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Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz

Kriminalpräventionspreis 2026 geht an die Liebigschule Gießen

Innenminister Roman Poseck: „Sicherheit beginnt dort, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen.“

Die Liebigschule Gießen ist für ihr vielfältiges Engagement für ein sicheres und respektvolles Miteinander mit dem Kriminalpräventionspreis 2026 ausgezeichnet worden. Der mit 1.500 Euro dotierte Preis wird auf Initiative des Vereins Kriminalprävention Gießen e. V. gemeinsam mit der Stadt und dem Landkreis Gießen vergeben und würdigt vorbildliche Präventionsarbeit in der Region. Nach der erstmaligen Verleihung 2024 wird die Auszeichnung in diesem Jahr zum zweiten Mal vergeben.

Innenminister Roman Poseck sagte anlässlich der Preisverleihung:

„Sicherheit beginnt dort, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen. Denn die beste Straftat ist die, die gar nicht erst geschieht. Genau deshalb ist Kriminalprävention so wichtig: Sie setzt frühzeitig an den Ursachen von Kriminalität und Konflikten an. Polizei und Justiz leisten jeden Tag hervorragende Arbeit für unsere Sicherheit. Kriminalprävention ist allerdings eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wir brauchen Schulen und Jugendhilfe, Vereine und Kommunen, Wirtschaft und Politik sowie Bürgerinnen und Bürger, die hinschauen und sich für ihr Umfeld einsetzen.

Besonders wichtig ist die Arbeit vor Ort. Denn Sicherheit und auch die Angst vor Kriminalität erleben die Menschen unmittelbar in ihrem Lebensumfeld. Dort kennt man die Herausforderungen und weiß, welche Lösungen gebraucht werden. Wenn Schule, Polizei, Jugendhilfe, Verwaltung, Vereine sowie Bürgerinnen und Bürger auf kurzen Wegen zusammenarbeiten, können Hilfen gezielt dort ankommen, wo sie benötigt werden. Das stärkt die Sicherheit, das Vertrauen der Menschen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Eine besondere Rolle kommt unseren Schulen zu. Schule ist weit mehr als ein Ort, an dem Wissen vermittelt wird. Hier lernen junge Menschen, Konflikte auszutragen, Verantwortung zu übernehmen, andere Perspektiven zu respektieren und für unsere demokratischen Werte einzustehen. Die Liebigschule Gießen zeigt eindrucksvoll, wie vielfältig Präventionsarbeit im schulischen Alltag gelebt werden kann. Sie greift unterschiedliche gesellschaftliche Herausforderungen auf und macht deutlich, dass Prävention früh beginnt und viele Facetten hat. Ich gratuliere der gesamten Schulgemeinschaft sehr herzlich zu dieser Auszeichnung.

Mein Dank gilt zugleich all jenen, die sich ehrenamtlich für die Kriminalprävention einsetzen. Erfolgreiche Prävention zeigt sich häufig gerade in dem, was nicht passiert: wenn ein Konflikt nicht eskaliert, junge Menschen rechtzeitig Unterstützung erhalten oder aus vielen Beteiligten ein starkes Netzwerk entsteht. Besonders danke ich dem Verein Kriminalprävention Gießen, der seit mehr als drei Jahrzehnten Menschen und Institutionen zusammenbringt und wichtige Präventionsarbeit ermöglicht. Der Kriminalpräventionspreis macht dieses Engagement sichtbar. Gute Ideen können so zum Vorbild werden und andere ermutigen, selbst aktiv zu werden.“

Vielfältige Präventionsarbeit der Liebigschule überzeugt die Jury

Die Liebigschule überzeugte die Jury insbesondere durch die Breite ihres kriminalpräventiven Engagements. Zu ihren Aktivitäten gehören unter anderem die Auseinandersetzung mit fremdenfeindlichem Extremismus sowie Präventionsangebote zu gesellschaftlich relevanten Themen.

Die kriminalpräventive Arbeit beschränkt sich nicht auf eine einzelne Maßnahme, sondern umfasst unterschiedliche Ansätze und Themenfelder. Damit bindet die Liebigschule verschiedene Facetten der Prävention in den schulischen Alltag ein.

Sonderpreis für die Grundschule Pohlheim-Hausen

Neben dem Kriminalpräventionspreis wird die Grundschule Pohlheim-Hausen mit einem Sonderpreis gewürdigt. Sie erhält ein Antigewalt- und Resilienztraining für die gesamten Jahrgangsstufen im Wert von rund 1.500 Euro. Der Sonderpreis wird vollständig vom Verein Kriminalprävention Gießen finanziert.

Hintergrund

Der Kriminalpräventionspreis wurde auf Initiative des Vereins Kriminalprävention Gießen gemeinsam mit der Stadt und dem Landkreis Gießen ins Leben gerufen und 2024 erstmals vergeben. Das Preisgeld von 1.500 Euro wird zu jeweils einem Drittel von Landkreis, Stadt und Verein finanziert. Während einer rund halbjährigen Bewerbungsphase konnten Privatpersonen, Vereine, Schulen und andere Organisationen Präventionsprojekte einreichen oder Projekte Dritter vorschlagen.

Über die Vergabe entschied eine Jury aus Ministerpräsident a. D. Volker Bouffier, Landrätin Anita Schneider, Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher, dem Leiter des Staatlichen Schulamtes für den Landkreis Gießen und den Vogelsbergkreis Norbert Kissel, Polizeipräsident Torsten Krückemeier sowie dem Vorsitzenden des Vereins Kriminalprävention Gießen Siegfried Schulz.

Der Verein Kriminalprävention Gießen wurde 1992 gegründet und bringt insbesondere Akteure aus Schule, Polizei und Justiz zusammen. Seit 2012 steht Polizeidirektor a. D. Siegfried Schulz dem Verein vor. Seit mehr als drei Jahrzehnten fördert der Verein kriminalpräventive Projekte in Stadt und Landkreis Gießen.

Die Liebigschule Gießen ist ein 1837 gegründetes Gymnasium mit rund 1.300 Schülerinnen und Schülern. Zu ihren Schwerpunkten gehören MINT und Musik. Zudem ist sie gesundheitsfördernde Schule und Partnerschule des Leistungssports.

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