Innenminister Roman Poseck gemeinsam mit Oberbürgermeister Dr. Sven Schoeller und Polizeipräsident Marco Bärtl

Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz

Kassel als 53. Kommune mit KOMPASS-Sicherheitssiegel ausgezeichnet

Innenminister Roman Poseck hat heute im Rahmen einer Feierstunde der Stadt Kassel das 53. KOMPASS-Sicherheitssiegel verliehen. Mit dieser Auszeichnung wird das Engagement der Kommune für ein sicheres und lebenswertes Miteinander gewürdigt.

Kassel ist damit die 53. hessische Kommune, die das begehrte Siegel erhält. Die Verleihung findet in Anwesenheit von Vertretern aus Politik, Polizei und der lokalen Bürgerschaft statt und unterstreicht die Bedeutung der kommunalen Sicherheitsarbeit in Nordhessen.

Innenminister Roman Poseck führte vor Ort aus: „Kassel steht beispielhaft für eine Kommune, die Sicherheit als gemeinsame Aufgabe begreift und mit innovativen Maßnahmen umsetzt. Die Stadt hat nicht nur auf aktuelle Herausforderungen reagiert, sondern durch die Teilnahme am KOMPASS-Programm gezielt Präventionsstrukturen aufgebaut, die das Sicherheitsgefühl der Bürger spürbar verbessern. Besonders hervorzuheben sind die Modernisierung der Videoschutzanlagen in der Innenstadt, die Aufstockung der Schutzfrauen und -männer vor Ort sowie die enge Zusammenarbeit mit der Polizei.

Diese Maßnahmen wirken. Kassel ist noch sicherer geworden, das verdeutlichen die Zahlen. Die Anzahl der Straftaten ist innerhalb eines Jahres um 1.360 Fälle auf 20.242 zurückgegangen. Zwischen 2023 und 2025 gab es sogar einen noch deutlicheren Rückgang um 4.358 Fälle, also um knapp 18 Prozent. Die Reduktion der Kriminalität zeigt sich auch anhand der Straftaten pro 100.000 Einwohner, der sogenannten Häufigkeitszahl. Diese lag im vergangenen Jahr bei 10.263 und im Jahr 2023 noch bei 12.047, was einer Reduzierung von knapp 15 Prozent entspricht. Neben dem deutlichen Rückgang der Straftaten weist die Stadt Kassel eine gute Aufklärungsquote von 61,7 Prozent auf. Diese lag im Vorjahr noch bei 57,9 Prozent und 2023 bei 55,2 Prozent. Diese positive Entwicklung haben wir vor allem den Polizisten zu verdanken, die täglich für die Sicherheit in Kassel einstehen.

Zu diesem Erfolg trägt auch das Programm KOMPASS bei, in dem zahlreiche konkrete Projekte realisiert wurden. In kritischen Bereichen wie der Unteren Königstraße, dem Königsplatz, der Hedwigstraße, dem Lutherplatz oder dem Verkehrsknotenpunkt ‚Am Stern‘ wurden sechs zusätzliche Kameras installiert mit einem Investitionsvolumen von rund 590.000 Euro. Eine temporäre Kamera am Lutherplatz, einem bekannten Kriminalitätsbrennpunkt, führte bereits zu einer spürbaren Entspannung der Lage. Zudem ist die Aufstockung der Schutzfrauen und -männer von derzeit fünf auf zehn für 2026 geplant, um die Präsenz weiter zu stärken. Auch die Teilnahme am hessenweiten Mängelmelder seit Anfang 2023 zeigt, wie ernst Kassel die Zusammenarbeit mit den Bürgern nimmt.

Das Polizeipräsidium Nordhessen und die Stadt Kassel führen regelmäßig Kontrollen durch, insbesondere in Brennpunkten wie ‚Am Stern‘ oder der Friedrich-Ebert-Straße. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, dass Kassel insgesamt eine stabile Sicherheitslage aufweisen kann. Die enge Zusammenarbeit zwischen dem Polizeipräsidium Nordhessen und der Stadt hat hier maßgeblich zum Erfolg beigetragen.

Kassel beweist, dass Sicherheit dort entsteht, wo Kommune, Behörden und Bürgerschaft an einem Strang ziehen. Das KOMPASS-Siegel ist ein sichtbares Zeichen für dieses Engagement und eine Bestätigung, dass sich die investierte Arbeit auszahlt. Dass wir heute bereits die 53. Kommune mit diesem Siegel auszeichnen können, zeigt, wie erfolgreich das KOMPASS-Programm in Hessen angenommen wird. Ich gratuliere allen Beteiligten zu dieser verdienten Auszeichnung und danke für ihr unermüdliches Engagement.“

Einsatz für die Sicherheit der Menschen

Polizeipräsident Marco Bärtl ergänzte: „Die positiven Entwicklungen der Stadt Kassel zur stetigen Verbesserung der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger sind beispielgebend. Dies zeigt nicht nur die heutige Siegelverleihung im Rahmen der Sicherheitsinitiative KOMPASS, zu der ich recht herzlich gratuliere, sondern spiegelt sich ganz besonders auch in der guten Zusammenarbeit mit dem Polizeipräsidium Nordhessen wider, für die ich mich persönlich sowie im Namen meiner Mitarbeitenden ebenso herzlich bedanke. Gemeinsam konnten wir bereits bedeutsame Präventionsmaßnahmen im Stadtgebiet, speziell im Innenstadtbereich, entwickeln und umsetzen. In den Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik lässt sich der Erfolg dieser Maßnahmen inzwischen auch objektiv ablesen und unterstreicht, dass wir auf die richtigen Maßnahmen gesetzt haben. Das Polizeipräsidium Nordhessen wird weiterhin mit hohem personellem, taktischem und ermittlungstechnischem Engagement diese positive Entwicklung fördern. Sicherheit ist keine Momentaufnahme, sondern ein Prozess, an dem man fortlaufend arbeiten muss. Dementsprechend werden wir unseren gemeinsamen Einsatz für die Sicherheit der Menschen in Kassel auch in der Zukunft mit hoher Intensität und Innovationskraft fortsetzen.“

Oberbürgermeister Dr. Sven Schoeller betonte die Bedeutung des Programms für die Stadt: „Die Auszeichnung mit dem KOMPASS-Sicherheitssiegel ist für Kassel eine wichtige Bestätigung unseres gemeinsamen Engagements. Sicherheit und ein positives Lebensgefühl in unserer Stadt gehen Hand in Hand – beides entsteht dort, wo Menschen sich geschützt fühlen und gleichzeitig gerne zusammenleben. Genau daran arbeiten wir in Kassel jeden Tag gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern.“

Die KOMPASS-Sicherheitsinitiative

Mit dem im Jahr 2017 initiierten KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel (KOMPASS) hat das Hessische Innenministerium ein Angebot für Städte und Gemeinden oder auch Stadtteile eingerichtet, mit dem diese in Zusammenarbeit mit den relevanten gesellschaftlichen Akteuren und dem Land ihre Sicherheitsarchitektur gezielt weiterentwickeln können, um vor allem die gefühlte Sicherheitslage zu verbessern. Auf Grundlage einer Bestandsaufnahme bestehender Präventionsangebote und der Sicherheitslage sowie einer Bürgerbefragung sollen konkrete Lösungsvorschläge für die Sicherheitsbedarfe vor Ort erarbeitet werden. Im Rahmen des bundesweit einmaligen Programms, über das gegenwärtig 173 hessische Kommunen im Austausch mit ihren Bürgerinnen und Bürgern stehen, wurden hessenweit zahlreiche Sicherheitsanalysen und Bürgerbefragungen zur Erkennung von Problemfeldern in Kommunen und der Entwicklung entsprechender Lösungsansätze durchgeführt.