Die deutschen Heimatvertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler haben erheblich zur positiven Entwicklung unseres Landes beigetragen. Außerdem jährt sich in diesem Jahr der so genannte „Deportationserlass“ – Erlass des Obersten Sowjets der UdSSR vom 28. August 1941 „Über die Umsiedlung der Deutschen, die in den Wolga-Rayons leben“ zum 85. Mal. Dieser hatte weitreichende, grausame Folgen für die Deutschen, die seit 250 Jahren im zaristischen Russland bzw. dann später auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion lebten. Aus gegebenem Anlass ruft der Beauftragte der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Andreas Hofmeister, MdL, den Malwettbewerb „Heimat aus junger Perspektive – Erinnern.Erzählen.Malen.“ ins Leben.
Familiengeschichte kreativ entdecken
„Fast ein Drittel der hessischen Bürgerinnen und Bürger haben selbst oder über die familiäre Abstammung ein Vertreibungs- oder Aussiedlerschicksal. Wenn Kinder und Jugendliche beginnen, sich für die eigene Familiengeschichte zu interessieren und ihre Großeltern oder Urgroßeltern nach deren Heimat fragen, entstehen Gespräche, die weit über historische Fakten hinausgehen. Es geht um Identität, um Erinnerungen, um Verlust, um Hoffnung und den Mut zu einem neuen Anfang. Wenn Kinder und Jugendliche diese Zeugnisse hören und anschließend in Bildern festhalten, entsteht etwas sehr Wertvolles: ein Dialog zwischen den Generationen und ein lebendiges Verständnis für unsere gemeinsame Geschichte“, so Hofmeister.
Der Wettbewerb richtet sich an Kinder und Jugendliche mit Wohnsitz in Hessen. Sie sind eingeladen, sich kreativ mit der Geschichte und Kultur der Heimat ihrer Groß- oder Urgroßeltern auseinanderzusetzen. Im Mittelpunkt stehen Familiengeschichten über Flucht, Vertreibung und Deportation sowie die Frage nach der Bedeutung von Heimat.
Viele Familien in Hessen haben ihre Wurzeln in den angestammten Heimatgebieten in Ostmittel-, Ost- und Südosteuropa oder in den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion. Die Erfahrungen von Flucht, Vertreibung und Deportation prägen bis heute zahlreiche Familiengeschichten – und sie sind zugleich ein wichtiger Bestandteil der deutschen bzw. hessischen Geschichte.
Der Wettbewerb möchte Kinder und Jugendliche dazu ermutigen, mit Eltern, Großeltern oder Urgroßeltern ins Gespräch zu kommen: Wie sah die frühere Heimat aus? Welche Bräuche wurden gepflegt? Welche Erinnerungen sind geblieben? Und was bedeutet Heimat heute?
Die Kinder und Jugendlichen können ihre Eindrücke frei künstlerisch umsetzen – als Landschaft, Dorf, Haus, Familienporträt oder symbolische Darstellung. Dabei gibt es kein „Richtig“ oder „Falsch“. Im Mittelpunkt stehen die persönliche Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte und der Dialog zwischen den Generationen.
Teilnahme, Bewertung und Preise
Der Wettbewerb startet am 04. Mai 2026, Einsendeschluss ist der 30. Juni 2026. Die eingereichten Werke werden von einer unabhängigen Jury bewertet, der unter anderem auch der Hessische Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck sowie der Staatssekretär im Innenministerium, Martin Rößler, angehören.
Die Preise werden in drei Kategorien vergeben (Grundschule, Sekundarstufe I und Sekundarstufe II). In jeder Kategorie werden ein erster, zweiter und dritter Platz ausgezeichnet. Die Gewinner erhalten neben einer Urkunde und einer Einladung zur feierlichen Preisverleihung im Spätsommer in Wiesbaden auch ein kleines Präsent.