An der Präventionsveranstaltung um das Brandschutz-, Bildungs- und Begegnungszentrum Ranstadt beteiligten sich außer der hessischen Landespolizei, der Freiwilligen Feuerwehr Ranstadt und Hilfsorganisationen etwa 30 Aussteller unterschiedlicher Bereiche. Inhaltliche Schwerpunkte des Präventionstags mit Vorführungen, Aktionen, Vorträgen, und Beratungsangeboten waren die Themen Sicherheit, Gesundheit und Katastrophenschutz.
Stärkung der Handlungs- und Widerstandsfähigkeit
Martin Rößler rief in seiner Rede zur privaten Krisenvorsorge auf: „Wir leben in einer Zeit tiefgreifender Umbrüche. Die internationale Sicherheitslage hat sich in den vergangenen Jahren verschärft. Seit Beginn des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine müssen wir auch in Deutschland mit einer verschärften Bedrohungssituation umgehen. Fragen des Bevölkerungsschutzes haben vor diesem Hintergrund an Bedeutung gewonnen – auch in Hessen.
Das Land Hessen stärkt seine Handlungs- und Widerstandsfähigkeit auf vielfältige Weise, um für komplexe Krisensituationen in der Zukunft gewappnet zu sein. Der Staat und die sogenannten ,Blaulicht-Organisationen‘ können im Krisenfall aber nicht für alle Probleme eine Lösung anbieten. Die Begriffe ‚Eigenverantwortung‘ und ‚Selbsthilfe‘ müssen wieder in die Köpfe – in unser aller Köpfe!
Dazu gehört es, für mögliche Krisenfälle vorzusorgen. Wir raten dazu, den Empfehlungen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zu folgen, Vorräte an Essen und Trinken für zehn Tage, Vorräte an Hygieneartikeln sowie eine Hausapotheke anzulegen.
Der 1. Randstädter Präventionstag ist eine hervorragende Gelegenheit, sich über Bevölkerungsschutz, Krisenvorsorge und andere Sicherheitsthemen zu informieren. Allen, die die Veranstaltung organisiert haben oder einen Beitrag dazu leisten, danke ich herzlich für ihr Engagement.“
Förderung des Brand- und Katastrophenschutzes
Die Stärkung des Brand- und Katastrophenschutzes ist für die Hessische Landesregierung ein Schwerpunkt. Im Rahmen seiner Unterstützung investiert das Land schon seit Jahren in Feuerwehrfahrzeuge, -häuser und -technik, aber zum Beispiel auch in die Aus- und Fortbildung von Einsatzkräften an der Hessischen Landesfeuerwehrschule (HLFS). Allein im vergangenen Jahr 2025 wurden rund 135 Fahrzeuge und rund 60 Baumaßnahmen an Feuerwehrhäusern mit mehr als 21 Millionen Euro gefördert. Damit hat das Land mehr als 90 Prozent aller eingegangenen förderfähigen Anträge bewilligt und trotz schwieriger Gesamthaushaltslage das hohe Niveau der Vorjahre halten können. Den Brandschutz im Wetteraukreis hat das Land Hessen in den vergangenen zwei Jahren mit insgesamt mehr als 3 Millionen Euro gefördert. Konkret wurden 13 Fahrzeuge und fünf bauliche Maßnahmen unterstützt. Die Gemeinde Ranstadt erhielt zwischen 2020 und 2025 drei Förderungen mit einem Gesamtvolumen von 327.480 Euro.
Seit 2016 betrug die Förderung von mehr als 1.770 Einsatzfahrzeugen und rund 600 baulichen Maßnahmen hessenweit insgesamt mehr als 200 Millionen Euro. Auch im Jahr 2026 investiert die Hessische Landesregierung zielgerichtet in den Brand- und Katastrophenschutz und stärkt die Einheiten bedarfsgerecht
Konsequente Vorbereitung auf Krisen
Die Hessische Landesregierung hat bereits 2023 eine Resilienzstrategie beschlossen, um die staatliche Handlungsfähigkeit in Krisenlagen sicherzustellen. So hat das Land im Hinblick auf mögliche großflächige, langandauernde Stromausfälle gezielt vorgesorgt und unter anderem mobile Notstromaggregate und Sondereinsatzmittel wie Großstromaggregate beschafft. Jeder Landkreis und jede kreisfreie Stadt kann heute auf ein Großstromaggregat zur Unterstützung Kritischer Infrastrukturen (KRITIS) und auf kleinere Stromaggregate zur Aufrechterhaltung der Handlungsfähigkeit der Katastrophenschutzeinheiten zugreifen. Ein weiteres Beispiel für die Vorbereitung auf Stromausfälle ist die Förderung der Notstromertüchtigung von Feuerwehrhäusern in Hessen durch das Land.
Das Land Hessen setzt zudem gezielt auf die Ausbildung der „Krisenmanager“ in Städten und Gemeinden. Dafür fördert das Innenministerium ein landesweites Schulungsangebot für Katastrophenschutz- und Verwaltungsstäbe. Bis Mitte 2026 werden die Stäbe aller 21 Landkreise und sechs kreisfreien Städte einschließlich der Stadt Hanau das Ausbildungsangebot, bei dem ein Fokus auf der Ausbildung von Multiplikatoren liegt, genutzt haben.
Neues Landesprogramm KOMPASS Resilienz vorgestellt
Nicht zuletzt wird das Land Kommunen bei der Stärkung ihrer kommunalen Resilienz künftig nach dem Vorbild des bewährten KOMPASS-Programms unterstützen. Mit dem neuen Programm KOMPASS Resilienz sollen insbesondere kleine und mittlere Kommunen und deren Bevölkerung für die zunehmende Bedeutung von Resilienz sensibilisiert und dazu motiviert werden, eigenverantwortlich Maßnahmen zur Krisenfestigkeit zu initiieren. KOMPASS Resilienz soll ein Netzwerk zwischen Kommunen und relevanten Akteuren schaffen und Kommunen ermutigen, das Thema Resilienz aktiv anzugehen.
KOMPASS Resilienz bietet den Kommunen hierfür unter anderem einen Leitfaden mit Handlungsempfehlungen, eine Checkliste und eine Sammlung von Informations- und Sensibilisierungsmaterialien. Ergänzend dazu werden ausgearbeitete Szenarien zur Verfügung gestellt, die als Grundlage für kommunale Risiko- und Lageanalysen dienen können. Abgerundet wird das Angebot durch eine digitale Vorlesungs- und Veranstaltungsreihe, die Fachwissen vermittelt, Praxisbeispiele liefert und den Austausch zwischen den Kommunen fördert.