Ein Mann steht am Podium und spricht

Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz

Internationale Fachtagung bringt Heimatvertriebene und deutsche Minderheiten in Frankfurt zusammen

Innenminister Roman Poseck hat anlässlich der 6. Internationalen Fachtagung „Heimatvertriebene und Heimatverbliebene – Zwei Seiten der gleichen Medaille“ in Frankfurt die Bedeutung des grenzüberschreitenden Austauschs und der Bewahrung des kulturellen Erbes der Deutschen im östlichen Europa hervorgehoben. Die Fachtagung wird von der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen für Wissenschaft und Forschung in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten (AGDM) in der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) ausgerichtet. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft des Hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein und wird vom Land Hessen finanziell unterstützt.

Innenminister Roman Poseck erklärte in seinem Grußwort: „Heimatvertriebene, Heimatverbliebene und deutsche Minderheiten bewahren ein wertvolles kulturelles Erbe und bauen zugleich Brücken für ein gemeinsames Europa. Sie halten Erinnerungen lebendig, pflegen Sprache, Tradition und Kultur und schaffen Verbindungen zwischen Menschen und Ländern. Gerade in einer Zeit, in der Europa vor großen Herausforderungen steht, sind persönliche Begegnungen, gegenseitiges Verständnis und grenzüberschreitende Zusammenarbeit von besonderem Wert. Deutsche Minderheiten leisten hierzu seit vielen Jahren einen wichtigen Beitrag. Sie kennen unterschiedliche Perspektiven, verbinden Kulturen miteinander und tragen damit ganz konkret zur europäischen Verständigung bei.

Geschichte und kulturelles Erbe bewahren

Deshalb freue ich mich sehr, dass die Internationale Fachtagung in diesem Jahr wieder in Hessen stattfindet. Ich überbringe allen Teilnehmern herzlichen Grüße der Hessischen Landesregierung und insbesondere unseres Ministerpräsidenten Boris Rhein. Mit der Übernahme der Schirmherrschaft setzt er ein deutliches Zeichen der Verbundenheit mit der Kulturstiftung und ihrer wichtigen Arbeit. Hessen steht fest an der Seite der Heimatvertriebenen, Spätaussiedler und deutschen Minderheiten. Dieses Engagement ist für uns Ausdruck einer dauerhaften historischen und gesellschaftlichen Verantwortung.

Die Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen ist dabei ein wichtiger Partner. Sie bewahrt nicht nur Geschichte und kulturelles Erbe, sondern bringt Menschen zusammen, schafft Netzwerke und gibt Impulse für neue gemeinsame Projekte. Die Begegnungstagung zeigt eindrucksvoll, was daraus entstehen kann. Heimatvertriebene und Heimatverbliebene gehören zu einer gemeinsamen Geschichte. Der Austausch zwischen ihnen richtet den Blick aber nicht nur zurück. Er schafft Vertrauen und eröffnet Perspektiven für die Zukunft. Genau deshalb unterstützt das Land Hessen die Kulturstiftung institutionell und fördert auch die diesjährige Tagung in Frankfurt.

Junge Generation für dieses Erbe gewinnen

Besonders am Herzen liegt mir, dass wir die junge Generation für dieses Erbe gewinnen. Erinnerung darf nicht mit den Generationen verblassen, die Flucht und Vertreibung noch selbst erlebt haben oder deren Familien unmittelbar davon betroffen waren. Geschichte muss erzählt, vermittelt und immer wieder neu erschlossen werden. Wenn junge Menschen erfahren, woher ihre Familien und ihre Kultur kommen und gleichzeitig erleben, dass diese Geschichte Teil einer gemeinsamen europäischen Geschichte ist, entsteht daraus ein lebendiges Verständnis von Heimat. Zukunft braucht Erinnerung und Menschen, die bereit sind, Verantwortung für dieses Erbe zu übernehmen.

Mein besonderer Dank gilt deshalb allen, die sich in den Landsmannschaften, Vertriebenenverbänden, Organisationen der Spätaussiedler und bei den deutschen Minderheiten engagieren. Sie bauen Brücken zwischen Menschen, Generationen und Ländern. Ebenso danke ich der Kulturstiftung und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten für die Organisation dieser wichtigen Begegnungstagung. Ich wünsche allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern gute Gespräche, neue Kontakte und wertvolle Impulse. Möge diese Tagung bestehende Partnerschaften vertiefen, neue Netzwerke entstehen lassen und den europäischen Gedanken weiter stärken.“

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit stärken

Die Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen für Wissenschaft und Forschung wurde 1974 gegründet und hat ihren Sitz in Bonn. Sie erforscht, bewahrt und vermittelt das historische und kulturelle Erbe der Deutschen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten sowie den deutschen Siedlungsgebieten in Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Grundlage ihrer Arbeit ist § 96 des Bundesvertriebenengesetzes. Die Stiftung versteht ihre Tätigkeit zugleich als Beitrag zur europäischen Verständigung und beschäftigt sich neben historischen Themen unter anderem mit Flucht und Vertreibung, Minderheiten, Erinnerungskultur, Rechtsstaatlichkeit und Völkerverständigung.

Seit 2020 veranstaltet die Kulturstiftung gemeinsam mit der AGDM die internationale Begegnungstagung „Heimatvertriebene und Heimatverbliebene – Zwei Seiten einer Medaille“. Ziel ist es, Vertreterinnen und Vertreter der Landsmannschaften, Vertriebenenverbände, Spätaussiedlerorganisationen und deutschen Minderheiten miteinander ins Gespräch zu bringen und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu stärken. Auf die erste Tagung 2020 in Dresden folgten Veranstaltungen in Wiesbaden, Stuttgart, Bayreuth und Berlin. Nach einer Pause im Jahr 2025 wird das Format nun in Frankfurt am Main fortgesetzt. Bereits die Tagung 2021 in Wiesbaden war durch das Land Hessen projektbezogen unterstützt worden.

Die Begegnungstagungen beginnen jeweils mit einem Impuls zum Generalthema beziehungsweise Tagungsmotto, an den sich eine Podiumsdiskussion anschließt. Aus den bisherigen Veranstaltungen sind neue Kontakte, Netzwerke und gemeinsame Initiativen hervorgegangen. Die Kulturstiftung versteht das Format daher insbesondere als Plattform, um die Beziehungen zwischen Heimatvertriebenen, Heimatverbliebenen und deutschen Minderheiten dauerhaft zu stärken.

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