Innenstaatssekretär Martin Rößler hat die Kommune offiziell im Programm begrüßt. Bei einem Besuch der Feuerwehr Hattersheim überreichte er das KOMPASS Resilienz-Schild an Bürgermeister Klaus Schindling. Mit dem in diesem Jahr ins Leben gerufenen KOMPASS Resilienz-Programm unterstützt das Land Hessen Städte, Gemeinden und Landkreise bei der Stärkung ihrer Krisenfestigkeit. Vorbild ist das seit neun Jahren erfolgreich laufende Programm KOMPASS Sicherheit zur Stärkung des Sicherheitsgefühls in Kommunen. Der Begrüßung Hattersheims im KOMPASS Resilienz-Programm ging eine Bewerbung der Kommune durch deren Resilienzbeauftragten Sebastian Baum voraus. Mittlerweile nehmen insgesamt 29 hessische Kommunen an KOMPASS Resilienz teil.
Martin Rößler lobte die Verantwortlichen der Stadt Hattersheim für ihre Maßnahmen zur Stärkung der Krisenfestigkeit:
„Mit der Teilnahme an KOMPASS Resilienz zeigt die Stadt Hattersheim, dass sie sich nicht nur theoretisch mit Krisensituationen befasst, sondern auch praktische Maßnahmen zur Vorsorge ergreift.
Kommunale Resilienz ist vor dem Hintergrund der internationalen Bedrohungslage, des Klimawandels und anderer Herausforderungen wichtiger denn je. Beispielsweise haben sich in der vergangenen Woche die immensen Auswirkungen von IT-Sicherheitslücken auf unsere digital vernetzten Gesellschaften gezeigt.
Einrichtung eines Resilienzrats
Hattersheim wappnet sich: Zusätzlich zu bestehenden Aktivitäten zur Krisenvorsorge plant die Stadt eine Risikoanalyse, die Einrichtung eines Resilienzrats zur Vernetzung relevanter Akteure und die Entwicklung einer Resilienzstrategie. In diesem Zusammenhang sollen zum Beispiel die Notstrom- und Kommunikationskonzepte wichtiger kommunaler Einrichtungen weiterentwickelt, ,Katastrophenschutz-Leuchttürme‘ als Anlaufstellen für die Bevölkerung vorbereitet und regelmäßige Übungen durchgeführt werden. Nun wird es darum gehen, diese und andere sinnvolle Vorhaben auch praktisch umzusetzen.
Ich wünsche den Verantwortlichen Hattersheims dabei gutes Gelingen. Die Stadt hat sich auf einen sehr guten Weg hin zu mehr Resilienz begeben. Mein Dank gilt allen, die dazu einen Beitrag leisten.“
Der Hattersheimer Bürgermeister Klaus Schindling sagte anlässlich der Begrüßung der Stadt im KOMPASS Resilienz Programm: „Wenn der Strom länger ausfällt oder ein Unwetter unsere Stadt trifft, müssen wir als Kommune handlungsfähig bleiben. Zugleich müssen die Menschen wissen, wie sie sich schützen können und wo sie Hilfe finden. Mit unserer Notfallvorsorge-Kampagne, den Feuerwehrhäusern als Notrufmeldestellen und der Notstromversorgung des Rathauses und der Feuerwehrhäuser haben wir dafür wichtige Grundlagen geschaffen. KOMPASS Resilienz hilft uns, diese Vorsorge über alle Verwaltungsbereiche hinweg weiterzuentwickeln und Unternehmen, Hilfsorganisationen sowie Bürgerinnen und Bürger einzubeziehen. Krisenfestigkeit braucht klare Zuständigkeiten, verlässliche Zusammenarbeit und regelmäßige Übungen. Daran wollen wir in Hattersheim dauerhaft arbeiten.“
Niedrigschwellige Programm-Teilnahme mit Siegel als Auszeichnung
KOMPASS Resilienz richtet sich an hessische Städte, Gemeinden und Landkreise, die ihre kommunale Resilienz weiterentwickeln möchten. Das Programm baut auf bestehenden Aufgaben der Kommunen im Katastrophen- und Zivilschutz auf und bietet einen zusätzlichen Rahmen, um die Widerstandsfähigkeit gegenüber unterschiedlichen Krisen zu erhöhen.
Voraussetzung für die Teilnahme ist die Benennung einer oder eines Resilienzbeauftragten, die oder der in der Verwaltung die Maßnahmen vor Ort koordiniert und als Ansprechperson dient. Die Vernetzung aller relevanten kommunalen Stellen durch einen Resilienzrat bzw. ein kommunales Gremium für Resilienzthemen wird empfohlen, um das Querschnittsthema Resilienz effektiv anzugehen. Auf Synergien mit schon bestehenden Gremien vor Ort wie einem Präventionsrat oder der KOMPASS-Sicherheitskonferenz kann hingearbeitet werden.
Kommunen können sich unter resilienz-siegel@innen.hessen.de um eine Programm-Teilnahme bewerben. Hat eine Kommune aus jedem KOMPASS Resilienz-Handlungsfeld mindestens eine Maßnahme initiiert oder umgesetzt, kann sie eine Checkliste samt kurzer formloser Beschreibung jeder Maßnahme und der ausführlicheren Darstellung einer besonders erfolgreichen Maßnahme in der Geschäftsstelle KOMPASS Resilienz einreichen. Werden die Maßnahmen für geeignet befunden, die Resilienz vor Ort zu erhöhen, wird die Kommune für ihr Engagement für ein krisenfestes Gemeinwesen mit dem Resilienz-Siegel ausgezeichnet.