekts am 18. September. In dieser Woche besuchen der Innenminister und der Innenstaatssekretär Dienststellen von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz, um mit den Einsatzkräften ins Gespräch zu kommen und ihnen für ihren Dienst zu danken.